Ein ge­winn­brin­gen­des Ge­schäft

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN/DEVISEN - AN

Seit dem Hö­he­punkt der grie­chi­schen Schul­den­kri­se kauft die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB) re­gel­mäs­sig vor al­lem grie­chi­sche, por­tu­gie­si­sche und iri­sche Staats­an­lei­hen auf, um die Märk­te zu be­ru­hi­gen. Ver­gan­ge­ne Wo­che er­warb sie Pa­pie­re für 2,3 Mrd. €. Seit Ju­ni hat sie auf die­se Wei­se Staats­an­lei­hen der Pe­ri­phe­rie im Um­fang von 74 Mrd. € in ihr Porte­feuille ge­holt. Da­mit über­tref­fen die Ein­grif­fe be­reits das ers­te Bond­kauf­pro­gramm der EZB, das im Mai 2009 lan­ciert wor­den war: Der Kauf von Pfand­brie­fen (Co­ve­r­ed Bonds) ab Ju­li 2009 bis En­de Ju­ni 2010 über 60 Mrd. €.

Mit dem Co­ve­r­ed Bond Purcha­sing Pro­gram (CBPP) be­trat die EZB Neu­land. Sie ent­fern­te sich von der Funk­ti­on als neu­tra­ler Schieds­rich­ter und tauch­te in die Grau­zo­ne ein, wo sie als Markt­ak­teur und Len­der of Last Re­sort wirkt. Nun hat die EZB ein Re­sü­mee des CBPP ver­öf­fent­licht (ECB Oc­ca­sio­nal Pa­per 122). Sie kauf­te 422 An­lei­hen. Da­bei er­warb sie längst nicht nur aus­ste­hen­de Pa­pie­re. Al­lein 27% wur­den of­fi­zi­ell frisch ab Emis­si­on ein­ge­sackt, die in­of­fi­zi­el­le Quo­te dürf­te weit dar­über lie­gen. Der Schwerpunkt be­traf Lauf­zei­ten von drei bis sie­ben Jah­ren. Die Pri­mär­markt­käu­fe brach­ten das Emis­si­ons­ka­rus­sell von Co­ve­r­ed Bonds in Schwung. Al­ler­dings ging das zu­las­ten an­de­rer An­lei­hen. Der Ge­samt­markt wur­de nicht be­lebt.

Die Ren­di­ten von Co­ve­r­ed Bonds der Eu­ro­zo­ne fie­len dank CBPP 12 Ba­sis­punk­te tie­fer aus. Die Wir­kung stell­te sich be­reits ein, als das Pro­gramm an­ge­kün­digt wur­de. Denn als die EZB die Bonds kauf­te, be­trach­te­te der Markt das nur als Ein­lö­sung des Ver­spre­chens. Es sei­en kei­ne wei­te­ren Kurs­ver­bes­se­run­gen zu ver­zeich­nen ge­we­sen, be­rich­tet die EZB. Ab­ge­se­hen da­von frass die Staats­schul­den­kri­se den Ren­di­te­ge­winn auf.

Die Ti­tel wer­den bis Ver­fall ge­hal­ten. Ihr Er­trag sei deut­lich hö­her als das fi­nan­zi­el­le Ri­si­ko. Des­halb geht die EZB in­zwi­schen von ei­nem «höchst­wahr­schein­lich ge­winn­brin­gen­den En­ga­ge­ment für das Eu­ro­sys­tem» aus.

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