Hoff­nung in neu­en Ro­che-CFO

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - MA

Der Ab­gang von Ro­che-Fi­nanz­chef Erich Hun­zi­ker kommt ei­ni­ger­mas sen über­ra­schend. Mit­ten in der Um­set­zung des Spar­pro­gramms Ope­ra­tio­nal Ex­cel­lence hat sich der 57-Jäh­ri­ge ge­mäss Me­di­en­mit­tei­lung ent­schie­den, in den Ru­he­stand zu tre­ten und sich auf aus­ge­wähl­te Ver­wal­tungs­rats­man­da­te zu kon­zen­trie­ren. Als Nach­fol­ger wur­de Alan Hip­pe er­nannt (vgl. Por­trät auf Sei­te 14). Der 44-jäh­ri­ge Deut­sche kommt vom Stahl­kon­zern Thys­sen Krupp, wo er eben­falls die Fi­nan­zen ver­ant­wor­tet.

Hun­zi­ker ha­be schon vor ei­ni­ger Zeit den Wunsch ge­äus­sert, in den Ru­he­stand zu tre­ten, sagt Spre­cher Alexander Klau­ser. Auf aus­drück­li­chen Wunsch von CEO Se­ve­rin Schwan sei er ge­blie­ben, nicht zu­letzt, um die Fi­nan­zie­rung der Über­nah­me der US-Toch­ter Gen­en­tech zu be­werk­stel­li­gen und das Spar­pro­gramm ein­zu­lei­ten.

Gen­en­tech-Fi­nan­zie­rung

Wann ge­nau Hun­zi­ker die­sen Wunsch ge­äus­sert hat, sagt Klau­ser nicht. Es ist je­doch an­zu­neh­men, dass Hun­zi­ker sich bei der Nach­fol­ge des da­ma­li­gen CEO Franz Hu­mer über­gan­gen fühl­te. Sei­ne Am­bi­tio­nen für den Chef­pos­ten wa­ren ein of­fe­nes Ge­heim­nis. Im Vor­feld der CEO-Er­nen­nung hat­te er sich denn auch ver­mehrt zur Stra­te­gie des Un­ter­neh­mens ge­äus­sert. Nach­dem Schwan zum Kon­zern­chef er­nannt wur­de, hat­ten nicht we­ni­ge Be­ob­ach­ter mit dem Ab­gang von Hun­zi­ker ge­rech­net. Da­zu kam es da­mals nicht.

Den Phar­ma­kon­zern eben­falls ver­las­sen wird Mar­co Frei, wie das Un­ter­neh­men In­for­ma­tio­nen von FuW be­stä­tigt. Frei ver­ant­wor­te­te die Ver­mö­gens­ver­wal­tung der Ro­che-Pen­si­ons­kas­sen und ist wie Hun­zi­ker Mit­glied des acht­köp­fi­gen Fi­nan­ce Exe­cu­ti­ve Com­mit­tee.

Be­vor Hun­zi­ker zu Ro­che stiess, war er Chef der Die­thelm Kel­ler Grup­pe. Da­vor ar­bei­te­te er für län­ge­re Zeit beim Phar­ma- kon­zern Bo­eh­rin­ger Mannheim, bei des­sen Über­nah­me durch Ro­che er auf Sei­ten der Deut­schen mit­wirk­te. Das Glanz­stück sei­ner Bas­ler Zeit war die Fi­nan­zie­rung der Gen­en­tech-Über­nah­me mit­ten in der Fi­nanz­kri­se. Mit ei­nem klei­nen Team reis­te er um den Glo­bus und warb oh­ne Un­ter­stüt­zung von Ban­ken für die Ro­cheOb­li­ga­tio­nen. In der Fol­ge stemm­te Hun­zi­ker in den USA die gröss­te Emis­si­on von Un­ter­neh­mens­an­lei­hen der Ge­schich­te.

Noch mehr ein­spa­ren?

Die Ver­jün­gung der Kon­zern­lei­tung schrei­tet mit der Er­nen­nung von Hip­pe wei­ter vor­an. Vor ei­nem Jahr be­gan­nen der 51-jäh­ri­ge Pas­cal So­ri­ot als Phar­ma­chef und der 46-jäh­ri­ge Da­ni­el O’Day als Lei­ter der Dia­gnos­tik­spar­te. Die wich­tigs­ten Funk­tio­nen im Kon­zern ha­ben nun Füh­rungs­leu­te in­ne, die von Schwan ein­ge­setzt wur­den.

Die Kurs­stei­ge­rung der Ge­nuss­schei­ne lässt den Schluss zu, dass der Markt vom künf­ti­gen Fi­nanz­chef er­war­tet, noch mehr auf die Kos­ten zu ach­ten. Un­ter den An­le­gern sind ver­mehrt Stim­men zu hö­ren, die das Spar­pro­gramm als un­zu­rei­chend be­zeich­nen und dies­be­züg­lich neue Im­pul­se von Hip­pe er­war­ten.

Wel­che Ak­zen­te der Neue set­zen wird, bleibt ab­zu­war­ten. Wir zie­hen wei­ter­hin No­var­tis vor, die Stim­mung ge­gen­über Ro­che GS bleibt we­gen der di­ver­sen Rück­schlä­ge be­las­tet. Mit Span­nung wird an der Bi­lanz­me­di­en­kon­fe­renz am 2. Fe­bru­ar der Aus­blick für 2011 er­war­tet.

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