Hei­ne­ken ex­pan­diert

Markt­füh­rer­schaft in Ni­ge­ria aus­ge­baut – Wachs­tums­po­ten­zi­al

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - HTZ,

Die Braue­rei Hei­ne­ken for­ciert die Ex­pan­si­on in den Wachs­tums­märk­ten. Nach der Ak­qui­si­ti­on der Bier­ak­ti­vi­tä­ten der me­xi­ka­ni­schen De­tail­han­dels-und Ge­trän­ke­grup­pe Fem­sa vor ei­nem Jahr kau­fen die Nie­der­län­der nun in Ni­ge­ria zu. Mit der Über­nah­me ei­ner Mehr­heit an den bei­den Hol­dings Ni­ge­ri­an Bre­we­ries und Con­so­li­da­ted Bre­we­ries si­chert sich Hei­ne­ken die Kon­trol­le über fünf Braue­rei­en (So­na, IBBI, Be­nue, Li­fe und Cham­pi­on) mit ei­ner Jah­res­pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tät von zu­sam­men 3,7 Mio. Hek­to­li­ter (hl) Bier.

Stei­gen­der Bier­kon­sum

Ni­ge­ria ist als be­völ­ke­rungs­reichs­tes afri­ka­ni­sches Land mit 150 Mio. Ein­woh­nern ein viel­ver­spre­chen­der Markt. In den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren ist der na­tio­na­le Bier­kon­sum jähr­lich 9% auf rund 17 Mio. Hek­to­li­ter ge­wach­sen. Der Pro-Kopf-Kon­sum von 11 Li­ter Bier pro Jahr ist im in­ter­na­tio­na­len Ver­gleich ge­ring (welt­weit 27 Li­ter). Die gröss­ten Bier­trin­ker sind die Tsche­chen mit 155 Li­ter pro Kopf und Jahr.

Hei­ne­ken ist in Ni­ge­ria be­reits gut auf­ge­stellt (Markt­an­teil 2009 von et­wa 64%) und braut dort auch das al­ko­hol­freie Bier Fay­rouz, das von der über­wie­gend mus­li­mi­schen Be­völ­ke­rung im Nor­den des Lan- des ger­ne ge­trun­ken wird. Zum Kauf­preis wur­den kei­ne An­ga­ben ge­macht. «Ein Bier­aus­stoss von 1 Mio. Hek­to­li­tern in Ni­ge­ria wird am Markt mit rund 300 Mio. € be­wer­tet», sagt Ana­lyst Richard Witha­gen von SNS Se­cu­ri­ties. «Aus­ge­hend da­von, dass sich Hei­ne­ken mit 50% oder mehr an den bei­den ni­ge­ria­ni­schen Brau­hol­dings be­tei­ligt, dürf­te der Preis min­des­tens 500 Mio. € be­tra­gen.»

Die Trans­ak­ti­on wird wohl mit Kre­di­ten fi­nan­ziert, um die aus­ge­klü­gel­te Kon­zern­struk­tur, mit der die Hei­ne­ken-Fa­mi­lie die Braue­rei­grup­pe über ver­schie­de­ne Hol­dings kon­trol­liert, nicht zu ge­fähr­den. An der Bör­se wur­de die An­kün­di­gung der Ex­pan­si­on in Ni­ge­ria emo­ti­ons­los zur Kennt­nis ge­nom­men. Die Ak­ti­en pen­del­ten wei­ter­hin um 37 €.

Ak­ti­en sind kau­fens­wert

Die Nie­der­län­der sind in Afri­ka in­zwi­schen mit 37 Braue­rei­en prä­sent. Mit den Ak­qui­si­tio­nen in Ni­ge­ria, dem zweit­gröss­ten afri­ka­ni­schen Bier­markt hin­ter Süd­afri­ka, si­gna­li­siert die mit ei­nem jähr­li­chen Bier­aus­stoss von rund 200 Mio. Hek­to­li­ter (in­klu­si­ve Fem­sa Cer­ve­za) dritt­gröss­te Braue­rei­grup­pe der Welt, dass sie die Auf­hol­jagd zu den Haupt­kon­kur­ren­ten SAB Mil­ler (Bier­aus­stoss von rund 220 Mio. hl) und An­heu­ser-Busch In­bev (rund 400 Mio. hl) zü­gig fort­setzt.

Die Ak­ti­en Hei­ne­ken sind mit ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis (KGV) 2011 von 13 güns­ti­ger be­wer­tet als die der stark in den Schwel­len­län­dern ver­an­ker­ten Mit­be­wer­ber SAB Mil­ler (KGV 2011 von 16) und An­heu­ser-Busch In­bev (15). Mit der Über­nah­me von Fem­sa Cer­ve­za im ver­gan­ge­nen Jahr und dem Aus­bau der Ak­ti­vi­tä­ten in Ni­ge­ria steigt der Um­satz­an­teil, den Hei­ne­ken in den auf­stre­ben­den Län­dern er­wirt­schaf­tet, auf gut 40%. Das wird sich güns­tig auf die Um­satz-und Ge­winn­ent­wick­lung aus­wir­ken. Die zu­rück­ge­blie­be­nen Va­lo­ren (vgl. Kurs­gra­fik) ha­ben Nach­hol­be­darf.

At­trak­tiv für Aus­län­der ist die Su­per­markt­ket­te Sho­pri­te mit mo­der­nen Lä­den wie dem Ein­kaufs­zen­trum Man­da Hill in Lus­a­ka (Sam­bia).

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