Saf­ti­ge Sa­che

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN NEW YORK - FH

«Ma­de in Chi­na» ge­niesst ei­nen zwei­fel­haf­ten Ruf. Dass aber seit Jah­ren ein be­deu­ten­der Teil der Kon­sum­elek­tro­nik aus dem Reich der Mit­te stammt, wird häu­fig über­se­hen. So ist es im PC-Markt auf­grund des ho­hen Kos­ten­drucks nor­mal, dass Rech­ner in Chi­na ge­fer­tigt wer­den, am En­de je­doch un­ter dem Na­men der Auf­trag­ge­ber wie Dell oder Hew­let­tPa­ckard in die Re­ga­le kom­men.

Mit der Rol­le als rei­ne Zu­lie­fe­rer ge­ben sich vie­le chi­ne­si­sche Auf­trags­fer­ti­ger (Ori­gi­nal Equip­ment Ma­nu­fac­tu­rer) nicht mehr zu­frie­den. Vor al­lem im Heim­markt wol­len sie mit ei­ge­nen Mar­ken Fuss fas­sen. Die­sen Weg, der hö­he­re Mar­gen ver­spricht, geht die am Nas­daq ko­tier­te Deer Con­su­mer Pro­ducts (DEER, 11.08 $ am Mon­tag, 372 Mio. $ Bör­sen­wert).

Wech­sel der Stra­te­gie

Deer Con­su­mer Pro­ducts ent­wirft und fer­tigt ei­ne brei­te Pa­let­te von Kü­chen­ge­rä­ten. Spe­zia­li­siert hat sich der 1994 ge­grün­de­te Kon­zern auf elek­tri­sche Mi­xer und Saft­pres­sen. 2000 Ar­beit­neh­mer be­schäf­tigt er am Pro­duk­ti­ons­ort in Yang­jiang. Die ope­ra­ti­ven Fä­den lau­fen in der Zen­tra­le in Shen­zhen zu­sam­men.

In den ers­ten Jah­ren nach der Grün­dung be­tä­tig­te sich Deer aus­schliess­lich als Auf­trags­fer­ti­ger für nam­haf­te Un­ter­neh­men wie Ken­wood, Black & De­cker oder Bet­ty Cro­cker. An­ge­sichts der im­mer zah­lungs­kräf­ti­ge­ren chi­ne­si­schen Mit­tel­schicht ent­schied sie sich, den hei­mi­schen Markt fort­an auch di­rekt zu be­lie­fern. Der An­fang 2009 voll­zo­ge­ne Stra­te­gie­wech­sel hat be­reits Früch­te ge­tra­gen. Im lau­fen­den Ge­schäfts­jahr dürf­te der Ab­satz in Chi­na über 50% zum Ge­samt­um­satz bei­steu­ern. Mit dem Wachs­tum kommt Deer klar: En­de 2010 hat die Ge­sell­schaft die Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tät ver­dop­pelt – auf 28 Mio. Ge­rä­te pro Jahr.

Ein­träg­li­che Ko­ope­ra­tio­nen

In 140 Zweigstellen des chi­ne­si­schen De­tail­händ­lers Go­me wer­den Kü­chen­ge­rä­te von Deer ver­kauft. Auch das In­ter­net ge­winnt als di­rek­ter Ab­satz­ka­nal an Be­deu­tung. Ei­ne ein­träg­li­che Ko­ope­ra­ti­on hat man zu­dem mit der gros­sen Elek­tro­nik­ket­te Su­ning ge­schlos­sen, die in 700 Lä­den Pro­duk­te un­ter dem ei­ge­nen Na­men ver­treibt, die von Deer ge­fer­tigt wer­den.

Ana­lys­ten trau­en dem Kon­zern zu, den Über­schuss 2011 ge­gen­über dem Vor­jahr um über 30% aus­zu­wei­ten. Auf Ba­sis der durch­schnitt­li­chen Ge­winn­schät­zung von 1.15 $ pro Ak­tie wird die Ge­sell­schaft mit ei­nem at­trak­ti­ven Kurs­Ge­winn-Ver­hält­nis (KGV) von 10 be­wer­tet. Für Deer spricht auch die so­li­de Ka­pi­ta­li­sie­rung: En­de ab­ge­schlos­se­nes Quar­tal ver­füg­te sie – bei ei­ner bei­na­he schul­den­frei­en Bi­lanz – über ein Geld­pols­ter von 56 Mio. $. Das ent­spricht rund 1.62 $ pro An­teils­schein.

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