Mehr Milch

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN NEW YORK - FH

Nicht vie­le Ge­sell­schaf­ten kön­nen von sich be­haup­ten, un­be­scha­det durch die Re­zes­si­on ge­kom­men zu sein. Noch we­ni­ger Kon­zer­ne ha­ben es ge­schafft, im Ab­schwung zu wach­sen. Mit­glied in die­sem ex­klu­si­ven Zir­kel ist Bal­chem (Nas­daq BCPC, 35.70 $ am Don­ners­tag, 1 Mrd. $ Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung): Seit 2003 hat das Un­ter­neh­men aus dem US-Bun­des­staat New York den Über­schuss je­des Jahr ge­stei­gert. Und ei­ni­ges spricht da­für, dass der er­freu­li­che Trend an­hält.

Seit der Grün­dung 1967 hat sich Bal­chem auf Tech­no­lo­gi­en spe­zia­li­siert, mit de­nen Nah­rungs­mit­tel­zu­sät­ze ein­ge­kap­selt wer­den kön­nen. Die spe­zi­el­le Um­hül­lung der Mo­le­kü­le er­laubt es, Wirk­stof­fe im Ver­dau­ungs­trakt ge­zielt frei­zu­set­zen – ab­hän­gig von Fak­to­ren wie dem pH-Wert oder dem Kon­takt mit En­zy­men.

Ef­fi­zi­enz­stei­ge­rung nö­tig

Zu den zen­tra­len Ein­satz­ge­bie­ten zählt die Agrar­in­dus­trie. Pro­duk­te von Bal­chem hel­fen et­wa mit, die Milch­leis­tung von Kü­hen zu er­hö­hen, da­bei aber gleich­zei­tig auch ih­re Ge­sund­heit zu ver­bes­sern. Nähr­stof­fe wie Ni­a­c­in durch­lau­fen un­be­scha­det die ein­zel­nen Kuh­mä­gen und wer­den erst im Dünn­darm ab­sor­biert, wo sie die gröss­te Wir­kung ent­fal­ten.

Mit ei­nem Um­satz­an­teil von über 60% ist Ti­er­nah­rung und -ge­sund­heit das gröss­te Kon­zern­seg­ment. Bal­chem pro­fi­tiert da­von, dass Ef­fi­zi­enz­stei­ge­run­gen in der Fleisch-und der Milch­wirt­schaft im­mer wich­ti­ger wer­den. Ge­mäss Uno muss sich die Agrar­pro­duk­ti­vi­tät bis zum Jahr 2050 um 70% er­hö­hen, da­mit die Welt­be­völ­ke­rung er­nährt wer­den kann. Zur enor­men Nach­fra­ge­stei­ge­rung trägt bei, dass in Schwel­len­märk­ten die auf­stre­ben­de Mit­tel­schicht zu ei­ner bes­se­ren und ka­lo­ri­en­rei­che­ren Er­näh­rung über­geht.

Be­reits statt­lich be­wer­tet

Zu­satz­stof­fe von Bal­chem wer­den auch in der Le­bens­mit­tel­in­dus­trie ein­ge­setzt. Sie ver­hin­dern un­er­wünsch­te che­mi­sche Re­ak­tio­nen, er­hö­hen die Halt­bar­keit und ver­rin­gern die Her­stel­lungs­kos­ten. In ver­schie­dens­ten Fleisch-und Backerzeug­nis­sen kom­men sie zum Ein­satz – ob­wohl nur die we­nigs­ten End­kon­su­men­ten je von Bal­chem ge­hört ha­ben dürf­ten.

Das drit­te Stand­bein des Kon­zerns ist die Her­stel­lung von Spe­zi­al­ga­sen. Da­zu zählt auch Ethy­len­oxid, das vor­nehm­lich im Ge­sund­heits­be­reich ein­ge­setzt wird. Es tö­tet Bak­te­ri­en, Pil­ze und Schim­mel ab und dient da­mit der Ste­ri­li­sie­rung von chir­ur­gi­schen In­stru­men­ten, Sprit­zen oder Ver­bands­ma­te­ri­al.

Für das Fis­kal­jahr 2011 er­war­tet die Ana­lys­ten­gil­de, dass Bal­chem ei­nen Ge­winn von 1.38 $ pro Ak­tie er­zielt. Mit ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis (KGV) von 26 nimmt die Be­wer­tung be­reits viel Wachs­tums­fan­ta­sie vor­weg. Tem­po­rä­re Kurs­schwä­chen kön­nen aber zum Kauf ge­nutzt wer­den. Auch ist Bal­chem or­dent­lich ka­pi­ta­li­siert: Ei­ner fast schul­den­frei­en Bi­lanz steht ein Cash­pols­ter von 65 Mio. $ ge­gen­über. Die ge­schätz­te Ren­di­te 2011 von 0,5% ist al­ler­dings recht ma­ger.

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