Ho­he Vo­la­ti­li­tät in Roh­öl

ROH­STOF­FE Leck in Trans-Alas­ka-Pi­pe­line – Opec än­dert För­der­quo­ten vo­r­erst nicht – Wet­ter­ka­prio­len ver­teu­ern Ge­trei­de

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - MICHAEL PEY­ER,

Die ers­te Han­dels­wo­che 2011 stand dem ab­ge­lau­fe­nen Jahr in Be­zug auf die täg­li­chen Kurs­schwan­kun­gen in nichts nach. Ein Fass Roh­öl der USSor­te West Te­xas In­ter­me­dia­te ( WTI, Nymex) mit Fe­bru­ar­lie­fe­rung kos­te­te am Jah­res­an­fang 92.58 $ pro Fass. Zum Wo­chen­schluss no­tier­te der Kon­trakt noch knapp 88 $. Die­se tech­ni­sche Un­ter­stüt­zungs­mar­ke schien aber zu hal­ten. Am Di­ens­tag­nach­mit­tag han­del­te WTI-Roh­öl er­neut über 90 $. Das Fass Öl der Nord­see­sor­te Brent mit promp­ter Lie­fe­rung no­tier­te zeit­wei­lig 97.30 $ und war auf bes­tem Weg, die von Ana­lys­ten für das lau­fen­de Jahr pro­gnos­ti­zier­te Mar­ke von 100 $ be­reits früh zu er­rei­chen.

Wär­me­re Tem­pe­ra­tu­ren, ein Er­star­ken des Gre­en­backs und Pro­fit­mit­nah­men sorg­ten je­doch für et­was Ent­span­nung am Markt. In der Fol­ge ver­lor Brent-Öl 4% an Wert und no­tier­te zur Wo­chen­mit­te nur noch 92.37 $. Dem US-Com­mit­ment of Tra­des Re­port (CFTC) war zu ent­neh­men, dass die Spe­ku­lan­ten ih­re Kauf­po­si­tio­nen per ver­gan­ge­nem Di­ens­tag um 26 359 Kon­trak­te re­du­zier­ten (ge­gen­über der Re­kord­po­si­ti­on der Vor­wo­che von 202 221 Long-Kon­trak­ten). Bul­li­sche La­ger­sta­tis­ti­ken des US-De­part­ment of Ener­gy zur Wo­chen­mit­te (mi­nus 4,16 Mio. Fass Wo­che zum Jah­res­en­de) und über­ra­schend star­ke Ar­beits­markt­da­ten in den USA (ADP) schraub­ten die Öl­märk­te rasch wie­der hö­her, und die Vo­la­ti­li­tät bleibt hoch.

Ein am Sams­tag­mor­gen ent­deck­tes Leck in der für USA enorm wich­ti­gen Trans-Alas­ka-Pi­pe­line führ­te zum Wo­chen­auf­takt er­neut zu hö­he­ren No­tie­run­gen. Die Ver­sor­gungs­pipe­line ist für 12% des US-Be­darfs an Roh­öl ver­ant­wort­lich. Am Mon­tag­abend schloss der Brent-ÖlKon­trakt (ICE) auf 95.66 $ pro Fass. Mel­dun­gen, wo­nach die Pi­pe­line ih­ren Be­trieb die­se Wo­che wie­der­auf­neh­men könn­te, brach­ten et­was Ent­span­nung. Die Opec-Staa­ten schei­nen mit dem mo­men­ta­nen Öl­preis zu­frie­den zu sein. Ge­mäss dem ku­wai­ti­schen Öl­mi­nis­ter soll­te die Welt­wirt­schaft ei­nen Preis von 100 $ gut ver­kraf­ten, und die Mit­glie­der sä­hen des­halb kei­nen Hand­lungs­be­darf, sich vor dem nächs­ten Opec-Tref­fen in Wi­en vom 2. Ju­ni zu be­geg­nen.

So­lan­ge der Neu­geld­zu­fluss wei­ter an­hält und die Spe­ku­lan­ten zu­kau­fen, scheint es schwie­rig, ab­zu­schät­zen, wo­hin die Rei­se geht. Roh­öl kos­tet et­wa gleich viel wie im Ja­nu­ar 2008 – da­mals klet­ter­te der Preis bin­nen we­ni­ger Mo­na­te auf mehr als 147 $ pro Fass. Auf die Hausse folg­te dann aber ei­ne noch ra­sche­re und hef­ti­ge­re Baisse. Tie­fe Zin­sen, Ver­schul-

Die wich­tigs­ten Fu­tures auf Roh­stof­fe und Edel­me­tal­le dungs­kri­sen und Wäh­rungs­krie­ge, aber auch der Roh­stoff­hun­ger Chi­nas und In­di­ens, hei­zen die Spe­ku­la­ti­on zu hö­he­ren Prei­sen vo­r­erst wei­ter an. Markt­teil­neh­mer be­ob­ach­ten aber die Wirt­schafts­si­tua­ti­on in Chi­na ge­nau, wo je­der­zeit mit wei­te­ren Zins­schrit­ten zum Ab­küh­len der Wirt­schaft ge­rech­net wer­den muss.

An den Chi­ca­go­er Ge­trei­de-und Öl­saa­ten­märk­ten (CBOT) war­ten die Markt­teil­neh­mer ge­spannt auf die Ver­öf­fent­li­chung des Mo­nats­be­richts der US-Agrar­be­hör­de (USDA) am Mitt­woch. Die ef­fek­ti­ven USErn­te-Zah­len für Mais und So­ja und die gleich­zei­tig ver­öf­fent­lich­ten Quar­tals-La­ger­be­stän­de per 1. De­zem­ber dürf­ten er­neut tie­fer aus­fal­len. Wet­ter­ka­prio­len in Ar­gen­ti­ni­en (La Ni­na) und gros­se Über­flu­tun­gen in Aus­tra­li­en un­ter­stüt­zen die No­tie­run­gen zu­sätz­lich. Pri­va­te Schät­zun­gen ha­ben das Ern­te­po­ten­zi­al in Ar­gen­ti­ni­en wei­ter re­du­ziert. Am Di­ens­tag­mit­tag no­tier­te der März-Kon­trakt Mais (CBOT) 612 Cents/Bus­hel (1 bu = 25,401 kg). Mär­zFu­tures auf So­ja (CBOT) kos­te­ten 1385,5 Cents/Bus­hel (1 bu = 27,215 kg).

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