Klä­ren­de Eu­ro-Mass­nah­men er­war­tet

MO­NAT­LI­CHE ZINS­PRO­GNO­SE SNB-Zins­schritt in der zwei­ten Jah­res­hälf­te – Ren­di­ten stei­gen wei­ter

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - TM

Die Ret­tungs­mass­nah­men-Buch­sta­ben­sup­pe aus ESFS, ESFM, ESM und IWF hat die ge­wünsch­te Pla­nungs­si­cher­heit an den Märk­ten noch nicht her­bei­ge­führt. Die mo­nat­lich be­frag­ten Öko­no­men von Cre­dit Suis­se (CS), UBS, Zürcher Kan­to­nal­bank (ZKB), Ju­li­us Bär und Uni­credit ge­hen aber da­von aus, dass im Jah­res­ver­lauf Klar­heit ge­schaf­fen wird. Die Ren­di­ten soll­ten dank Kon­junk­tur­ent­wick­lung und In­fla­ti­ons­er­war­tung wei­ter stei­gen.

ZKB er­war­tet den ers­ten Zins­schritt der Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank (SNB) für Ju­ni, zwei wei­te­re Er­hö­hun­gen um 25 Ba­sis­punk­te für Sep­tem­ber und De­zem­ber – al­les in Ab­hän­gig­keit des Fran­kens, re­la­ti­viert Da­vid Mar­met. Soll­te er sich auf min­des­tens 1.30 Fr./€ ab­wer­ten und ein paar Mo­na­te über die­ser Mar­ke ver­har­ren, hät­te die SNB an­ge­sichts der In­fla­ti­ons­er­war­tun­gen und der kräf­ti­gen Kon­junk­tur den Spiel­raum, um be­reits im Ju­ni zu re­agie­ren. Die Zin­sen wä­ren im­mer noch tie­fer als im Eu­ro­raum. Für die Ren­di­ten er­war­tet Mar­met in Jah­res­frist ei­nen deut­li­che­ren Zug nach oben

Zins­pro­gno­sen der Ban­ken für die Schweiz als mit­tel­fris­tig. Die gröss­te Be­we­gung ha­be man vor­läu­fig im De­zem­ber ge­se­hen. Soll­te sich die Eu­ro­kri­se noch zu­spit­zen, könn­te es kurz-bis mit­tel­fris­tig zu ei­ner Ge­gen-oder Seit­wärts­be­we­gung kom­men. Bis En­de Jahr sä­he man aber kla­rer, wie die Sta­bi­li­sie­rungs­me­cha­nis­men funk­tio­nier­ten, die Dis­kus­si­on wer­de sich bis dann ab­fla­chen, und die Ren­di­ten soll­ten stei­gen.

Uni­credit sieht kei­nen Zins­schritt der SNB vor Sep­tem­ber. Wich­tig sei, dass sich das gan­ze Um­feld erst ein­mal sta­bi­li­sie­re, da­mit die No­ten­bank in­ter­ve­nie­ren kön­ne, oh­ne dass sich der Fran­ken er­neut auf­wer­te, er­klärt Alexander Koch. Ei­ne Ab­wer­tung da­vor sei nicht un­be­dingt ent­schei­dend, son­dern die Aus­sicht auf ein Aus­blei­ben ei­ner Kor­rek­tur da­nach. Si­che­re Hä­fen müss­ten we­ni­ger ge­sucht sein. Ein Sze­na­rio sei, die «drei Klei­nen», und da­mit ne­ben Grie­chen­land und Ir­land nun al­so auch Por­tu­gal, un­ter den Ret­tungs­schirm zu neh­men und die Dis­kus­si­on dar­über zu be­en­den. Wenn sich Spa­ni­en im Ver­lauf des Jah­res nicht de­sta­bi­li­sie­re, kön­ne man von ei­ner Be­ru­hi­gung aus­ge­hen. An­sons­ten müs­se so­wie­so ein ganz neu­er Plan auf den Tisch. Die ge­stie­ge­nen Roh­stoff­prei­se und das bes­se­re Kon­junk­tur­um­feld welt­weit sor­gen ge­mäss Koch für wei­ter stei­gen­de Ren­di­ten.

Zwi­schen dem drit­ten und dem vier­ten Quar­tal ist für CS ein Zins­schritt der SNB am wahr­schein­lichs­ten. Zwar könn­te man im Fall der Schweiz oder Deutsch­lands für ei­ne frü­he­re Straf­fung der Geld­po­li­tik ar­gu­men­tie­ren, führt Michael Mar­ko­vic aus. Doch das Um­feld stim­me noch nicht. An­der­seits sei nicht aus­ge­schlos­sen, dass uns in sechs Mo­na­ten po­si­ti­ve Da­ten aus USA und Eu­ro­pa wie­der vor neue Tat­sa­chen stell­ten. In den Ren­di­ten be­we­ge man sich in den Zehn­jäh­ri­gen der­zeit nicht mehr all­zu weit un­ter Fair Va­lue, der et­wa auf 2% lie­ge. Die Nach­fra­ge nach lan­gen «Eid­ge­nos­sen» blei­be kräf­tig.

UBS er­war­tet den ers­ten Zins­schritt noch in der ers­ten Hälf­te des Jah­res, al­ler­dings sei das Ri­si­ko er­heb­lich, dass sich der Ter­min nach hin­ten ver­schie­be, weiss Dirk Ef­fen­ber­ger. Falls die SNB je­doch an der Zins­front ak­tiv wer­de, so wür­den dar­auf wei­te­re Schrit­te von 25 Ba­sis­punk­ten fol­gen. Da­mit sie dies tue, müs­se der Fran­ken aber «deut­lich und nach­hal­tig» über 1.30 Fr./€ no­tie­ren. Dem Druck in­ter­na­tio­nal stei­gen­der Ren­di­ten könn­ten sich auch die «Eid­ge­nos­sen» nicht ent­zie­hen. Mit Aus­nah­me des Fed er­war­tet UBS von al­len grös­se­ren Zen­tral­ban­ken noch heu­er ei­ne Um­kehr in der Geld­po­li­tik.

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