Kräf­te­ver­schie­bun­gen er­ken­nen

Finanz und Wirtschaft - - PODIUM - RO­LAND VOGT

Be­gin­nen Preis-und Mo­men­tumver­lauf zu di­ver­gie­ren, be­ginnt ei­ne Wand­lung. Der noch herr­schen­de Trend ver­liert an Do­mi­nanz. Je nach Ge­samt­si­tua­ti­on darf dann ei­ne Wei­ter­ent­wick­lung in Form ei­ner Kon­so­li­die­rung, al­len­falls auch ei­ne Trend­wen­de er­war­tet wer­den. Die Pfei­le im Chart von CS Group mar­kie­ren ei­ne sol­che Di­ver­genz. Von Bar­clays über Com­merz­bank, UBS und Uni­credit sind bei den meis­ten eu­ro­päi­schen Bank­ak­ti­en der­zeit Kraf­tän­de­run­gen zu ver­zeich­nen. Dass auch die re­la­ti­ve Per­for­mance um­schwenkt, ver­leiht die­sen Be­ob­ach­tun­gen zu­sätz­li­che Sub­stanz.

CS Group

Im Kon­text der im ver­gan­ge­nen April ge­star­te­ten Ab­wärts­be­we­gung dürf­te ei­ne grös­se­re Er­ho­lung ein­ge­setzt ha­ben. Sie dürf­te für CS Na­men bis 47 Fr., je­doch nicht hö­her als 50 Fr. lau­fen. Die tech­ni­sche Ana­ly­se kann Ten­den­zen und Po­ten­zia­le her­aus­ar­bei­ten. Der In­ves­tor aber muss ent­schei­den, ob die Si­tua­ti­on für ihn in­ter­es­sant sein kann. Sei­ne Prä­fe­ren­zen sind es, die Han­dels­si­gna­le er­zeu­gen, nicht die Ana­ly­se selbst.

CS Group gilt es in ei­ni­gen Wo­chen noch­mals zu be­ur­tei­len. Die Fra­ge nach ei­nem nach­hal­ti­ge­ren Trend ist aber rhe­to­risch. Ein sol­cher läuft län­ger. Es ist nicht zwin­gend, von Be­ginn weg dar­an zu par­ti­zi­pie­ren. Wich­ti­ger ist ei­ne ho­he Pro­gno­se­si­cher­heit, um den Trend durch­zu­ste­hen. Da­zu müs­sen Schwä­che­pha­sen zu­ver­läs­sig als Täu­schungs­ma­nö­ver oder Kauf­chan­cen er­kannt wer­den. CS Na­men ha­ben die­sen Sta­tus noch nicht er­reicht. Sie blei­ben ein Tra­ding-Kauf, mit Auf­wer­tungs­op­ti­on.

Lindt & Sprüng­li

Auch das Ver­fas­sen ei­ner Ana­ly­se hat sei­ne Tü­cken. Wie bei Lindt & Sprüng­li im De­zem­ber: Da sind ei­ner­seits der Auf­wärts­trend, sei­ne qua­li­ta­tiv schlech­ter wer­den­den Wer­te so­wie die hö­he­ren Ak­ti­en­prei­se. An­de­rer­seits das im Ti­tel ver­sam­mel­te Pu­bli­kum, dem die Par­ty eben zu ge­fal­len be­ginnt und das von ih­rem En­de noch nichts hö­ren will. Es ar­gu­men­tiert mit neu­en Hochs und da­mit mit dem Sta­tus quo, der aber nicht auf die Zu­kunft schlies­sen lässt.

Im Chart von Lindt & Sprüng­li ist der Punkt mar­kiert, an dem die qua­li­ta­ti­ve Si­tua­ti­on im ver­gan­ge­nen De­zem­ber ins Ne­ga­ti­ve ge­kippt ist. Trends mit ei­ner qua­li­ta­tiv un­ge­nü­gen­den Tech­nik wer­den an­fäl­lig für äus­se­re Ein­flüs­se. Dar­um neh­men die Schwan­kun­gen zu, aber neue Hochs sind auch in ih­rem Zu­ge noch er­reich­bar.

Der In­ves­tor muss de­fi­nie­ren, was wich­tig für ihn ist. Wir ver­fol­gen ei­ne auf ab­so­lu­ten Re­turn und ho­he Wert­be­stän­dig­keit aus­ge­rich­te­te Stra­te­gie. Lindt & Sprüng­li wa­ren kein The­ma mehr, als sie in den De­zem­ber­wo­chen noch Preis­hoch­punk­te er­reich­ten – und dann in­ner­halb von nur sie­ben Han­dels­ta­gen auf das Ni­veau von Mit­te Ju­ni zu­rück­fie­len. Mit die­ser Stra­te­gie kann ein Trend nicht von A bis Z, aber von D bis W ab­ge­schöpft wer­den. Ak­tu­ell lie­fert der Ti­tel noch kei­ne neu­en Kauf­an­rei­ze. Das wür­de sich zwi­schen 27 500 und 28 000 Fr. än­dern. Die Mei­nung des Au­tors muss nicht mit je­ner der Re­dak­ti­on über­ein­stim­men.

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