Der po­si­ti­ve Trend setzt sich fort

ROH­STOF­FE Preis für ein Fass Brent-Roh­öl klet­tert ge­gen 100 Dol­lar – Tro­cken­heit in Ar­gen­ti­ni­en schmä­lert Mais- und So­ja­ern­ten

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - WAL­TER SCHNEI­DER

We­gen des Mar­tin Lu­ther-Kin­gFei­er­tags vom Mon­tag ver­kürz­te sich die Ar­beits­wo­che an vie­len Roh­stoff-Fu­tures-Bör­sen. Der po­si­ti­ve Preis­t­rend setz­te sich an den in­ter­na­tio­na­len Wa­ren­märk­ten je­doch mehr­heit­lich fort. Ein­mal mehr folg­ten sie da­mit den Vor­ga­ben der eu­pho­ri­schen Ak­ti­en-und gut be­haup­te­ten Ka­pi­tal­märk­te, die auf freund­li­che Kon­junk­tur­in­di­ka­to­ren re­agier­ten. Die von west­li­chen Zen­tral­ban­ken ge­schaf­fe­ne Li­qui­di­tät fliesst wei­ter­hin in Schwel­len­län­der und Roh­wa­ren.

Die eu­ro­päi­schen Öl­märk­te ver­zeich­ne­ten er­neut neue Mehr­jah­res­hochs, und der an der In­ter­con­ti­nen­tal Ex­ch­an­ge (ICE) ko­tier­te Brent-Roh­öl­kon­trakt steht mit ei­nem Mon­tags­hoch von 98.75 $ pro Fass (159 Li­ter) un­weit der ma­gi­schen Mar­ke von 100 $. Auch eu­ro­päi­sches Heizöl (Ga­soil) durch­stiess das Ni­veau von 800 $ pro Ton­ne oh­ne nen­nens­wer­ten Wi­der­stand. Das Ta­ges­hoch vom Mon­tag von 817 $/Ton­ne war zu­letzt im Ok­to­ber 2008 er­reicht wor­den.

In­ter­es­san­ter­wei­se zeig­ten sich die Öl­märk­te we­nig be­ein­druckt von der neu­er­li­chen Er­hö­hung der Bank­ka­pi­tal­er­for- der­nis­se durch die chi­ne­si­sche Zen­tral­bank. In der Ver­gan­gen­heit wa­ren vie­le Wa­ren­wer­te in der Fol­ge sol­cher An­kün­di­gun­gen un­ter Ver­kaufs­druck ge­ra­ten – in der Er­war­tung, dass sich mit der an­ge­streb­ten Ab­küh­lung der chi­ne­si­schen Kon­junk­tur auch die Nach­fra­ge nach Roh­stof­fen ver­min­dern wer­de. Dies­mal schie­nen die bes­se­ren Aus­sich­ten in den OECDLän­dern ein Ge­gen­ge­wicht zu bil­den.

Eher un­ein­heit­lich zeig­ten sich in den letz­ten Ta­gen die Edel­me­tal­le. Wäh­rend Gold und be­son­ders Sil­ber un­ter Ver­kaufs­druck stan­den, ver­moch­ten Pla­tin und Pal­la­di­um zu­zu­le­gen. Un­ter den Ge­nuss­mit­teln be­haup­te­ten sich Ka­kao und Kaf­fee gut, wäh­rend Zu­cker nach den jüngs­ten Avan­cen leicht rück­läu­fig ten­dier­te.

Die Ge­trei­de-und Öl­saa­ten­märk­te des Chi­ca­go Bo­ard of Tra­de (CBOT) stan­den in

Die wich­tigs­ten Fu­tures auf Roh­stof­fe und Edel­me­tal­le den letz­ten Ta­gen ganz im Zei­chen des Ern­tebe­richts des US-Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums USDA. Die­ser be­son­ders wich­ti­ge Ja­nu­ar­be­richt gibt Auf­schluss über die An­bau­flä­che von Win­ter­wei­zen, den La­ger­be­stand so­wie und Schät­zun­gen des An­ge­bots von und der Nach­fra­ge nach Mais, So­ja und Wei­zen. Be­son­ders die Zah­len für Mais und So­ja fie­len er­nüch­ternd aus, was den deut­li­chen An­stieg der Kur­se ab Mit­te letz­ter Wo­che er­klärt. Die USDASchät­zung der Über­trags­la­ger am En­de der Sai­son blieb durch­weg un­ter den Er­war­tun­gen des Han­dels und er­reicht in bei­den Fäl­len ei­ne kri­ti­sche Grös­se.

Mais-Fu­tures wur­den da­durch mit ei­nem Plus von knapp 7 % zum Wo­chen­ge­win­ner und han­del­ten im frü­hen Di­ens­tags­ge­schäft zu Kur­sen von mehr als 6.55 $ pro Bus­hel (25,401 kg) auf dem höchs­ten Stand seit Mit­te 2008. Dort wird da­von aus­ge­gan­gen, dass über ei­ne Roh­stoff­ver­teue­rung die Nach­fra­ge nach Mais zur Her­stel­lung des Bio­treib­stoffs Et­ha­nol ver­rin­gert wird.

Im So­ja­kom­plex, der aus­ser vom Be­richt der USDA be­son­ders auch von der Wet­ter­si­tua­ti­on in Süd­ame­ri­ka be­ein­flusst wird, fiel be­son­ders So­ja­mehl mit ei­nem Wo­chen­ge­winn von knapp 5% auf. Die an­hal­ten­de Tro­cken­heit in wei­ten Tei­len Ar­gen­ti­ni­ens hat be­reits die Mai­s­ern­ten mas­siv de­zi­miert und droht nun auch, den So­ja­er­trag zu schmä­lern. Die Nie­der­schlä­ge der letz­ten Ta­ge blie­ben deut­lich un­ter den Pro­gno­sen, und so sind jetzt flä­chen­de­cken­de Re­gen­fäl­le nö­tig, falls die So­ja­ern­te noch im Be­reich von 50 Mio. Ton­nen lie­gen soll. Ur­sprüng­lich war ein Er­trag von mehr als 55 Mio. Ton­nen er­war­tet wor­den, und pri­va­te Ana­lys­ten spre­chen heu­te von mög­li­cher­wei­se le­dig­lich 47 Mio. Ton­nen.

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