«Re­zep­te für den Eu­ro»

Finanz und Wirtschaft - - SONDERTHEMA - MAR­KUS MIN­DER,

FuW Nr. 3 vom 12. Ja­nu­ar Ge­mäss Leit­ar­ti­kel­au­tor Phil­ip­pe d’Ar­vi­sen­et müss­ten die Haus­halts­plä­ne der ein­zel­nen Eu­ro­staa­ten ei­ner mul­ti­la­te­ra­len Auf­sicht un­ter Bei­zug ei­ner un­ab­hän­gi­gen «Ein­heit» un­ter­stellt wer­den, da für ihn ein Aus­tritt aus der Eu­ro­zo­ne kei­ne Al­ter­na­ti­ve ist. Er schliesst sich da­mit tel qu­el der Kom­mis­si­on an, die schon aus ei­ge­nem In­ter­es­se, so­zu­sa­gen «mo­tu pro­prio», mehr Ein­fluss und zu­sätz­li­che Gre­mi­en für wün­schens­wert hält.

Ei­ne Ana­ly­se der Un­gleich­ge­wich­te in­ner­halb (und aus­ser­halb) der Eu­ro­län­der zeigt je­doch, dass es im jet­zi­gen Sys­tem ei­nen gros­sen Ge­win­ner gibt. Auch wenn sich Deutsch­land lau­fend dar­über be­klagt, im­mer wie­der den Zahl­meis­ter spie­len zu müs­sen, ist es doch ei­ne Tat­sa­che, dass es vom Eu­ro und sei­ner Schwä­che über Ge­bühr pro­fi­tiert.

Auf­grund ih­rer ho­hen Pro­duk­ti­vi­tät ge­ne­riert die Bun­des­re­pu­blik rie­si­ge Han­del­bi­lanz­über­schüs­se («Ex­port­welt­meis­ter») so­wohl in­ner­halb der Eu­ro­zo­ne als auch ge­gen­über Län­dern aus­ser­halb. Um die­se ge­stör­te Ba­lan­ce zu über­win­den, wä­re im­mer­hin zu prü­fen, ob nicht Deutsch­land die Eu­ro­zo­ne ver­las­sen soll­te, al­len­falls be­grenzt auf zehn Jah­re. Da­mit wür­de sich die er­neu­er­te D-Mark ge­gen­über dem Eu­ro stark auf­wer­ten und den süd-und west­eu­ro­päi­schen Län­dern zu mehr Kon­kur­renz­fä­hig­keit ver­hel­fen. So ist denn die et­was apo­dik­ti­sche Aus­sa­ge d’Ar­vi­sen­ets, dass ein Aus­stiegs­land un­wei­ger­lich vom Markt aus­ge­schlos­sen wür­de, kaum halt­bar, näm­lich dann nicht, wenn es sich um die ef­fi­zi­en­tes­te Volks­wirt­schaft ganz Eu­ro­pas han­del­te.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.