Bes­se­re Jah­re für Pri­vat­ban­ken

Gros­se Hoff­nun­gen für Re­sul­ta­te 2010 – War­ten auf die Rück­kehr der An­le­ger an den Markt – Ak­ti­en sind nicht zu teu­er

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - THO­MAS WYSS

DVor der Wen­de

Neue Gel­der

ie Ver­ei­ni­gung Schwei­ze­ri­scher Pri­vat­ban­kiers war an ih­rem Me­di­en­ge­spräch in der ver­gan­ge­nen Wo­che in Bern in Be­zug auf das Um­feld op­ti­mis­ti­scher als noch vor kur­zer Zeit (vgl. «Fi­nanz und Wirt­schaft Nr. 4 vom 15. Ja­nu­ar). Die so ma­ni­fes­tier­te Zu­ver­sicht der drei­zehn bes­tens ver­netz­ten und po­li­tisch ein­fluss­rei­chen Mit­glieds­ban­ken wirft ein Schlag­licht auf die ko­tier­ten Schwei­zer Ver­mö­gens­ver­wal­ter.

Die Chan­cen, dass die in den nächs­ten Wo­chen an­ste­hen­den Re­sul­ta­te für das ver­gan­ge­ne Jahr die Er­war­tun­gen über­tref­fen wer­den, ste­hen gar nicht so schlecht. Und die Wahr­schein­lich­keit, dass das lau­fen­de Jahr so­gar noch bes­ser sein wird als 2010, ist gross. Ein­fach wa­ren die ver­gan­ge­nen Jah­re für die Pri­vat­ban­ken und Ver­mö­gens­ver­wal­ter kei­nes­wegs. Die Fi­nanz­kri­se und die ra­di­ka­le Um­stel­lung und die Neu­ori­en­tie­rung des Fi­nanz­plat­zes Schweiz ver­un­si­cher­ten die Ban­ker und vor al­lem die Kun­den. Die­se zo­gen und zie­hen es vor, ihr Geld in li­qui­der Form zu hal­ten, was ne­ga­ti­ve Fol­gen für die Mar­gen der Pri­vat­ban­ken und Ver­mö­gens­ver­wal­ter muss.

Al­ler­dings zeigt nicht zu­letzt der Blick zu­rück, dass die Kun­den schon bald wie­der mehr Ri­si­ko­ap­pe­tit ent­wi­ckeln könn­ten – und zwar aus ei­ner gan­zen Rei­he von Grün­den. Zu­erst ein­mal kann, fast los­ge­löst von der ma­kro­öko­no­mi­schen Ent­wick­lung, da­von aus­ge­gan­gen wer­den, dass nach ei­ner ge­wis­sen Zeit die Gier die Angst in den Hin­ter­grund drängt. Nach dem Plat­zen der In­ter­net-Bla­se An­fang der letz­ten De­ka­de dau­er­te es zwei Jah­re, bis die An­le­ger en Mas­se an die Bör­se zu­rück­kehr­ten. Die­se «Schon­frist» ist ab­ge­lau­fen. Im März jährt sich die Wen­de zum zwei­ten Mal.

Ei­ne Wie­der­be­le­bung der Märk­te muss sich güns­tig auf den Ge­winn von Pri­vat­ban­ken und Ver­mö­gens­ver­wal­tern aus­wir­ken. Mehr Han­dels­ak­ti­vi­tä­ten spie­geln sich in hö­he­ren Mar­gen. Dass die Zin­sen im lau­fen­den Jahr stei­gen, kann eben­falls nicht aus­ge­schlos­sen wer­den. Auch das hät­te po­si­ti­ve Kon­se­quen­zen auf die Mar­gen. Nun lässt sich ar­gu­men­tie­ren, dass in ei­nem bes­se­ren Um­feld auch die Kos­ten und vor al­lem die Löh­ne stei­gen wer­den. Doch der freie Per­so­nen­ver­kehr mit der Eu­ro­päi­schen Uni­on wird in die­ser Be­zie­hung brem­send wir­ken. Was die Ba­sis, die ver­wal­te­ten Ver­mö­gen, be­trifft, so scheint eben­falls ver­hal­te­ner Op­ti­mis­mus am Platz zu sein. Die bes­se­re Bör­sen­stim­mung im ver­gan­ge­nen Jahr hat, ge­kop­pelt mit dem be­son­ders ge­gen-

Pri­va­te­ban­ker und Ver­mö­gens­ver­wal­ter über dem Eu­ro star­ken Fran­ken – den An­le­gern in Er­in­ne­rung ge­ru­fen, wie si­cher An­la­gen in der Schweiz ge­parkt wer­den kön­nen, al­so ei­nen sti­mu­lie­ren­den Ef­fekt auf die Ver­mö­gen un­ter Ver­wal­tung. Zu­dem konn­te der Ab­fluss von Kun­den­gel­dern aus die­sen Über­le­gun­gen, aber auch mit Blick auf das neue re­gle­men­ta­ri­sche Um­feld ganz of­fen­sicht­lich ver­zö­gert und ver­hin­dert wer­den. Ge­ra­de in die­ser Be­zie­hung ist auch für das lau­fen­de und das kom­men­de Jahr Zu­ver­sicht am Platz. Die Chan­ce, dass die Ab­gel­tungs-und Ablass­steu­er für den Fi­nanz­platz Schweiz zu ei­nem Er­folg wird, ist gross (vgl. Leit­ar­ti­kel von Stän­de­rat Rolf Schwei­ger auf Sei­te 1). Ers­te Wahl sind die Ak­ti­en der drei Ver­mö­gens­ver­wal­ter Von­to­bel, Ju­li­us Bär und Sa­ra­sin – wenn auch aus un­ter­schied­li­chen Über­le­gun­gen. Von­to­bel lo­cken mit ei­ner ho­hen Di­vi­den­de von über 4%, bie­ten Zu­gang zu den drei Ge­schäfts­be­rei­chen As­set Ma­nage­ment, In­vest­ment Ban­king so­wie Pri­va­te Ban­king und könn­ten von der Er­neue­rung an der Spit­ze pro­fi­tie­ren. Ju­li­us Bär sind ein «Pu­re Play» mit Ak­ti­en­rück­kauf­fan­ta­sie. Sa­ra­sin spre­chen auf Nach­hal­tig­keit aus­rich­te­te An­le­ger an und bie­ten Über­nah­me­fan­ta­sie.

Auf zu neu­en Ta­ten:

(hier in Genf ) rich­ten sich auf ein neu­es Um­feld ein.

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