Mil­li­ar­den­bus­se für Gla­xo

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - HO

Der bri­ti­sche Phar­ma­kon­zern Gla­xo Smith Kli­ne (GSK) er­war­tet we­gen Rechts­strei­tig­kei­ten um sein Dia­be­tes­mit­tel Avan­dia und staat­li­cher Er­mitt­lun­gen in den USA ei­ne Mil­li­ar­den­be­las­tung. Im vier­ten Quar­tal 2010 wür­den vor­aus­sicht­lich Kos­ten von 2,2 Mrd. £ (3,4 Mrd. Fr.) an­fal­len, teil­te das Un­ter­neh­men am Mon­tag mit. Un­ter dem Strich, nach der Ber­ei­ni­gung um Steu­er­ef­fek­te, dürf­te das das Er­geb­nis mit 1,8 Mrd. £ be­las­ten. Als Grund führ­te GSK die Er­mitt­lun­gen der ame­ri­ka­ni­schen Arz­nei­mit­tel­be­hör­de FDA an, die sich auf die Ver­triebs­prak­ti­ken des Kon­zerns in den Jah­ren 1997 bis 2004 rich­ten. Aus­ser­dem sei­en wei­te­re Pro­dukt­haf­tungs­kla­gen von Avan­dia-Pa­ti­en­ten ein­ge­gan­gen. Avan­dia, ein Mit­tel zur Be­hand­lung von Dia­be­tes vom Typ 2, ist in Eu­ro­pa we­gen ei­nes er­höh­ten Herz­in­farkt­ri­si­kos ver­bo­ten. Die FDA hat den Zu­gang er­heb­lich ein­ge­schränkt. GSK mach­te be­reits im zwei­ten Quar­tal grös­se­re Rück­stel­lun­gen für Rechts­fäl­le von 1,6 Mrd. £ – vor al­lem we­gen Avan­dia. Dass da­mit noch nicht al­les er­le­digt war, über­rascht we­nig. Ei­ne solch mas­si­ve Sum­me ist je­doch nicht er­war­tet wor­den. Die GSK-Ti­tel ver­lo­ren seit Wo­chen­be­ginn in ei­nem gu­ten Lon­do­ner Markt 4,2% auf 1173,5 p. GSK sind mit ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von 12 für 2011 im Bran­chen­ver­gleich hoch be­wer­tet. Die stol­ze Ren­di­te von 5,5% wä­re ein Kauf­ar­gu­ment. Ri­si­ko ist je­doch, dass ge­winn­min­dern­de wei­te­re zu­sätz­li­che Be­las­tun­gen an­fal­len.

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