Dät­wy­ler kann mit Fran­ken­stär­ke le­ben

Gros­se Spar­ten von Wäh­rungs­si­tua­ti­on kaum be­trof­fen – Sta­bi­le Ent­wick­lung in 2011 er­war­tet – Kon­glo­me­rats­ab­schlag auf Ak­ti­en bie­tet Kauf­ge­le­gen­heit

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - ERICH BÜRGLER

An­le­ger fan­den im ver­gan­ge­nen Jahr ge­fal­len am Misch­kon­zern Dät­wy­ler. Die Ak­ti­en des Un­ter­neh­mens schlu­gen mit ei­nem Plus von über 30% den Ge­samt­markt deut­lich. Da­bei sind die Ak­ti­vi­tä­ten der Ur­ner Ge­sell­schaft nicht so ein­fach zu über­bli­cken. Ei­ne Tat­sa­che, die vie­le In­ves­to­ren nor­ma­ler­wei­se nicht mö­gen. Ei­ne Ana­ly­se zur Ein­schät­zung der Per­spek­ti­ven des Kon­glo­me­rats ist auf­wen­dig. Mit vier Be­rei­chen be­dient Dät­wy­ler ver­schie­dens­te In­dus­trie­zwei­ge. Auch in­ner­halb der Spar­ten sind die Ak­ti­vi­tä­ten viel­fäl­tig. Zum An­ge­bot ge­hö­ren der Ver­sand­han­del für tech­ni­sche Kom­po­nen­ten, Ver­pa­ckun­gen für phar­ma­zeu­ti­sche Pro­duk­te, die Ver­ka­be­lung von Ge­bäu­den so­wie Gum­mi­tei­le für die Au­to­in­dus­trie.

Durch die Re­zes­si­on kam Dät­wy­ler vor al­lem dank des kon­junk­tur­re­sis­ten­ten Phar­ma­ge­schäfts bes­ser vor­an als an­de­re. Im ver­gan­ge­nen Jahr lie­fen auch die zy­kli­schen Be­rei­che mehr­heit­lich wie­der gut. Als Letz­tes hat sich das Kom­po­nen­ten­ge­schäft für die Ma­schi­nen­in­dus­trie, Maag­tech­nic, im Schluss­quar­tal er­holt. Für 2011 bleibt Dät­wy­ler zu­ver­sicht­lich. «Ich er­war­te für die Grup­pe ei­ne sta­bi­le Ent­wick­lung der Nach­fra­ge», sagt CFO Re­to Wel­te im Ge­spräch mit «Fi­nanz und Wirt­schaft».

Wäh­rungs­ein­fluss ge­ring

Doch wie sehr be­las­tet die Wäh­rungs­si­tua­ti­on, die sich in den letz­ten Mo­na­ten noch ein­mal deut­lich zu­ge­spitzt hat, das Un­ter­neh­men mit Fa­b­ri­ken im Kan­ton Uri? «Auf Grup­pen­ebe­ne ist der Ein­fluss des Wäh­rungs­ef­fekts eher ge­ring», kom­men­tiert Wel­te. Be­trof­fen sind vom Trans­ak­ti­ons­ri­si­ko nur rund 200 Mio. Fr. des Um­sat­zes, der 2010 auf rund 1,3 Mrd. Fr. zu ste­hen kom­men dürf­te. Fol­gen für den Stand­ort Schweiz sind je­doch nicht aus­ge­schlos­sen. «Die Wäh­rungs­si­tua­ti­on zwingt uns zu über­le­gen, ob wir ge­wis­se Ak­ti­vi­tä­ten in der Schweiz schnel­ler als vor­ge­se-

Ge­schäft mit Kom­po­nen­ten für die Ma­schi­nen­in­dus­trie er­holt sich. hen nach Chi­na oder Ost­eu­ro­pa ver­la­gern sol­len», sag­te Wel­te. Das gilt für die Be­rei­che Ka­bel und Gum­mi.

Im Ka­bel­seg­ment macht aus­ser­dem der stark schwan­ken­de Kup­fer­preis zu schaf­fen, weil den Kun­den im­mer wie­der neue Prei­se kom­mu­ni­ziert wer­den müs­sen. Aus der Schweiz gab es zu­letzt aber auch gu­te Nach­rich­ten. In der Gum­mis­par­te konn­te ein Ver­trag mit Nest­lé für Dich­tun­gen der Kaf­fee­kap­seln von Nes­pres­so bis 2015 ver­län­gert wer­den. Das Er­folgs­pro­dukt des Nah­rungs­mit­tel­kon­zerns ver­spricht schö­ne Wachs­tums­ra­ten. Im Ka­bel­be­reich tut sich das in­ter­es­san­te Ge­schäfts­feld der Glas­fa­ser­net­ze in die Haus­hal­te auf. Dät­wy­ler will dort nach ei­nem Pi­lot­pro­jekt ver­mehrt als To­tal­un­ter­neh­mer für Ge­mein­den und Städ­te auf­tre­ten. Meh­re­re Of­fer­ten für sol­che Auf­trä­ge sind am Lau­fen.

Va­lo­ren auf Ein­stiegs­ni­veau

Die Dät­wy­ler-Ak­ti­en sind trotz der gu­ten Kurs­ent­wick­lung des Vor­jahrs mit ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis 11 für das lau- fen­de Jahr im­mer noch at­trak­tiv be­wer­tet. Das nach Ak­qui­si­tio­nen nun­mehr klar um­satz­stärks­te Seg­ment Tech­ni­sche Kom­po­nen­ten (vgl. Gra­fik) dürf­te mit ei­nem er­wei­ter­ten Sor­ti­ment im Ver­sand­han­del und der Er­ho­lung von Maag­tech­nic so­li­de Wachs­tums­zah­len lie­fern. In dem Be­reich hält Dät­wy­ler nach wei­te­ren Zu­käu­fen Aus­schau.

Auch in der mit ho­hen Mar­gen ar­bei­ten­den Phar­ma­spar­te sind die Aus­sich­ten nach wie vor gut und Wachs­tums­chan­cen vor­han­den. Schwel­len­märk­te sol­len bald bes­ser er­schlos­sen wer­den. Ab 2012 will Dät­wy­ler mit ei­nem ei­ge­nen Werk den in­di­schen Markt auf­rol­len, was Kos­ten­vor­tei­le bringt. Auch in Chi­na ist auf mitt­le­re Sicht ei­ne An­la­ge vor­ge­se­hen.

Die Fra­ge, was sinn­vol­ler ist – ein Kauf der Ak­ti­en ei­nes Kon­glo­me­rats oder statt­des­sen In­ves­ti­tio­nen in meh­re­re auf ei­nen Be­reich fo­kus­sier­te so ge­nann­te Pu­re Plays – bleibt ei­ne grund­sätz­li­che. Prag­ma­ti­ker kön­nen vom der­zeit noch vor­han­de­nen Kon­glo­me­rats­ab­schlag pro­fi­tie­ren. Die Dät­wy­ler-Ak­ti­en ma­chen sich als Er­gän­zung im Port­fo­lio gut.

Der Schlit­ten des voll­au­to­ma­ti­schen Tei­le­la­gers von Maag­tech­nic in Düben­dorf hat wie­der mehr zu tun. Das

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