Jahr der Wan­del­an­lei­hen

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN ÜBERSEE - EMCORE AS­SET MA­NAGE­MENT

Die Ren­di­ten von An­lei­hen der spe­ku­la­ti­ven Qua­li­tät (Non In­vest­ment Gra­de) ha­ben im ver­gan­ge­nen Jahr – im Zu­ge der gna­den­lo­sen Su­che nach Per­for­mance – re­kord­tie­fe Ni­veaus er­reicht. In den letz­ten Wo­chen 2010 und in den ers­ten bei­den Wo­chen des lau­fen­den Jah­res ha­ben hoch­ver­zins­li­che An­lei­hen (High Yield Bonds) nun die ers­ten Schwä­che­sym­pto­me ge­zeigt. High Yield Bonds be­we­gen sich klar im Ein­klang mit den an­zie­hen­den Ren­di­ten von Staats­an­lei­hen. Im ver­gan­ge­nen Jahr stamm­te der gröss­te po­si­ti­ve Per­for­man­ce­bei­trag im Be­reich Wan­del­an­lei­hen von der Kre­dit­qua­li­tät. Dem­ent­spre­chend re­sul­tier­te ei­ne deut­li­che Mehr­ren­di­te der spe­ku­la­ti­ven Qua­li­tät zur An­la­ge­qua­li­tät (In­vest­ment Gra­de). Soll­te das Na­tur­ge­setz – das hö­he­re Ri­si­ko des spe­ku­la­ti­ven Be­reichs schlägt sich in ei­ner ent­spre­chend hö­he­ren Ren­di­te nie­der – Be­stand ha­ben, dürf­te sich der be­reits ein­ge­eng­te Kre­dit­spre­ad nicht mehr merk­lich wei­ter ver­klei­nern. Da­durch fin­den sich auch in der An­la­ge­klas­se der Wand­ler im Be­reich der An­la­ge­qua­li­tät die bes­se­ren An­la­ge­mög­lich­kei­ten. Zu­sätz­lich dürf­te im lau­fen­den Jahr der Haupt­per­for­man­ce­trei­ber Ak­ti­en die Kre­dit­qua­li­tät ab­lö­sen und den gröss­ten Ren­di­te­bei­trag leis­ten.

Nach ei­nem ver­hal­te­nen Start ins neue Jahr ha­ben in der zwei­ten Ja­nu­ar­wo­che die Ak­ti­en­märk­te Fahrt auf­ge­nom­men. In­ter­es­sant hier­bei ist, dass in den ers­ten Han­dels­ta­gen im Be­reich der In­vest­ment­Gra­de-Wan­del­an­lei­hen an je­dem Tag net­to das Kauf­in­ter­es­se grös­ser aus­fiel als auf der Ver­käu­fer­sei­te. Im Ak­ti­en­be­reich lag der An­le­ger­fo­kus auf Bank­ti­teln, die in den ers­ten zehn Han­dels­ta­gen 2011 schon deut­lich über 10% zu­le­gen konn­ten. An­ge­führt wird die Ge­win­ner­lis­te von den süd­eu­ro­päi­schen Ban­ken. Denn nach­dem die Staats­an­lei­hen­auk­tio­nen Por­tu­gals, Spa­ni­en und Ita­li­ens bes­ser als er­war­tet ver­lau­fen wa­ren, er­hol­te sich das Ver­trau­en. Die­se po­si­ti­ve­re Stim­mung dürf­te von den An­le­gern je­doch noch­mals und mehr­mals ak­tiv ge­prüft wer­den.

Wan­del­an­lei­hen bie­ten je­des Jahr Mög­lich­kei­ten – im lau­fen­den Jahr je­doch ver­mehrt: Ih­re im­pli­zi­te Vo­la­ti­li­tät han­delt der­zeit auf tie­fen Ni­veaus, im Ge­gen­satz zu den Schwan­kungs­brei­ten der De­vi­sen­und der Kre­dit­de­ri­va­te. Aus die­sem Grund wer­den Wand­ler vom Kräf­te­mes­sen am De­vi­sen-und am Ak­ti­en­markt pro­fi­tie­ren. Die­ser Kampf dürf­te je­doch mit kurz­fris­ti­gen In­ter­val­len ein­her­ge­hen. Das rückt un­se­rer Mei­nung nach den Be­darf von ak­ti­vem Ma­nage­ment mit Fo­kus auf Wand­ler der An­la­ge­qua­li­tät in den Vor­der­grund. Der er­folg­rei­che Ma­na­ger kann dann mög­li­cher­wei­se im Rück­blick 2011 vom «Jahr der Wan­del­an­lei­hen» spre­chen.

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