Lang­sa­mer, aber re­kord­hoch

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - TP

Nicht so kräf­tig zu­ge­nom­men wie er­war­tet, aber den­noch ein Re­kord­mo­nat: Chi­nas Aus­fuh­ren sind im De­zem­ber 17,9% im Jah­res­ver­gleich ge­wach­sen. Da­mit hat sich das Ex­port­wachs­tum ge­gen­über No­vem­ber, als Chi­na 34,9% mehr Wa­ren aus­führ­te, zwar deut­lich ver­lang­samt, und die Zu­nah­me ent­spricht auch dem tiefs­ten Zu­wachs im Ge­samt­jahr 2010. Auf sai­so­nal ad­jus­tier­ter Ba­sis ist der Ex­port im Ver­gleich zum Vor­mo­nat gar 4,4% ge­fal­len. Ge­mes­sen am Wa­ren­wert von 154,2 Mrd. $ war De­zem­ber aber trotz­dem ein Re­kord­mo­nat für die chi­ne­si­sche Ex­port­in­dus­trie.

Die tiefere Zu­wachs­ra­te ist in ers­ter Li­nie ei­ner ho­hen Ver­gleichs­ba­sis 2009 zu­zu­schrei­ben. Im De­zem­ber 2009 hat­ten Chi­nas Aus­fuh­ren 17,7% im Jah­res­ver­gleich zu­ge­nom­men, nach­dem sie zu­vor elf Mo­na­te lang ge­fal­len wa­ren. Im Ge­samt­jahr 2010 wei­te­te sich die chi­ne­si­sche Ex­port­leis­tung 31,3% aus (2009: –16%). Auf­grund des So­cke­lef­fekts zeich­net sich nun für 2011 ein ge­rin­ge­res Wachs­tum für den Ex­port ab: Volks­wir­te pro­gnos­ti­zie­ren ei­nen Zu­wachs von 15 bis 18%.

Ein ähn­li­ches Bild spie­gelt Chi­nas Im­port. Auch hier hat sich das Wachs­tum ver­lang­samt, und zwar von +37,7% im No­vem­ber auf +25,6% in De­zem­ber. Mit 141,1 Mrd. $ im­por­tier­te Chi­na aber so viel wie noch nie zu­vor in ei­nem Ein­zel­mo­nat. Das be­grün­det sich un­ter an­de­rem da­mit, dass De­tail­händ­ler und Pro­du­zen­ten mit Blick auf das chi­ne­si­sche Neu­jahrs­fest ih­re La­ger auf­ge­stockt ha­ben. Un­term Strich ha­ben Chi­nas Ein­fuh­ren 2010 kräf­ti­ge 38,3% zu­ge­nom­men (2009: –11,2%). Auf der An­nah­me ba­sie­rend, dass die Wirt­schafts­leis­tung 2011 et­wa 9 bis 10% wächst, ist mit ei­nem Im­port­wachs­tum von 18 bis 20% im lau­fen­den Jahr zu rech­nen.

Da das Wachs­tum der Aus­fuh­ren nicht mit dem der Ein­fuh­ren Schritt hielt, ist Chi­nas Han­dels­bi­lanz­über­schuss im De­zem­ber wei­ter ge­sun­ken. Mit 13,1 Mrd. $ fiel er auf den tiefs­ten Stand der letz­ten acht Mo­na­te. Im Ge­samt­jahr ver­rin­ger­te sich der Über­schuss um 6,1% auf 183,7 Mrd. $, nach­dem er be­reits 2009 um 34,4% ge­fal­len war. Die Ent­wick­lung spielt vor al­lem Chi­nas Staats­prä­si­dent Hu Jin­tao in die Hand: Am 19. Ja­nu­ar wird er sich mit US-Prä­si­dent Ba­rack Oba­ma zu Ge­sprä­chen tref­fen. Auf­grund des rück­läu­fi­gen Han­dels­bi­lanz­über­schus­ses ver­rin­gert sich der Auf­wer­tungs­druck für die Lan­des­wäh­rung Ren­min­bi ein Stück weit.

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