Was­ser­flu­ten tes­ten Rück­ver­si­che­rer

Kon­trak­te mit Aus­tra­li­en und Deutsch­land we­nig be­deu­tend – Hoch­was­ser­schä­den ein­kal­ku­liert

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - TH

Kun­den­ver­si­che­rer trans­fe­rie­ren Ri­si­ken ent­we­der pro­por­tio­nal an die Rück­ver­si­che­rer oder nach dem Über­schrei­ten des ver­ein­bar­ten Selbst­be­halts. Das Ge­wicht deut­scher und aus­tra­li­scher Erst­ver­si­che­rer an den Ge­samt­ein­nah­men von Mün­che­ner Rück und Swiss Re ist mit je­weils rund 6 bzw. 4% be­grenzt.

Üb­li­cher­wei­se lau­fen Rück­de­ckun­gen ein Jahr. Er­neue­rungs­ter­mi­ne sind zu Be­ginn je­des Quar­tals, wo­bei je­weils auf Ja­nu­ar ein mass­geb­li­cher Teil al­ler Kon­trak­te neu aus­zu­han­deln ist. Die Rück­ver­si­che­rungs­ta­ri­fe brö­ckeln je­doch. Grün­de für den «wei­chen» Markt sind der mo­de­ra­te Scha­den­ver­lauf der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit und die schwin­den­de Nach­fra­ge der er­stark­ten Erst­ver­si­che­rer.

Ver­si­che­rungs­bro­ker be­rich­ten die­ser Ta­ge, in Neu­ab­schlüs­sen Ta­rif­nach­läs­se von bis zu 7% zu be­ob­ach­ten. Die Ver­mitt­ler nei­gen al­ler­dings aus Ei­gen­in­ter­es­se zu ei­ner dras­ti­schen Darstel­lung. Den­noch lässt sich auf ei­ne schwie­ri­ger wer­den­de La­ge der Rück­ver­si­che­rer schlies­sen. Sie sind näm­lich an ei­ner zwei­ten Front ge­for­dert. Die an­hal­ten­de Tief­zins­pha­se kom­pri­miert auch den Er­trag der rie­si­gen Ver­mö­gens­an­la­gen, die der Puf­fe­rung der zeit­lich nicht plan­ba­ren Geld­ab­flüs­se nach Gross­schä­den die­nen.

Die Gros­sen der Bran­che dürf­ten das Jahr 2010 mit ei­nem zu­frie­den­stel­len­den tech­ni­schen Er­geb­nis be­en­det ha­ben, weil das zwei­te Se­mes­ter man­gels we­sent­li­cher Hur­ri­kan­schä­den äus­serst glimpf­lich ab­ge­lau­fen ist.

Zur Jah­res­mit­te hat­ten je­doch we­gen Gross­er­eig­nis­sen – Win­ter­stür­me in Eu­ro­pa, Erd­be­ben in Chi­le so­wie Ex­plo­si­on der Öl­platt­form Deep­wa­ter Ho­ri­zon – tech­nisch ne­ga­ti­ve Er­geb­nis­se re­sul­tiert. Swiss Re und Mün­che­ner Rück ver­buch­ten Zah­lun­gen und Kos­ten von zu­sam­men 106% der Ein­nah­men, die fran­zö­si­sche Scor von 103%. Im an­ge­lau­fe­nen Jahr ste­hen die Zäh­ler wie­der auf null. Hoch- was­ser­schä­den sind ein­kal­ku­liert und für die Ver­si­che­rer trag­bar, wenn es nicht zu ei­ner Ku­mu­lie­rung von Er­eig­nis­sen kommt. In den zu­rück­lie­gen­den Mo­na­ten ha­ben die In­ves­to­ren die Pa­pie­re von Swiss Re be­vor­zugt, wenn die Kur­se zu Ver­gleichs­zwe­cken wie im Chart wäh­rungs­an­ge­gli­chen wer­den.

Swiss Re am gross­zü­gigs­ten

Dass die Schwei­zer Rück als Fol­ge der fi­nan­zi­el­len Ge­ne­sung schon im Früh­ling ei­ne Auf­bes­se­rung der Bo­ni­täts­no­te in Aus­sicht hat, wird an der Bör­se zu­neh­mend ein­ge­preist. Wei­te­res Auf­wer­tungs­po­ten­zi­al ist vor­han­den. Swiss Re ist al­ler­dings auch am gross­zü­gigs­ten, was die Be­zah­lung der Ma­na­ger be­trifft. Für 2009 er­reich­te die Ver­gü­tung pro Kon­zern­lei­tungs­mit­glied im Durch­schnitt 5,4 Mio. Fr., wäh­rend die Kol­le­gen von Mün­che­ner Rück und Scor mit et­wa 2 Mio. € zu­frie­den sein muss­ten.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.