Un­po­pu­lär

Finanz und Wirtschaft - - AUF EINEN BLICK -

Der Fran­ken ist so stark wie noch nie – das ist an sich er­freu­lich, weil ein Zei­chen ei­ner star­ken Wirt­schaft. Da­bei sei nicht ver­schwie­gen, dass der Fran­ken über­be­wer­tet ist, (auch) De­vi­sen­märk­te ten­die­ren zum Über­schies­sen. Im Sin­ne ei­ner Ur­sa­chen­the­ra­pie wä­re die Hausse un­se­rer Wäh­rung durch ei­ne Schwä­chung der Wirt­schaft zu brem­sen. Das je­doch kann nie­mand ernst­haft wol­len.

Was al­so tun? Die Lin­ke kennt die Re­zep­te: Die Na­tio­nal­bank muss ein ver­bind­li­ches Wech­sel­kurs­ziel fi­xie­ren, der Fran­ken wä­re an den Eu­ro an­zu­bin­den, es wä­ren Ne­ga­tiv­zin­sen ein­zu­füh­ren und Ähn­li­ches mehr. Das ist wäh­rungs­po­li­ti­sche Al­che­mie mit höchst ne­ga­ti­ven Fol­gen. Das küm­mert die SP al­ler­dings we­nig, sie zielt – im Wahl­jahr no­ta­be­ne – auf po­li­ti­sche Ef­fekt­ha­sche­rei. Die Um­set­zung die­ser Mass­nah­men hät­te ver­hee­ren­de Fol­gen: Ei­ne Wech­sel­kurs­fi­xie­rung müss­te mit der Be­reit­schaft der Na­tio­nal­bank Hand in Hand ge­hen, un­be­schränkt an den De­vi­sen­märk­ten zu in­ter­ve­nie­ren – mit der Fol­ge un­kon­trol­liert wei­ter stei­gen­der De­fi­zi­te der Na­tio­nal­bank. Ei­ne An­bin­dung an den Eu­ro wür­de zu ei­ner schlag­ar­ti­gen Er­hö­hung der Zin­sen mit al­len ne­ga­ti­ven Fol­gen füh­ren. Die For­de­rung nach Ne­ga­tiv­zin­sen schliess­lich stammt aus der wirt­schafts­po­li­ti­schen Mot­ten­kis­te – das In­stru­ment hat sei­ne Un­taug­lich­keit schon vor Jahr­zehn­ten ein­drück­lich un­ter Be­weis ge­stellt. In Re­la­ti­on zum hem­mungs­lo­sen lin­ken Po­pu­lis­mus wirk­te die Stel­lung­nah­me von Bun­des­rat Jo­hann Schnei­der-Am­mann wolh­tu­end zu­rück­hal­tend: Die Schweiz be­fin­de sich, dem star­ken Fran­ken zum Trotz, al­les an­de­re als in ei­ner Kri­se. Die Wirt­schaft läuft tat­säch­lich nach wie vor gut, auch wenn wäh­rungs­be­ding­te Brems­ef­fek­te ab­se­hund spür­bar sind. Ei­nen Aus­rut­scher leis­te­te sich der Wirt­schafts­mi­nis­ter den­noch: Mit dem Tou­ris­mus soll ei­ne ein­zel­ne Bran­che ver­mehrt sub­ven­tio­niert wer­den – das ist nicht ziel­füh­rend.

Da­zu stellt sich auch Schnei­ders Par­tei, die FDP, kri­tisch. Sie will der Wirt­schaft über ei­ne all­ge­mei­ne Ver­bes­se­rung der Rah­men­be­din­gun­gen hel­fen. Stich­wor­te heis­sen et­wa: we­ni­ger Steu­ern und Ge­büh­ren, we­ni­ger Bü­ro­kra­tie und Re­gu­lie­rung, mehr Frei­han­del. Das tönt un­po­pu­lär, wirkt aber und hilft Ar­beits­plät­ze zu si­chern. Die po­pu­lis­ti­schen Mass­nah­men der Lin­ken da­ge­gen mö­gen spek­ta­ku­lär tö­nen, brin­gen aber mehr Kos­ten als Nut­zen.

Re­dak­tor Zum The­ma Mass­nah­men ge­gen den star­ken Fran­ken

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.