Wind­bö­en zer­zau­sen den Swiss Per­for­mance In­dex

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - AL­FONS CORTES,

Am An­fang des neu­en Jah­res gibt es kei­ne Hin­wei­se auf ein En­de der Hausse, die fast al­le Ak­ti­en­märk­te welt­weit er­fasst, wenn auch in un­ter­schied­li­chem Aus­mass. Al­ler­dings wird es auch die­ses Jahr im­mer wie­der zu Rück­schlä­gen kom­men. Wie im­mer wird dann der Ri­si­ko­ap­pe­tit ab-statt zu­neh­men.

Wor­auf stützt sich die ro­bus­te Aus­sa­ge, dass wir nicht vor ei­ner Baisse ste­hen und Schwä­che ei­ne Kauf­ge­le­gen­heit dar­stel­len wird? Auf die Ge­schich­te der Bör­sen. Für li­qui­de Märk­te, an de­nen der Spiel­raum für ir­re­füh­ren­de Ma­ni­pu­la­tio­nen ge­ring ist, gilt, dass noch nie ein Haupt­trend zu En­de ging, oh­ne dass vor­her ei­ne spe­ku­la­ti­ve Bla­se, ei­ne Pha­se zeit­rau­ben­der trend­lo­ser Vo­la­ti­li­tät, be­glei­tet von star­ken Ve­rän­de­run­gen der Ka­pi­ta­li­sie­rung der ver­schie­de­nen Sek­to­ren, oder ei­ne Kom­bi­na­ti­on bei­der Er­schei­nun­gen der Trend­wen­de vor­an­ging. Das ist heu­te al­les nicht vor­han­den.

Ent­steht ei­ne Bla­se?

Seit der Ein­füh­rung von Bol­lin­ger-Bän­dern ist es ein Leich­tes zu be­stim­men, wann ei­ne Bla­se nach ei­ner Hausse oder Baisse vor­han­den ist. Der Chart zeigt ei­ne, die im März 2009 ent­stan­den ist: Obe­re und un­te­re Band­be­gren­zun­gen be­we­gen sich aus­ein­an­der, um beim Plat­zen der Bla­se wie­der zu­sam­men­zu­rü­cken. Das Auf­tre­ten sol­cher Sym­pto­me ist je­weils An­lass zur Vor­nah­me wei­te­rer Prü­fun­gen. Bla­sen nach ei­ner Baisse wer­den von sehr gros­sem Pes­si­mis­mus und eben­sol­chen Leer­ver­käu­fen be­glei­tet, nach ei­ner Hausse von ga­lop­pie­ren­dem Op­ti­mis­mus und deut­lich über­durch­schnitt­li­cher Kre­dit­auf­nah­me.

Es ist al­les so ein­fach, wenn man bloss be­reit ist, die Vo­la­ti­li­tät in Kauf zu neh- men, die zwi­schen Trend­wen­den üb­lich ist, und es sein las­sen kann, dau­ernd Ant­wor­ten auf Fra­gen zu su­chen, auf die es im Vor­aus kei­ne Ant­wor­ten gibt.

Dif­fe­ren­zie­rung

Nach Er­öff­nung mei­ner grund­sätz­lich po­si­ti­ven mit­tel­fris­ti­gen Er­war­tung zu den Ak­ti­en­märk­ten will ich dif­fe­ren­zier­ter wer­den. Es gibt kei­ne Hin­wei­se dar­auf, dass die bis­he­ri­ge re­la­ti­ve Schwä­che der Schwei­zer Bör­se, z. B. ge­mes­sen am SPI im Ver­hält­nis zu an­de­ren eu­ro­päi­schen und nord­ame­ri­ka­ni­schen In­di­zes so­wie Nik­kei und To­pix, zu En­de geht. Es gab Schwei­zer Ak­ti­en, die selbst im Ver­gleich zu den stärks­ten In­di­zes ei­ne po­si­ti­ve re­la­ti­ve Stär­ke auf­wie­sen. Das scheint sich nun lang­sam zu än­dern, wo­mit der Druck auf den re­la­ti­ven Ver­lauf von SPI und SMI eher zu-als ab­neh­men dürf­te.

Nichts von Be­lang an der Bör­se ist je­weils iso­liert. So passt auch die­se Be­ob­ach­tung naht­los mit zwei wei­te­ren zu­sam­men: ei­ner­seits dass all­ge­mein die Be­reit­schaft ab­nimmt, die Ge­win­ner der letz­ten Mo­na­te zu kau­fen, und zwar welt­weit, nicht nur in der Schweiz, und an­de­rer­seits dass die Stär­ke des Fran­kens zu­neh­mend zu ei­nem zen­tra­len The­ma in der Beur­tei­lung der Aus­sich­ten für Schwei­zer KMU, de­ren Ak­ti­en im We­sent­li­chen die Avant­gar­de der Schwei­zer Bör­se dar­stell­ten, auf­rückt.

In mei­ner Pra­xis ste­hen ge­gen­wär­tig das Re­ba­lan­cing und das Auf­le­sen von bis vor kur­zem re­la­tiv schwa­chen Ti­teln, de­ren re­la­ti­ver Trend neu­er­dings ge­dreht hat, im Vor­der­grund. Die Mei­nung des Au­tors muss nicht mit je­ner der Re­dak­ti­on über­ein­stim­men.

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