Scor «sco­res»

Rück­ver­si­che­rer punk­tet mit ers­tem aus­län­di­schem As­se­ku­ranz-Per­pe­tu­al – VEB klotzt wie er­war­tet

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - TOM­MA­SO MANZIN

Die Emis­si­ons­flut hält an. Trotz un­vor­teil­haf­tem Ba­sis­s­wap er­la­gen auch aus­län­di­sche Emit­ten­ten den Ar­gu­men­ten der Fe­der­füh­rer, die gleich zwei Pre­mie­ren aus dem quel­len­steu­er­frei­en Seg­ment an Land zo­gen.

Am Mitt­woch ge­lei­te­te zu­nächst Deut­sche Bank (DB) im Al­lein­gang 2¼% Kan­ton Genf 2011/2021 über 300 Mio. Fr. Die Re­pu­blik müs­se An­fang Fe­bru­ar ei­nen Ver­fall von 750 Mio. Fr. re­fi­nan­zie­ren, wer­de aber heu­er nicht mehr öf­fent­lich Geld auf­neh­men, ver­rät DB, es sei­en nur noch Pri­vat­pla­zie­run­gen ge­plant.

Glei­chen­tags es­kor­tier­ten BNP Pa­ri­bas und Bar­clays Ca­pi­tal 3¾% VEB Fi­nan­ce 2011/2016 über 400 Mio. zu 226 Ba­sis­punk­ten (Bp) über Swap. Vnes­he­co­nom­bank ( VEB) sei die gröss­te För­der­bank Russ­lands und der nächs­te Er­satz für rus­si­sche Staats­an­lei­hen, er­klärt Bar­clays Ca­pi­tal. Die­se Nä­he zum Staat, die mit der Prä­senz im Ver­wal­tungs­rat von Wla­di­mir Pu­tin un­ter­mau­ert ist (vgl. FuW Nr. 4 vom 15. Ja­nu­ar), drückt sich im iden­ti­schen Ra­ting aus. VEB ist in stra­te­gisch wich­ti­gen In­fra­struk­tur-und In­dus­trie­pro­jek­ten en­ga­giert. Sie be­fin­det sich zu 100% im Be­sitz der Rus­si­schen Fö­de­ra­ti­on.

Kan­to­nal­ban­ken­sturm

Die Trans­ak­ti­on sei äus­serst er­folg­reich ge­we­sen. Es hand­le sich um die längs­te je be­ge­be­ne Lauf­zeit und den engs­ten je er­ziel­ten Spre­ad ei­ner rus­si­schen Bank nach der Kri­se, weiss Bar­clays. Über­ra­schen­der­wei­se hät­ten nicht nur Re­tail­kun­den zu­ge­langt. Zu 40% sei­en In­sti­tu­tio­nel­le Käu­fer ge­we­sen. Von den rus­si­schen Emit­ten­ten ha­be bis­her nur noch Sber­bank ei­ne An­fangs­tran­che die­ser Grös­se ge­wagt, er­gänzt BNP Pa­ri­bas.

Frei­bur­ger Kan­to­nal­bank (BCF) lan­cier­te 13⁄ 8% BCF 2011/2016 über 150 Mio. Fr. und BNP Pa­ri­bas so­wie Zürcher Kan­to­nal­bank (ZKB) be­glei­te­ten 21⁄ 8% Nor­ges Stats­baner 2011/2020 über 250 Mio. Fr. zu 4 Bp Ab­schlag zum Swap. Staats­nä­he und Sel­ten­heit des Schuld­ners recht­fer­tig­ten den eher sport­li­chen Preis, er­klärt ZKB.

Es soll­te dies­mal in­des nicht zu ei­nem Bähn­ler­treff (vgl. FuW Nr. 81 vom 16. Ok­to­ber), son­dern ei­nem Stell­dich­ein der Kan­to­nal­ban­ken (KB) kom­men. ZKB stock­te am Don­ners­tag in ei­ge­ner Sa­che 2% ZKB 2010/2034 zu 7 Bp un­ter Swap um 100 Mio. auf 250 Mio. Fr. auf. Die Nach­fra­ge von in­sti­tu­tio­nel­ler Sei­te ist wei­ter vor­han­den, ob­wohl be­son­ders am lan­gen En­de die Angst vor stei­gen­den Zin­sen vie­le In­ves­to­ren in kür­ze­re Lauf­zei­ten um­schich­ten liess. Die KB ih­rer­seits nut­zen das vor­läu­fig noch tie­fe Ni­veau.

St. Gal­ler Kan­to­nal­bank (SGKB) stock­te am Don­ners­tag den Ul­tra­l­ang­läu­fer 21⁄ 8% SGKB 2010/2040 um 70 Mio. auf 150 Mio. auf. Die Ur­sprungs­tran­che war da­mit kaum grös­ser als die Auf­sto­ckung. Um 80 Mio. Fr. er­höh­te Lu­zer­ner KB (LUKB) 17⁄ 8% LUKB 2010/2035 auf 200 Mio. Fr. LUKB war be­son­ders als Daue­re­mit­tent von Ul­tra­l­ang­läu­fern auf­ge­fal­len (vgl. FuW Nr. 93 vom 27. No­vem­ber 2010). Ver­ges­sen ging jüngst 1½% Schwy­zer KB 2011/2017 über 250 Mio. Fr. UBS In­vest­ment (IB) lan­cier­te 2% Swe­dish Hou­sing Fi­nan­ce Cor­po­ra­ti­on (SBAB) 2011/2016 über 200 Mio. Fr. Die staats­na­he Agen­tur hat­te vor ei­nem Jahr hier­zu­lan­de de­bü­tiert.

Am Frei­tag setz­te erst­mals ein aus­län­di­scher Rück­ver­si­che­rer die von Hel­ve­tia und «Zü­rich» in­iti­ier­te Tra­di­ti­on von Ver­si­cher­er­hy­bri­den fort (vgl. FuW Nr. 87 vom 6. No­vem­ber 2010). BNP Pa­ri­bas und DB es­kor­tier­ten 53⁄ 8% Scor 2011/2016 über 400 Mio. Fr. Das Jahr be­zeich­net den Ter­min, an dem die Fi­xed to Floa­ting Ra­te Per­pe­tu­al Cu­mu­la­ti­ve Su­bord­i­na­te erst­mals ge­tilgt wer­den kön­ne. An­dern­falls dreht das Zins­re­gime auf va­ria­bel. Es han­delt sich zu­gleich um den Ein­stand von Sco­re. Die von Scor über­nom­me­ne Con­ve­ri­um (ex Rück­ver­si­che­rungs­arm von «Zü­rich»), war nie am Fran­ken­markt. Die Hel­ve­tia-Trans­ak­ti­on sei die Blau­pau­se ge­we­sen, weiss DB, schon da­mals fe­der­füh­rend. Die Cou­pon­zah­lung kön­ne nur aus­ge­setzt wer­den, so­lan­ge kei­ne Di­vi­den­den aus­ge­schüt­tet wür­den. Zu­dem sei­en sie ku­mu­liert zu­rück­zu­zah­len.

Vor­kri­sen­ni­veau er­reicht

Scor er­war­tet, dass der Per­pe­tu­al von Stan­dard & Poor’s (S&P) und Moo­dy’s mit BBB+ bzw. Baa1 be­wer­tet wird. Der Rück­ver­si­che­rer selbst be­sitzt ein A bzw. A2, der Aus­blick ist po­si­tiv. An­ge­strebt wird ein Dop­pel-A. Mit dem Er­lös soll die Ka­pi­tal­ba­sis ge­stärkt und die fi­nan­zi­el­le Fle­xi­bi­li­tät er­höht wer­den. Der Bond soll zum Sol­venz­ka­pi­tal an­re­chen­bar sein so­wie in Ka­pi­tal­mo­del­len der Agen­tu­ren be­rück­sich­tigt wer­den. UBS IB stock­te zum Wo­chen­ab­schluss 1¾% Eu­ro­päi­sche In­ves­ti­ti­ons­bank (EIB) 2010/2017 zu 8 Bp un­ter Swap um 100 Mio. auf 300 Mio. Fr. auf.

Die Er­war­tung für den Kon­junk­tur­ver­lauf in den kom­men­den sechs Mo­na­ten hat sich im Ja­nu­ar wei­ter leicht ver­schlech­tert. Der von Cre­dit Suis­se und dem Zen­trum für Eu­ro­päi­sche Wirt­schafts­for­schung (ZEW) be­rech­ne­te In­di­ka­tor fiel 5,9 Punk­te auf –18,4, teil­te die Gross­bank am Don­ners­tag mit. Ei­ne Ver­bes­se­rung sei mit Blick auf die ho­he Ein­schät­zung der ak­tu­el­len La­ge in­des auch zu­neh­mend schwie­rig. Die Ein­schät­zung des Sta­tus Quo hat sich noch­mals um 8,6 Pro­zent­punk­te auf 71,1 ver­bes­sert, den höchs­ten Stand seit Fe­bru­ar 2008. Die In­fla­ti­ons­er­war­tun­gen der Be­frag­ten ha­ben sich wei­ter er­höht. Mit ei­nem Preis­an­stieg rech­nen 42,1% (+9,6 Pro­zent­punk­te), 35,1% (+12) mit hö­he­ren kurz­fris­ti­gen Sät­zen, 68,4% (+9,4) mit stei­gen­den lang­fris­ti­gen Zin­sen (vgl. Ar­ti­kel un­ten).

Aus­nahms­wei­se ent­fällt die Ta­bel­le «Zins­kon­di­tio­nen von Schwei­zer Ban­ken».

Kenn­zif­fern Zin­sen Schweiz

Kon­di­tio­nen von Schwei­zer Ban­ken für erst­ran­gi­ge Hy­po­the­ken auf Wohn­bau­ten

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