Nest­lé von Ver­kaufs­emp­feh­lun­gen be­las­tet

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSE SCHWEIZ - MA

Neue Ein­schät­zun­gen von Ana­lys­ten zu Un­ter­neh­men ge­hö­ren zur Ta­ges­ord­nung. Nicht sel­ten kommt es auch zu so­ge­nann­ten Her­un­ter­stu­fun­gen. Im Fall von Nest­lé ha­ben am Don­ners­tag gleich zwei Ban­ken ih­re Ein­schät­zung um 180 Grad ge­dreht: Statt «Kau­fen» heisst die Lo­sung nun «Ver­kau­fen». Das ja­pa­ni­sche Bro­ker­haus No­mu­ra und die Bank of Ame­ri­ca Mer­rill Lynch glau­ben, dass der Nah­rungs­mit­tel­kon­zern die Ge­winn­erwar­tun­gen für das lau­fen­de Jahr ver­feh­len wird. Die Nest­lé-Ak­ti­en re­agier­ten prompt und ver­zeich­ne­ten ei­nen Ta­ges­ver­lust von 3%.

Als Grün­de füh­ren sie stei­gen­de Roh­stoff­prei­se und die un­vor­teil­haf­te Wäh­rungs­si­tua­ti­on an. No­mu­ra setzt zu­dem ein Fra­ge­zei­chen hin­ter die Wachs­tums­aus­sich­ten. Ein ge­rin­ge­rer Bei­trag aus Schwel­len­län­dern, dem Haus­tier­nah­rungs­be­reich so­wie der Ge­trän­ke­spar­te stel­le ei­ne Be­las­tung für das in­ter­ne Re­al­wachs­tum dar. No­mu­ra rech­net mit ei­nem Zu­wachs von 4,8%, wäh­rend Nest­lé ein Ziel­band von 5 bis 6% vor­gibt. Der Ana­lyst von Mer­rill Lynch sei­ner­seits zeigt sich ent­täuscht über die Ak­qui­si­ti­ons­stra­te­gie. Bis jetzt sei­en die 28,3 Mrd. $ aus dem Al­con-Ver­kauf an No­var­tis nicht für gros­se Zu­käu­fe ein­ge­setzt wor­den.

Was im­mer man von Nest­lés Über­nah­me­stra­te­gie hal­ten mag, die Ti­tel ha­ben mit dem jüngs­ten Rück­schlag die im Ok­to­ber und No­vem­ber ver­buch­ten Kurs­ge­win­ne auf­ge­zehrt. Dass die Kon­kur­ren- ten Uni­le­ver und Da­no­ne ein ähn­li­ches, wenn auch nicht so aus­ge­präg­tes Schick­sal er­lit­ten ha­ben, wird Nest­lé-An­le­ger we­nig trös­ten. Des­halb sei an die­ser Stel­le an die be­acht­li­che Di­vi­den­den­ren­di­te von 3,5% er­in­nert. An­ge­sichts ih­rer Qua­li­tät sind die Nest­lé-Va­lo­ren auf die­sem Be­wer­tungs­ni­veau (KGV 16 für 2011) erst recht kau­fens­wert.

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