Uh­ren­mes­se Genf – schlicht und teu­er

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - KK

Noch bis Frei­tag ist Genf die Hoch­burg des Lu­xus. Vom 17. bis 21. Ja­nu­ar fin­det dort der 21. Sa­lon In­ter­na­tio­nal de la Hau­te Hor­lo­ge­rie statt. An die­ser von Ri­che­mont or­ga­ni­sier­ten Ein­käu­fer­mes­se sind neun­zehn Uh­ren-und Schmuck­mar­ken ver­tre­ten.

Nach­dem die Uh­ren­in­dus­trie 2009 auf­grund der Welt­wirt­schafts­kri­se schwie­ri­ge Zei­ten durch­lebt hat, hat sie 2010 – selbst für vie­le Bran­chen­ver­tre­ter über­ra­schend – ein sehr gu­tes Jahr hin­ter sich (vgl. Text zu Ri­che­mont). Ob­wohl kei­ne der Kon­zern­mar­ken de­tail­lier­te Um­satz­zah­len mel­det, spra­chen al­le von ei­nem teil­wei­se ex­zel­len­ten Ge­schäfts­gang. Ein­zig Au­de­mars Pi­guet gab ei­nen Blick in die Bü­cher preis. 2010 wur­den mit über 25 000 Uh­ren, nach ei­nem leich­ten Ein­bruch 2009, wie­der so vie­le ver­kauft wie im Boom­jahr 2008.

Am Sa­lon macht sich ei­ne be­son­de­re Fol­ge der Kri­se be­merk­bar: Nach den ex­zes­si­ven Gla­mour­jah­ren kehrt Sch­licht­heit ein. Sämt­li­che Mar­ken ha­ben ih­re Kol­lek­tio­nen über­ar­bei­tet. Die Grös­se der Ge­häu­se wur­de auf trag­ba­re Di­men­sio­nen re­du­ziert, und die Zif­fer­blät­ter sind nun von ei­ner auf­ge­räum­ten Ables­bar­keit. Im Vor­der­grund ste­hen wie­der Trag­bar­keit und All­tags­taug­lich­keit. Da­bei ver­ste­cken sich die wah­ren Wer­te im In­nern. Wäh­rend der Kri­se ha­ben die Häu­ser ih­re Ent­wick­lung for­ciert und die Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tä­ten aus­ge­baut. Fast al­le Mar­ken krö­nen ih­re Kol­lek­ti­on mit ei­ge­nen Ma­nu­fak­tur­ka­li­bern und Kom­pli­ka­tio­nen in höchs­ten Preis­la­gen. Die Prei­se der neu­en Mo­del­le ha­ben sich nach oben be­wegt.

In die Eu­pho­rie über die schnel­le Er­ho­lung der Bran­che mi­schen sich war­nen­de Stim­men. 2011 dürf­te ein Jahr der Her­aus­for­de­rung wer­den, sind sich Mar­ken­ver­tre­ter und Ein­käu­fer ei­nig. Als ei­ner der gröss­ten Warner zeigt sich da­bei Je­an-Clau­de Bi­ver, Chef von Hu­blot. Er hat­te im Kri­sen­jahr 2009 als ei­ner von we­ni­gen mas­siv in den Mar­ken­aus­bau in­ves­tiert und von der schnel­len Er­ho­lung pro­fi­tiert. Die gröss­te Ge­fahr sieht Bi­ver in der Ver­schul­dung der Staa­ten. Die De­vi­sen­tur­bu­len­zen sind für ihn An­zei­chen da­für, dass die Staa­ten ih­re Wäh­run­gen als pro­tek­tio­nis­ti­sches In­stru­ment ein­set­zen, um die ei­ge­ne Ex­port-und Wirt­schafts­kraft zu schüt­zen. Wei­ter könn­te ei­ne hö­he­re Steu­er­be­las­tung die Kon­sum­kraft bre­chen, v. a. in Eu­ro­pa und den USA.

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