Ri­che­monts Weih­nach­ten

Ein Drit­tel mehr Um­satz im ers­ten Quar­tal – Wech­sel­kur­se be­las­ten – Ak­ti­en hal­ten

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - WOLF­GANG GAM­MA

Der Lu­xus­gü­ter­her­stel­ler Ri­che­mont hat im Weih­nachts­quar­tal den Um­satz be­mer­kens­wer­te 33% auf 2,1 Mrd. € ge­stei­gert. Wech­sel­kurs­ef­fek­te tru­gen 10% zum Wachs­tum bei, die Ak­qui­si­ti­on des On­line-Mo­de­an­bie­ters Net-à-Por­ter 4%. Das or­ga­ni­sche Wachs­tum er­reich­te 19%. Die­ser Wert liegt nur we­nig un­ter den im ers­ten Halb­jahr ver­zeich­ne­ten 22%. We­gen der schwie­ri­ge­ren Ver­gleichs­ba­sis war ei­ne fla­che­re Zu­nah­me zu er­war­ten.

Dass die Ak­ti­en Ri­che­mont am Mon­tag trotz der leicht über den Markt­er­war­tun­gen lie­gen­den Zah­len nach­ga­ben, liegt am Aus­blick. Der für sei­ne Vor­sicht be­kann­te VR-Prä­si­dent und CEO Jo­hann Ru­pert ver­wies in der Me­di­en­mit­tei­lung auf die hö­he­re Ver­gleichs­ba­sis im Schluss­quar­tal. Zu­dem wer­de die Fran­ken­stär­ke die Brut­to­mar­ge be­las­ten. Die Pro­duk­ti­ons­kos­ten in Fran­ken (Uh­ren) sind er­heb­lich, ein be­trächt­li­cher Teil (Le­der­wa­ren, Schmuck) fällt je­doch in Eu­ro an, was den Wäh­rungs­ein­fluss min­dert. Swatch Group ist dies­be­züg­lich ex­po­nier­ter.

Asi­en un­ge­bremst

Eu­ro­pa (791 Mio. € Um­satz, +17% zu kon­stan­ten Wech­sel­kur­sen) war die ver­kaufs­stärks­te Re­gi­on im drit­ten Quar­tal. Asi­en­Pa­zi­fik folg­te mit 772 Mio. € knapp da­hin­ter. Sie wuchs mit 42% zu kon­stan­ten Wech­sel­kur­sen ra­scher als im ers­ten Halb­jahr. Die In­ves­ti­tio­nen in das Ver­triebs­netz vor al­lem in Chi­na zahl­ten sich aus. In Ame­ri­ka (+17% auf 311 Mio. €) war der Ba­sis­ef­fekt spür­bar. Ganz ge­mäss Ri­che­monts Ab­sicht, die Ein­zel­han­dels­schie­ne zu stär­ken, über­traf der Re­tail­um­satz erst­mals das Gross­han­dels­ge­schäft.

Der gröss­te Ge­schäfts­be­reich Schmuck (Car­tier, Van Cleef & Ar­pels) hielt das Wachs­tums­tem­po aus dem ers­ten Halb­jahr bei­na­he (+20% be­rei­nigt auf 1,09 Mrd. €). In den Seg­men­ten Uh­ren (+21%) und Schrei­bin­stru­men­te (+12%) ge­lang das nicht ganz.

Fla­che­rer Kurs­ver­lauf

Dank der durch­weg zwei­stel­li­gen Zu­wachs­ra­ten hat Ri­che­mont in neun Mo­na­ten mit 5,36 Mrd. € Um­satz be­reits mehr ver­kauft als im gan­zen Ge­schäfts­jahr 2009/10 (5,17 Mrd. €). We­gen des ho­hen Cash­flows stieg die Net­to­li­qui­di­tät per En­de De­zem­ber auf 2,2 Mrd. €. Wir he­ben die Ge­winn­schät­zung von 2.70 auf 2.80 Fr. je Ak­tie an. 2011/12 ist ei­ne Stei­ge­rung auf 3.10 Fr. mög­lich. Der Asi­en- boom dürf­te sich fort­set­zen, und die in Genf ge­zeig­ten Neu­hei­ten sties­sen auf re­ges In­ter­es­se (vgl. Kas­ten). Das sind In­di­zi­en da­für, dass die Ak­ti­en Ri­che­mont wei­ter­hin ge­fragt sein wer­den. Da­bei­blei­ben soll­te sich für die An­le­ger loh­nen. Ein fla­che­rer Kurs­ver­lauf kann je­doch nicht über­ra­schen.

Mar­gen­star­ke Mar­ken wie Car­tier mach­ten im Weih­nachts­ge­schäft be­son­ders gu­te Fi­gur.

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