We­nig Er­mu­ti­gen­des von Posco

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - DF

Der Quar­tals­ab­schluss des welt­weit dritt­gröss­ten Stahl­her­stel­lers Posco spie­gelt die Schwie­rig­kei­ten, mit de­nen die Stahl­bran­che nach wie vor zu kämp­fen hat. Dem süd­ko­rea­ni­schen Mul­ti setz­te nicht nur die er­neu­te Ver­teue­rung von Roh­ma­te­ria­li­en wie Ei­sen­erz und Koks­koh­le zu, son­dern auch die ge­drück­te Nach­fra­ge nach Stahl. Der ope­ra­ti­ve Ge­winn brach ge­gen­über dem Vor­jahr 60% auf 653 Mrd. Won (570 Mio. Fr.) ein, wo­mit die Un­ter­neh­mens­pro­gno­se von rund 800 Mrd. Won deut­lich ver­fehlt wur­de. Ana­lys­ten hat­ten im Durch­schnitt gar 950 Mrd. Won er­war­tet.

Die ope­ra­ti­ve Mar­ge er­reich­te ge­mes­sen an ei­nem Um­satz von 9176 Mrd. Won 7%, was für Posco ein­deu­tig zu tief ist. Der Kon­zern, der zu den ef­fi­zi­en­tes­ten Stahl­her­stel­lern ge­hört, ist sich Mar­gen im deut­lich zwei­stel­li­gen Pro­zent­be­reich ge­wohnt. Im Ge­samt­jahr, in dem der Um­satz 21% auf 32,6 Bio. Won (28,3 Mrd. Fr.) und der ope­ra­ti­ve Ge­winn gar 60% auf 5 Bio. Won stieg, wur­den 15% er­reicht. Das ist bes­ser als im glo­ba­len Kri­sen­jahr (12%), aber un­ter den Er­war­tun­gen bei­spiels­wei­se von Cre­dit Suis­se, de­ren Ana­lys­ten mit 17% ge­rech­net hat­ten. In den Boom­jah­ren 2007 und 2008 be­trug die Ge­winn­span­ne von Posco 19 bzw. 21%.

Im lau­fen­den Jahr will Posco trotz hart­nä­cki­ger Über­ka­pa­zi­tä­ten im Stahl­sek­tor – Schät­zun­gen zu­fol­ge sind die Stahl­wer­ke welt­weit nach wie vor nur zu 75% aus­ge­las­tet – den Um­satz 11% auf 36 Bio. Won stei­gern. We­gen des Über­an­ge­bots dürf­te es dem Un­ter­neh­men aber wei­ter­hin schwer­fal­len, die stei­gen­den Roh­wa­ren­kos­ten auf die Kun­den zu über­wäl­zen. Auf Ba­sis der für das ers­te Quar­tal aus­ge­han­del­ten Kon­trak­te ver­teu­er­te sich der Roh­wa­ren­mix für die Stahl­bran­che ge­mäss Cre­dit Suis­se um 8%. Im zwei­ten Quar­tal dürf­te die Zu­nah­me we­gen der Flut­ka­ta­stro­phe im aus­tra­li­schen Queens­land, das die wich­tigs­te För­der­re­gi­on für Koks­koh­le ist (vgl. Sei­te 35), noch hö­her aus­fal­len.

Ein En­ga­ge­ment in Posco for­dert wei­ter­hin Ge­duld. We­gen des schwa­chen Bran­chen­um­felds ver­lo­ren die Ti­tel letz­tes Jahr 21%. An­le­ger sind der­zeit bes­ser be­dient mit Ak­ti­en aus dem Kreis der Stahl­ab­neh­mer wie des auf­stre­ben­den ko­rea­ni­schen Au­to­bau­ers Hy­un­dai Mo­tors.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.