De­tail­han­del bleibt op­ti­mis­tisch

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - TM

Der Op­ti­mis­mus des De­tail­han­del vor Jah­res­frist sei be­rech­tigt ge­we­sen, mein­te Mar­tin Hotz am Mitt­woch an der Prä­sen­ta­ti­on des «Re­tail Out­look 2011» von Cre­dit Suis­se (CS) und Re­tail­spe­zia­list Fuh­rer & Hotz. Nicht ganz zu Un­recht tri­um­phie­rend zeig­te er ei­ni­ge skep­tisch ge­färb­te Schlag­zei­len der Pres­se – dar­un­ter auch ei­ne des Au­tors (vgl. FuW Nr. 2 vom 9. Ja­nu­ar 2010). Die we­nigs­ten hat­ten an­ge­sichts der Kri­se an der­art aus­ge­präg­te Ro­bust­heit ge­glaubt.

In­des, die Zah­len spre­chen für sich: Die für 2010 ge­steck­ten Um­satz­zie­le wur­den mehr­heit­lich gar über­trof­fen. Haupt­grund ist für CS-Chef­öko­nom Mar­tin Neff, der eben­falls Asche über sein Haupt streu­te, die nicht nach­las­sen­de Mi­gra­ti­on. Der be­reits an­ge­sie­del­te Kon­su­ment sei ge­sät­tigt und we­nig preis-und ein­kom­men­selas­tisch. Zu­wan­de­rer (2010 wa­ren es rund 55 000) wei­sen ei­ne hö­he­re mar­gi­na­le Kon­sum­ra­te und ei­nen ge­wis­sen Nach­hol­be­darf (Initi­al­kon­sum) auf. Die Mi­gra­ti­on ha­be den für 2009 er­war­te­ten Ab­sturz ver­hin­dert.

Der Um­satz dürf­te sich CS zu­fol­ge 2011 mit no­mi­nal 1,5% wei­ter po­si­tiv ent­wi­ckeln, in­des oh­ne Kauf­rausch. Der Kon­sum sei in den letz­ten zehn Jah­ren nie rück­läu­fig ge­we­sen, doch wer­de ein im­mer klei­ne­rer Teil im De­tail­han­del aus­ge­ge­ben, der «Pflicht­kon­sum» stei­ge (z. B. Ver­si­che­rungs­prä­mi­en). Die Ar­beits­lo­sig­keit sei noch hö­her als in Boom­jah­ren, die Lohn­ent­wick­lung hin­ke hin­ter­her, hö­he­re Mehr­wert­steu­er und stei­gen­de Kran­ken­kas­sen­prä­mi­en fräs­sen Kauf­kraft weg. Der Kon­su­ment müs­se mitt­ler­wei­le auch in der Schweiz über den Preis bei Lau­ne ge­hal­ten wer­den, weiss Neff.

In der Pro­gno­se sei­en in­des be­reits zahl­rei­che Ri­si­ken ent­hal­ten, da­her ge­be es fak­tisch nur Auf­wärts­po­ten­zi­al – al­so Vor­sicht: Un­ter­schät­zen wir den De­tail­han­del er­neut? Mehr als die Hälf­te der Ent­schei­dungs­trä­ger der Bran­che bud­ge­tie­ren ei­nen Um­satz­an­stieg von 2%, 11% mehr Ver­kaufs­flä­che sind in Pla­nung. Auch die Wer­be­aus­ga­ben wer­den hoch­ge­fah­ren, be­son­ders im Po­int of Sa­le – die Mes­ser sind ge­wetzt.

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