Hy­un­dai di­ver­si­fi­ziert

Süd­ko­rea­ni­scher Au­to­kon­zern holt sich Bau­s­par­te zu­rück

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - FRI,

In Süd­ko­rea kehrt mög­li­cher­wei­se das Hy­un­dai-Kon­glo­me­rat von den To­ten zu­rück: Chung Mon­gkoo, Chair­man von Hy­un­dai Mo­tors, ver­han­delt näm­lich über den Kauf von 35% an Hy­un­dai En­gi­nee­ring & Con­struc­tion (E&C). Süd­ko­reas gröss­ter Bau­kon­zern war bis zum Jahr 2000 Kern und Per­le des Hy­un­dai-Kon­glo­me­rats, das Chungs Va­ter zu Süd­ko­reas mäch­tigs­tem Chaebol auf­ge­baut hat­te.

Am Mitt­woch letz­ter Wo­che war Chungs Schwä­ge­rin Hyun Jeong-eun, Prä­si­den­tin der Hy­un­dai Group, vor Ge­richt da­mit ge­schei­tert, ihr Kauf­recht für den An­teil an Hy­un­dai E&C durch­zu­set­zen. Die Ei­g­ner, dar­un­ter die Ko­rea Ex­ch­an­ge Bank, hat­ten die Ver­kaufs­ver­hand­lun­gen mit ihr ab­ge­bro­chen. Sie hat­ten be­zwei­felt, dass die Hy­un­dai Group, die die ver­blei­ben­den Tei­le des ehe­ma­li­gen Kon­glo­me­rats auf sich ver­eint, den Kauf­preis von 5,5 Bio. Won (4,7 Mrd. Fr.) auf­zu­brin­gen im­stan­de wä­re. Da­her dürf­te nun der zu­vor un­ter­le­ge­ne Bie­ter Chung den Zu­schlag er­hal­ten. Sein Kon­sor­ti­um aus den Au­to­bau­ern Hy­un­dai und Kia so­wie dem Zu­lie­fe­rer Mo­bis will für Hy­un­dai E&C rund 5 Bio. Won be­zah­len.

Da­nach könn­te die Hy­un­dai Mo­tor Group zu­sam­men mit Hy­un­dai E&C wie­der das Fun­da­ment für ein neu­es Hy­un­dai-Kon­glo­me­rat bil­den. In Ko­rea wird spe­ku­liert, dass Chung als Nächs­tes nach der Ree­de­rei Hy­un­dai Merchant Ma­ri­ne, dem wich­tigs­ten Baustein der Hy­un­dai Group, greift. Hy­un­dai E&C ist an ihr be­reits mit 8,3% be­tei­ligt. Zu­sam­men mit ei­nem an­de­ren Bru­der und ei­nem On­kel wür­de Chung fast 40% und so­mit fast ge­nau­so vie­le An­tei­le an Merchant Ma­ri­ne kon­trol­lie­ren wie sei­ne Schwä­ge­rin. Chung näh­me so spä­te Ra­che an ih­rem Mann, sei­nem jün­ge­ren Bru­der Mong­hun, der sich 2003 we­gen Be­stech­lich­keits­vor­wür­fen von ei­nem Hoch­haus ge­stürzt hat­te. Kon­glo­me­rats­grün­der Chung hat­te Mong-hun als sei­nen Nach­fol­ger ein­ge­setzt, ob­wohl der Pos­ten der ko­rea­ni­schen Tra­di­ti­on nach dem äl­tes­ten Sohn Mong-koo ge­hört hät­te.

Für den Macht­kampf in der Chung-Fa­mi­lie muss Hy­un­dai Mo­tors blu­ten. Der Kauf­preis von Hy­un­dai E&C ist näm­lich fast dop­pelt so hoch wie der ge­schätz­te Un­ter­neh­mens­wert. Trotz­dem sieht Fitch die Kre­dit­wür­dig­keit von Hy­un­dai Mo­tors nicht in Ge­fahr. Die Ak­ti­en sind seit dem Ge­richts­ent­scheid 10% ge­stie­gen. Da­bei spiel­te al­ler­dings ei­ne Rol­le, dass Hy­un­dai und Kia 2011 den Ab­satz wei­te­re 10% auf 6,3 Mio. Au­tos stei­gern wol­len.

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