Zy­kli­sche Small Caps stüt­zen Risk-Porte­feuille

Ar­bo­nia-Fors­ter und Bu­cher In­dus­tries glän­zen – Ac­te­li­on wer­den nach Über­nah­me­ge­rüch­te-Schub ver­kauft – Neu­an­la­ge in Al­piq – Trotz al­lem: UBS

Finanz und Wirtschaft - - IM FOKUS - ANDRE­AS MEI­ER

Wäh­rend des vier­ten Quar­tals des ver­gan­ge­nen Jah­res such­ten die An­le­ger vor al­lem Er­gän­zungs­wer­te. Der SPI avan­cier­te im Be­richts­zeit­raum (seit dem 30. Sep­tem­ber) bloss 4%, der SPI Small & Mid Caps 7,5%. Vor al­lem Ti­tel ex­port­ori­en­tier­ter In­dus­trie­un­ter­neh­men wa­ren ge­fragt. Dass der Fran­ken in die­ser Zeit noch­mals deut­lich ge­stie­gen ist, vor al­lem ge­gen­über dem Eu­ro, der Wäh­rung des wich­tigs­ten Han­dels­part­ners der Schweiz, hat die Hausse nicht stop­pen kön­nen – vi­el­leicht, weil von den Ge­sell­schaf­ten kaum Kla­gen über den har­ten Fran­ken zu ver­neh­men wa­ren. Die Ge­schäf­te lau­fen vie­ler­orts der­art gut, dass der Men­gen­ef­fekt den wäh­rungs­be­ding­ten Margendruck mil­dert. Zu­dem wei­sen die meis­ten Un­ter­neh­men mitt­ler­wei­le ei­ne aus­ge­wo­ge­ne­re Kos­ten-Er­trags-Struk­tur auf als noch in den Neun­zi­ger­jah­ren. Das heisst: Sie pro­du­zie­ren häu­fig vor Ort, wo­mit die Kos­ten in der­sel­ben Wäh­rung an­fal­len wie der Er­trag.

Bu­cher In­dus­tries et­wa hat nur in zwei von fünf Be­rei­chen nen­nens­wer­te Pro­duk­ti­ons­ak­ti­vi­tä­ten in der Schweiz (Stras­sen­kehr­ma­schi­nen und Hy­drau­lik­kom­po­nen­ten), sonst wird vor al­lem im Eu­ro-und im Dol­lar­raum pro­du­ziert. Nur die Glas­ma­schi­nen­toch­ter Em­hart Glass fa­bri­ziert in Schwe­den, wo­bei sich die schwe­di­sche Kro­ne zum Eu­ro im Jah­res­ver­lauf rund 10% auf­ge­wer­tet hat (und da­mit et­was schwä­cher blieb als der Fran­ken).

Glück mit Ac­te­li­on

Ne­ben Bu­cher, die 20,8% ge­wan­nen, wa­ren es die Ti­tel des Kü­chen-, Fens­ter-und Ra­dia­to­ren­her­stel­lers AFG (+30,3%) so­wie des Spe­zi­al­che­mie­un­ter­neh­mens Cla­ri­ant (+22,1%), die dem Risk-Porte­feuille im Be­richts­quar­tal mit +10,9% ei­ne klar über­durch­schnitt­li­che Per­for­mance ein­brach­ten. Spit­zen­rei­ter wa­ren al­ler­dings die Phar­ma­va­lo­ren Ac­te­li­on, die we­gen der im Ok­to­ber auf­ge­flamm­ten Über­nah­me­ge­rüch­te 33% vor­an­ka­men. Dass die­se Po­si­ti­on an­läss­lich des letz­ten Zwi­schen­be­richts En­de Sep­tem­ber auf­ge­stockt wor­den war, hat sich als Glücks­griff ent­puppt.

Den Kurs­schub nut­zen wir zum Ver­kauf der Ac­te­li­on-Po­si­ti­on. Dass tat­säch­lich ei­ne Über­nah­me be­vor­steht, ist eher un­wahr­schein­lich, denn das Ma­nage­ment hat mehr­mals de­zi­diert dar­ge­legt, dass Un­ab­hän­gig­keit ein Er­folgs­fak­tor des Un­ter­neh­mens sei. Im Wei­te­ren dürf­te der Phar­ma­sek­tor an der Bör­se in der De­fen­si­ve blei­ben. Der von po­li­ti­scher Sei­te auf das Ge­sund­heits­sys­tem aus­ge­üb­te Druck auf die Prei­se so­wie zu we­nig Nach­schub an in­no­va­ti­ven Me­di­ka­men­ten­kan­di­da­ten in den Ent­wick­lungs­pipe­lines hal­ten die Skep­sis der An­le­ger wohl noch für ei­ni­ge Zeit hoch.

Im (vir­tu­el­len) Risk-Porte­feuille ist der Ge­sund­heits­sek­tor zu­dem noch mit den Va­lo­ren Or­idi­on (Her­stel­ler von Atem­über­wa­chungs­ge­rä­ten) und Aci­no (Her­stel­lung von Ge­ne­ri­ka) ver­tre­ten.

Ku­del­ski auf­sto­cken

Mit dem Er­lös aus Ac­te­li­on wer­den ei­ner­seits die zwei be­ste­hen­den Po­si­tio­nen Ku­del­ski und UBS er­höht, zum an­dern kommt mit den Ener­gie­wer­ten Al­piq ein neu­er Ti­tel ins Porte­feuille.

Ku­del­ski no­tie­ren der­zeit so nied­rig wie letzt­mals im Spät­som­mer 2009, ob­wohl das Un­ter­neh­men wächst, nicht von Kon­junk­tur­schwan­kun­gen ab­hängt und im zu­kunfts­träch­ti­gen Di­gi­tal-TV-Ge­schäft ak­tiv ist. Al­ler­dings ist die Tech­no­lo­gie­und Bran­chen­ent­wick­lung we­nig durch­sich­tig, wes­halb die Er­folgs­aus­sich­ten der Un­ter­neh­mens­stra­te­gie kaum ab­ge­schätzt wer­den kön­nen. Das ist, ne­ben dem har­ten Fran­ken (rund ein Drit­tel des Kos­ten­auf­kom­mens fällt in Fran­ken an, der Um­satz kommt vor al­lem aus dem Dol­lar-und dem Eu­ro­raum), der Grund für die Kurs­baisse seit ver­gan­ge­nem Früh­ling. Für vor­sich­ti­ge An­le­ger ist es da­her rat­sam, bis zur Re­sul­tats­ver­öf­fent­li­chung am 24. Fe­bru­ar zu war­ten, wenn auch wei­te­re An­ga­ben zu den Di­gi­tal-TV-Märk­ten und zur Stra­te­gie zu er­war­ten sind. Das Risk-Porte­feuille, sei­nem Cha­rak­ter ent­spre­chend, nutzt die optisch nied­ri­gen Kur­se je­doch jetzt schon zum Kauf.

Der Strom­pro­du­zent und -händ­ler Al­piq kann dank der schnell ab­ruf­ba­ren Spei­che­r­ener­gie aus Stau­se­en Strom­nach­fra­ge­spit­zen be­die­nen und ent­spre­chend gu­te Prei­se lö­sen. Die Pa­pie­re gel­ten land­läu­fig als we­nig ri­si­ko­reich, doch die Tat­sa­che, dass die Ener­gier­zeu­gung sehr in­ves­ti­ti­ons­in­ten­siv ist und zu­dem aus­ge­präg­ten po­li­ti­schen Re­gu­lie­run­gen un­ter­steht, macht die Er­trags­per­spek­ti­ven nicht eben trans­pa­ren­ter (vgl. Sei­te 13). Mit UBS wie­der­um soll die Er­ho­lung der Bank­s­par­te im Ver­lauf von 2011, die noch im­mer un­ter­schätzt wird, «ge­spielt» wer­den.

Risk-Porte­feuille-Ent­wick­lung seit Sep­tem­ber 2010

Das Kraft­werk Gran­de Di­xence von Al­piq mit der welt­weit höchs­ten Ge­wichts­stau­mau­er sam­melt das Schmelz­was­ser von 35 Glet­schern.

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