Ro­che er­hält Un­ter­stüt­zung

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - MA

Gu­te Nach­rich­ten in Sa­chen Ro­che sind rar ge­wor­den. Und wenn es Er­freu­li­ches zu be­rich­ten gibt, hält sich die Re­ak­ti­on an der Bör­se in en­gen Gren­zen. So ge­sche­hen auch im Fall der Mel­dung, dass meh­re­re US-Kran­ken­kas­sen Ava­s­tin im Ein­satz ge­gen Brust­krebs trotz des ab­leh­nen­den FDA-Ent­scheids wei­ter­hin ver­gü­ten wer­den. Die Ver­si­che­rer be­grün­den ih­ren Ent­scheid mit den Emp­feh­lun­gen des On­ko­lo­gen­ver­bands Na­tio­nal Com­pre­hen­si­ve Can­cer Net­work. Er emp­fiehlt den Ein­satz von Ava­s­tin ge­gen Brust­krebs trotz der Zwei­fel am Nut­zen wei­ter­hin und hat das noch vor dem FDA-Ent­scheid pu­blik ge­macht.

Klar scheint auch, dass die staat­li­chen US-Ver­si­che­rungs­pro­gram­me Me­di­ca­re und Me­di­caid die Rück­er­stat­tung bis zum end­gül­ti­gen Ent­scheid auf­recht­er­hal­ten wer­den. Ro­che hat nach dem Ent­scheid der FDA von der Mög­lich­keit Ge­brauch ge­macht, ein Hea­ring ein­zu­be­ru­fen. Wann es statt­fin­det, ist noch im­mer of­fen.

Mit dem Be­schluss der Kran­ken­kas­sen dürf­te Ava­s­tin trotz dem dro­hen­den Ver­lust der Brust­krebs­zu­las­sung von Ärz­ten wei­ter­hin ver­wen­det wer­den (Off-La­belAn­wen­dung), weil das Me­di­ka­ment ja noch ge­gen vier wei­te­re Krebs­ar­ten zu­ge­las­sen ist. Auf­grund der seit Mit­te 2010 an­hal­ten­den Dis­kus­sio­nen hat der Ab­satz von Ava­s­tin in der In­di­ka­ti­on Brust­krebs al­ler­dings be­reits ab­ge­nom­men. De­tails zu den Aus­wir­kun­gen im ver­gan­ge­nen wie auch für das lau­fen­de Jahr dürf­ten an der Bi­lanz­me­di­en­kon­fe­renz vom 2. Fe­bru­ar be­kannt­ge­ge­ben wer­den.

Gleich­zei­tig wird in die­sem Jahr auch die po­li­ti­sche Dis­kus­si­on über Ava­s­tin in den USA wei­ter­ge­hen. Die FDA wird sich vor ei­ner Kom­mis­si­on des Re­prä­sen­tan­ten­hau­ses für ih­ren Ent­scheid recht­fer­ti­gen müs­sen.

Die Ge­nuss­schei­ne Ro­che ge­hö­ren der­zeit nicht zu den Fa­vo­ri­ten der An­le­ger. Es ist zu be­zwei­feln, dass sich das «Sen­ti­ment» so bald bes­sern wird. Wir zie­hen die Ak­ti­en No­var­tis vor. Mit der Aus­deh­nung des Hoch­was­sers auf wei­te­re Ge­bie­te des öst­li­chen Aus­tra­li­ens dürf­te die an­fäng­lich auf 5 Mrd. aus­tr. $ (4,75 Mrd. Fr.) ge­setz­te Scha­den­schät­zung wohl stei­gen. Ver­si­che­rungs­de­ckung ist al­ler­dings vom Um­fang und den Be­din­gun­gen des Po­li­cen­be­stands ab­hän­gig. Ers­te Mut­mas­sun­gen deu­ten dar­auf, dass nur ein klei­ne­rer Teil der Zer­stö­run­gen fi­nan­zi­ell ab­zu­gel­ten ist.

Die Hoch­was­ser in Aus­tra­li­en und in Deutsch­land sind den­noch der ers­te Test des Jah­res. Ins­ge­samt wer­den für Ob­jekt-, Haft­pflicht-und Un­fall­schutz welt­weit jähr­lich 1700 Mrd. $ aus­ge­ge­ben. Die Ver­si­che­rungs­wirt­schaft zahlt dar­aus – net­to nach Be­triebs­kos­ten – ge­gen 1400 Mrd. $ zur Be­he­bung er­lit­te­ner Schä­den. Das in Aus­tra­li­en um­ge­setz­te Prä­mi­en­vo­lu­men er­reicht jähr­lich 40 Mrd. aus­tr. $; in Deutsch­land sind es 90 Mrd. €.

An zwei Fron­ten ge­for­dert

Pri­mä­re Trä­ger der fi­nan­zi­el­len Last sind die Erst­ver­si­che­rer. In Aus­tra­li­en zäh­len Sun­corp-Met­way, In­suran­ce Aus­tra­lia und QBE zu den füh­ren­den An­bie­tern, in Deutsch­land bspw. Al­li­anz und die zur Mün­che­ner Rück ge­hö­ren­de Er­go. Die­se

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