Cemex ge­ben Ter­rain preis

LATEIN­AME­RI­KA Un­ein­heit­lich

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN ÜBERSEE - SB

An den gros­sen la­tein­ame­ri­ka­ni­schen Bör­sen herrsch­te in der zwei­wö­chi­gen Be­richts­pe­ri­ode vor­sich­ti­ger Op­ti­mis­mus. Er wur­de nicht zu­letzt da­durch be­flü­gelt, dass es Por­tu­gal ge­lang, neue Staats­an­lei­hen zu pla­zie­ren. Das nähr­te un­ter den la­tein­ame­ri­ka­ni­schen In­ves­to­ren die Hoff­nung, dass die Schul­den­kri­se im Eu­ro­raum we­ni­ger gra­vie­rend sei als zu­nächst an­ge­nom­men.

Vor al­lem in Me­xi­ko nah­men die Markt­teil­neh­mer aus­ser­dem mit Ge­nug­tu­ung zur Kennt­nis, dass sich die In­dus­trie­tä­tig­keit in den USA in den ver­gan­ge­nen Wo­chen be­schleu­nigt hat. Me­xi­ko wi­ckelt 80% des Aus­sen­han­dels mit sei­nem nörd­li­chen Nach­barn ab.

Bo­ve­s­pa be­haup­tet sich

Ge­gen En­de der Be­richts­pha­se setz­ten Ge­winn­mit­nah­men ein, so­dass die meis­ten In­di­zes leicht ins Mi­nus rut­schen. Der IPC in Me­xi­ko schloss am Mon­tag auf 38 097, wo­mit er ins­ge­samt 1,3% ein­büss­te. Der Mer­val in Bu­e­nos Ai­res sank per sal­do 1,7% auf 3563 und der Ip­sa in San­tia­go de Chi­le 0,6% auf 4933. Ein­zig der Bo­ve­s­pa in São Pau­lo schloss im Plus (+1% auf 70 609).

Cemex, der welt­weit dritt­gröss­te Her­stel­ler von Ze­ment und Bau­ma­te­ria­li­en, hofft, den Streit mit der ve­ne­zo­la­ni­schen Re­gie­rung in Kür­ze bei­le­gen zu kön­nen. Im Zu­ge der von Prä­si­dent Hu­go Chá­vez be­trie­be­nen Ent­eig­nungs­po­li­tik sind auch die Ak­ti­va des me­xi­ka­ni­schen Kon­zerns ver­staat­licht wor­den. Die Ana­lys­ten des Fi­nanz­dienst­leis­ters Me­t­ana­li­sis ge­hen da­von aus, dass ei­ne Ei­ni­gung den Ti­teln Auf­trieb ver­leiht, und spra­chen ei­ne Kauf­emp­feh­lung aus. Im Zwei­wo­chen­ver­gleich ga­ben Cemex al­ler­dings fast 7% nach.

Der Fi­nanz­dienst­leis­ter In­vex er­war­tet, dass der Um­satz des Bau­un­ter­neh­mens Ur­bi (Ak­ti­en +1%) im lau­fen­den Jahr um 10% steigt. 2012 sei mit ei­nem Zu­wachs von 14% zu rech­nen. Die Ana­lys­ten emp­fah­len Ur­bi mit ei­nem Zwölf­mo­nats­kurs­ziel von 35 Pe­sos zum Kauf. Das ent­spricht ei­nem Auf­wärts­po­ten­zi­al von 20%. Die im IPC am höchs­ten ge­wich­te­ten Wer­te des Mo­bil­funk­an­bie­ters Amé­ri­ca Móvil ver­lo­ren in der Be­richts­pe­ri­ode 1%.

Va­le und Em­bra­er fa­vo­ri­siert

Ana­lys­ten des staat­li­chen Fi­nanz­in­sti­tuts Ban­co do Bra­sil be­zeich­ne­ten die Wer­te von Va­le im mit Blick auf 2011 als be­son­ders ge­winn­träch­tig, weil das Berg­bau­un­ter­neh­men mit ei­ner an­hal­tend ho­hen Nach­fra­ge Chi­nas rech­nen kön­ne. Ins­ge­samt avan­cier­ten die Ak­ti­en des welt­weit gröss­ten Ei­sen­erz­pro­du­zen­ten 6%. Der pa­ra­staat­li­che Ener­gie­kon­zern Pe­tro­bras (Ak­ti­en +1,7%) gab be­kannt, dass sei­ne Erd­öl­re­ser­ven 2010 dank be­deu­ten­der Fun­de um 7,5% zu­ge­nom­men ha­ben.

Die Ak­ti­en des Flug­zeug­her­stel­lers Em­bra­er schos­sen an ei­nem ein­zi­gen Han­dels­tag 10% in die Hö­he, nach­dem sie Gold­man Sachs mit Nach­druck emp­foh­len hat­te. Das Bau­un­ter­neh­men MRV En­gen­ha­ria ver­moch­te den Um­satz im letz­ten Quar­tal des ver­gan­ge­nen Jah­res ver­gli­chen mit 2009 um 53% zu stei­gern. Ana­lys­ten spra­chen von ei­nem äus­serst er­freu­li­chen Er­geb­nis. Die Ak­ti­en blie­ben im Zwei­wo­chen­ver­gleich sta­bil.

Gui­do Mac­chi, Chef­ana­lyst ei­nes Fi­nanz­dienst­leis­ters in Bu­e­nos Ai­res, ist zu­ver­sicht­lich, dass sich der Mer­val im Ver­lauf der nächs­ten Wo­chen er­freu­lich ent­wi­ckeln wird: «Es müss­te sehr schlech­te lo­ka­le Nach­rich­ten ge­ben, um dar­an et­was zu än­dern», sag­te er. Die ar­gen­ti­ni­schen Bank­ak­ti­en lit­ten un­ter Ge­winn­mit­nah­men. Zu den Ver­lie­rern ge­hör­ten auch Te­na­ris. Der Kurs des Mer­val-Schwer­ge­wichts fiel per sal­do 5%.

Der chi­le­ni­sche De­tail­händ­ler Cen­co­sud pla­zier­te 5,7%-An­lei­hen mit zehn­jäh­ri­ger Lauf­zeit im Vo­lu­men von 750 Mio. $. Ana­lys­ten zu­fol­ge kann das Un­ter­neh­men da­durch sei­ne ag­gres­si­ve Ex­pan­si­on in an­de­ren la­tein­ame­ri­ka­ni­schen Län­dern be­schleu­ni­gen. Die Ak­ti­en ga­ben im Zwei­wo­chen­ver­gleich 5% nach. Ge­sucht wa­ren die Ti­tel der Flug­ge­sell­schaft Lan. Sie ge­wan­nen 3,5%.

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