«Über Zeit 4% Mehr­ren­di­te»

Finanz und Wirtschaft - - VORDERSEITE - STE­FAN HEPP FORT­SET­ZUNG AUF SEI­TE 14

Ei­ne al­ter­na­ti­ve Ak­ti­en­an­la­ge sind sie, die In­vest­ments in nicht ko­tier­te Un­ter­neh­men. Die Zürcher SCM Stra­te­gic Ca­pi­tal Ma­nage­ment ge­hört mit 7 Mrd. $ ver­mit­tel­ter Kun­den­gel­der zu den we­sent­li­chen Ak­teu­ren der Be­tei­li­gungs­bran­che. Ste­fan Hepp, Grün­der und Chef von SCM, be­leuch­tet dif­fe­ren­zie­rend und kri­tisch die An­la­ge­chan­cen und -ri­si­ken.

Herr Hepp, wie viel Ren­dite­hoff­nung kön­nen Gross­in­ves­to­ren auf In­vest­ments in Pri­va­te-Equi­ty-Fonds he­gen? Ein gut di­ver­si­fi­zier­tes Fond­sporte­feuille dürf­te letz­tes Jahr 12 bis 15% Per­for­mance er­reicht ha­ben. Al­ler­dings be­las­tet aus Schwei­zer Sicht der nach­tei­li­ge Ef­fekt der Fran­ken­auf­wer­tung. Über die Ge­samt­lauf­zeit von Pri­va­te-Equi­ty-Pro­gram­men re­sul­tiert ge­gen­über dem Wel­t­ak­ti­en­in­dex ei­ne Mehr­ren­di­te von 4 bis 5%, in ein­zel­nen Fäl­len gar 8%. Das Plus stammt aus der Kon­zen­tra­ti­on auf rasch aus­bau­ba­re und er­heb­lich op­ti­mier­ba­re Un­ter­neh­men. Fä­hi­ge Pri­vat­markt­ak­teu­re er­schlies­sen die­ses Po­ten­zi­al mit über­zeu­gen­der Re­gel­mäs­sig­keit.

Die Be­tei­li­gungs­bran­che kas­siert ho­he Ge­büh­ren, die den An­la­ge­er­trag schmä­lern. Sind am En­de die In­ves­to­ren die Dü­pier­ten? Die Ge­büh­ren sind mit jähr­lich min­des­tens 1,5% des Vo­lu­mens zu­züg­lich ei­ner Er­folgs­be­tei­li­gung in der Tat hoch. Die ver­gan­ge­nen Jah­re zeig­ten, dass nicht al­le An­bie­ter die­se Ho­no­rar­sät­ze recht­fer­ti­gen. Man ge­winnt den Ein­druck, ge­wis­se Fonds sei­en ei­ne rei­ne Kom­mis­si­ons­ma­schi­ne. Da­her ist dar­auf zu ach­ten, dass die Fonds­ma­na­ger selbst sub­stan­zi­ell im An­la­ge­ge­fäss en­ga­giert sind – und da­mit mei­ne ich mehr als nur 1%-Ka­pi­tal­an­tei­le – und so­mit Er­folg wie Miss­er­folg am ei­ge­nen Leib spü­ren.

Neu­geld fliesst aber nicht mehr in Hül­le und Fül­le. Bis neu auf­ge­leg­te Fonds die an­ge­peil­te Men­ge an Ka­pi­tal­zu­sa­gen er­hal­ten, dau­ert es im Schnitt deut­lich län­ger als in frü­he­ren Jah­ren. Auf die ge­sam­te Pri­va­te-Equi­ty-Bran­che be­zo­gen stimmt das, und es ist auch gar nicht schlimm. Die Durch­schnitts­be­trach­tung ver­schlei­ert näm­lich, dass Fonds­an­bie­ter mit be­ste­chen­dem Leis­tungs­aus­weis neue Ge­fäs­se wei­ter­hin sehr schnell pla­zie­ren.

Wel­che Be­we­gung er­ken­nen Sie auf der An­le­ger­sei­te? Be­merk­bar macht sich die zu­neh­men­de Nach­fra­ge­kraft asia­ti­scher Pen­si­ons­fonds so­wie von Staats­fonds. In­ves­tier­te An­le­ger pla­nen, das be­ste­hen­de En­ga­ge­ment eher zu er­hö­hen als zu ver­rin­gern. In der

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