SAP fes­tigt er­freu­li­chen Mar­gen­trend

Bran­chen­um­feld hellt sich auf – Hö­he­re Vo­lu­men und Spar­mass­nah­men schla­gen sich nie­der

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - BA

Die Ak­ti­en des deut­schen Soft­ware­pro­du­zen­ten SAP ge­hör­ten in den letz­ten Ta­gen dank der Vor­la­ge gu­ter Eck­da­ten zu den bes­se­ren Wer­ten am deut­schen Ak­ti­en­markt. Das Um­feld der Soft­ware­bran­che hat sich in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten of­fen­bar ver­bes­sert, vie­le Un­ter­neh­men schei­nen wie­der zu mehr IT-In­ves­ti­tio­nen be­reit zu sein. Schon Kon­kur­rent Ora­cle hat­te im De­zem­ber für die Pe­ri­ode Sep­tem­ber bis No­vem­ber gu­te Zah­len vor­ge­legt. Nun mel­de­te SAP für das vier­te Quar­tal gu­te Ge­schäf­te.

Gu­tes vier­tes Quar­tal

Die Wall­dor­fer er­höh­ten im Zei­t­raum Ok­to­ber bis De­zem­ber den Um­satz im Ver­gleich zur Vor­jah­res­pe­ri­ode 27% auf gut 4 Mrd. €. Ge­mäss Schät­zun­gen von Ana­lys­ten mach­te da­bei die Ak­qui­si­ti­on von Sy­ba­se rund drei bis vier Pro­zent­punk­te aus. Be­rei­nigt um Wech­sel­kur­se lag das Plus leicht un­ter 20%. Der Er­lös aus dem Ver- kauf von Soft­ware­li­zen­zen wuchs rund ein Drit­tel auf 1,5 Mrd. €, ein­schliess­lich der Ser­vice­er­lö­se ( War­tung etc.) er­reich­te das Plus 27% auf 3,3 Mrd. €. Am Markt po­si­tiv über­rascht hat vor al­lem die ope­ra­ti­ve Mar­ge (ge­mäss Non-IFRS). Sie ver­bes­ser­te sich von 35,5 auf et­wa 39%. Die Stei­ge­rung geht zu ei­nem ge­rin­gen Teil auch auf den Weg­fall von Re­struk­tu­rie­rungs­kos­ten zu­rück, die in der Ver­gleichs­pe­ri­ode et­wa 0,3 Pro­zent­punk­te aus­mach­ten. Haupt­grund dürf­ten aber das Vo­lu­men­wachs­tum so­wie Kos­ten­sen­kun­gen ge­we­sen sein.

Dank des gu­ten vier­ten Quar­tals hat das Ma­nage­ment die ei­ge­nen Pro­gno­sen (so­wie die Er­war­tun­gen der Markt­teil­neh­mer) für das Ge­samt­jahr über­trof­fen: Der Um­satz stieg 17% auf 12,45 Mrd. € und die ope­ra­ti­ve Mar­ge er­reich­te 31,5% (nach Non-IFRS). Den voll­stän­di­gen Be­richt will SAP am 26. Ja­nu­ar vor­le­gen.

Schon im Vor­quar­tal hat sich der Ver­kauf von Soft­ware­li­zen­zen er­freu­lich ent­wi­ckelt. Das vier­te Quar­tal dürf­te so­mit kein Aus­reis­ser ge­we­sen sein, son­dern ei­nen Trend be­stä­tigt ha­ben. SAP kommt dem mit­tel­fris­ti­gen Ziel ei­ner ope­ra­ti­ven Mar­ge von 35% (Non-IFRS) nä­her. In den letz­ten Jah­ren gab es an der Bör­se we­gen der Fi­nanz­kri­se, aber auch we­gen in­ter­ner Schwä­chen von SAP wie Pro­dukt­ver­zö­ge­run­gen, ge­wis­se Zwei­fel dar­an, dass das Mar­gen­ziel er­reicht wer­den kann. Die­se Skep­sis dürf­te nun mehr und mehr wei­chen. Et­li­che Ana­lys­ten ha­ben ihr Kurs­ziel für SAP je­weils von bis­her 41 bis 43 € auf 45 bis 47.50 € er­höht, et­wa Gold­man Sachs, UBS, CS, Bar­clays, West LB, Uni­credit und War­burg.

Mehr Rück­stel­lun­gen

Noch ist je­doch un­klar, wie sich die Bus­se von 1,3 Mrd. $ plus Pro­zess­kos­ten aus ei­nem Streit mit Ora­cle auf die Bi­lanz 2010 aus­wirkt. Si­cher ist nur, dass SAP die Rück­stel­lun­gen deut­lich er­hö­hen muss, was sich auf die Ebit-Mar­ge nach IFRS, die bis­her nicht vor­ge­legt wur­de, aus­wir­ken wird. Ana­lyst Andre­as Wolf von War­burg Re­se­arch rech­net mit ei­ner Er­hö­hung der Rück­stel­lung um 800 Mio. $. Kommt es hier zu kei­ner mas­si­ven Ent­täu­schung am Markt, ha­ben SAP (KGV 2011: 16) noch Kur­s­po­ten­zi­al nach oben, dank gu­ter Aus­sich­ten für die Ge­s­amt-und die Bran­chen­kon­junk­tur so­wie die Chan­cen auf Mar­gen­ver­bes­se­rung.

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