Part­ners Group rech­net mit wei­te­ren 4 Mrd. €

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - TH/BS

Die Zu­ger Part­ners Group ist trotz ei­ner leich­ten Ver­lang­sa­mung des Ge­schäfts im zwei­ten Se­mes­ter gut un­ter­wegs, wie sie am Don­ners­tag be­rich­te­te. Dem Neu­geld­zu­fluss von 4 Mrd. € zwi­schen Ju­li und De­zem­ber steht ein Ab­zug von le­dig­lich 0,4 Mrd. ge­gen­über, und das in Pri­vat­markt­an­la­gen ver­wal­te­te Kun­den­ver­mö­gen wur­de 2010 auf 21,4 Mrd. € (+21%) ge­stei­gert. We­gen des gros­sen An­teils von Eu­ro-und Dol­lar­an­la­gen (rund 70 bzw. 25%) reich­te es in Fran­ken ge­rech­net le­dig­lich zu ei­ner Vo­lu­men­stei­ge­rung von gut 4% auf 26,8 Mrd. Fr.

Pri­va­te Equi­ty ist mit drei Vier­teln der Ver­mö­gens­wer­te der ge­wich­tigs­te Be­reich. Be­son­ders stark ent­wi­ckel­ten sich aber Im­mo­bi­li­en-und In­fra­struk­tur­in­vest­ments, die sich an­nä­hernd ver­drei­facht ha­ben (Neu­gel­der von 1,6 Mrd. bzw. 0,6 Mrd. €). Das Un­ter­neh­men weist die Vo­lu­men­wer­te in Eu­ro aus, we­gen des ho­hen An­teils die­ser Wäh­rung. Die Rech­nungs­le­gungs­wäh­rung soll aber der Fran­ken blei­ben.

Im ver­gan­ge­nen Jahr hat Part­ners Group vier neue Fi­lia­len er­öff­net, die Be­leg­schaft wur­de um fast ein Vier­tel von 361 auf 447 auf­ge­stockt. Ein wei­te­rer Aus­bau der glo­ba­len Prä­senz ist ge­plant. Vor­ga­be für 2011 ist, mehr als 500 Mit­ar­bei­ter zu be­schäf­ti­gen. Hier­für könn­ten auch klei­ne­re Kon­kur­ren­ten mit lo­ka­ler Spe­zia­li­sie­rung als Über­nah­me­ob­jek­te in Fra­ge kom­men. Die Mar­gen im Ge­schäft sind ge­mäss Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent Al­f­red Gant­ner mo­men­tan sta­bil.

Das In­ter­es­se in­sti­tu­tio­nel­ler In­ves­to­ren und be­gü­ter­ter Pri­vat­per­so­nen an Al­ter­na­tiv­an­la­gen wird als wei­ter­hin gross be­schrie­ben. Gant­ner rech­net des­halb für die­ses Jahr mit wei­te­ren 4 bis 5 Mrd. € Kun­den­gel­dern. In ob­jek­ti­ver Sicht­wei­se darf man ihm recht ge­ben, denn in al­len Seg­men­ten des Fi­nanz­mark­tes ist der­zeit ein ge­stie­ge­ner Ri­si­ko­ap­pe­tit der An­le­ger- schaft zu er­ken­nen. Das dürf­te so blei­ben, aus­ser, ei­ne mas­si­ve Stö­rung wür­de die In­ves­to­ren­stim­mung zum Kip­pen brin­gen. Die Ge­winn­schät­zung für Part­ners Group muss wohl den­noch et­was ge­kürzt wer­den. Die Fran­ken­auf­wer­tung ver­rin­gert den Kom­mis­si­ons­er­trag des Ver­mö­gens­ver­wal­ters. Da der Net­to­über­schuss der Haupt­wäh­run­gen Eu­ro und Dol­lar quar­tals­wei­se zur Hälf­te bzw. zu 85% ab­ge­si­chert wird, konn­te der nach­tei­li­ge Wäh­rungs­ef­fekt im ver­gan­ge­nen Jahr ein­ge­dämmt wer­den.

Die Ab­si­che­rungs­pra­xis wer­de im lau­fen­den Jahr bei­be­hal­ten, wie ein Spre­cher auf An­fra­ge be­stä­tigt. «Fi­nanz und Wirt­schaft» schätzt ei­ne Aus­wei­tung des Ge­winns um 15% auf 11.50 Fr. je Ak­tie. Un­ter­stellt wird da­bei das Sze­na­rio ei­ner er­neut deut­li­chen Aus­wei­tung ver­wal­te­ter Kun­den­gel­der und ge­hal­te­ner Mar­gen.

Die Ti­tel no­tie­ren ge­mes­sen am Kurs­Ge­winn-Ver­hält­nis von 17 im obe­ren Be­reich des mehr­jäh­ri­gen Be­wer­tungs­bands. Das Kur­s­po­ten­zi­al ist kurz­fris­tig be­grenzt. Bleibt die Ver­fas­sung der Fi­nanz­märk­te in­takt, ha­ben die Ak­ti­vi­tä­ten von Part­ners Group aber bes­te Chan­cen.

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