Mor­gan St­an­ley punk­tet in Ver­mö­gens­ver­wal­tung

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN NEW YORK - JB,

Die stra­te­gi­sche Ver­schie­bung weg von den vo­la­ti­len Spar­ten des In­vest­ment Ban­king und hin zur so­li­den Ver­mö­gens­ver­wal­tung zahlt sich für Mor­gan St­an­ley aus. Das Wal­ls­treet-Haus hat im vier­ten Quar­tal 2010 Ein­nah­men und Ge­winn reich­lich ge­stei­gert – nicht zu­letzt dank des Jo­int Ven­tures Mor­gan St­an­ley Smith Bar­ney, das im Ju­ni 2009 zu­sam­men mit Ci­ti­group ge­bil­det wor­den war. Die in der Bro­ker­a­ge mit Pri­vat­kun­den ak­ti­ve Ein­heit Smith Bar­ney hol­te in den drei Mo­na­ten bis En­de De­zem­ber 14 Mrd. $ Net­to­neu­geld her­ein, was die Di­vi­si­on We­alth Ma­nage­ment bril­lie­ren liess.

Die Bör­se ho­no­rier­te am Don­ners­tag den Er­folg, zu­mal Mor­gan St­an­ley ei­ne deut­lich bes­se­re Fi­gur mach­te als der gros­se Ri­va­le Gold­man Sachs. We­gen Min­der­ein­nah­men im Tra­ding und In­vest­ment Ban­king ver­buch­te der sonst so pro­fi­ta­ble Gi­gant ei­nen Ge­winn­rück­gang im vier­ten Quar­tal. We­der im Tra­ding noch mit dem Ein­fä­deln von Deals im In­vest- ment Ban­king konn­te Gold­man an die Er­fol­ge an­schlies­sen, die den Kon­zern in den Vor­jah­ren so weit her­aus­ra­gen lies­sen, dass er den Arg­wohn der me­dia­len Öf­fent­lich­keit und der Auf­sichts­be­hör­den auf sich zog. Im Ge­samt­jahr 2010 be­trug die Ei­gen­ka­pi­tal­ren­di­te von Gold­man – be­rei­nigt um ein­ma­li­ge Son­der­ef­fek­te – gut 13%. Das ist zwar im­mer noch an­sehn­lich, aber doch mar­kant we­ni­ger als die 20% und mehr, die vor der Kre­dit­kri­se und der Neu­re­gu­lie­rung der ame­ri­ka­ni­schen Fi­nanz­bran­che üb­lich wa­ren. Zum Ver­gleich: Mor­gan St­an­ley brach­te es 2010 le­dig­lich auf ei­ne Ei­gen­ka­pi­tal­ren­di­te von 8,5%, ist al­so trotz der jüngs­ten Fort­schrit­te längst nicht so pro­fi­ta­bel wie Gold­man Sachs.

Gold­mans Fi­nanz­chef Da­vid Vi­nar be­kun­de­te am Mitt­woch im Ge­spräch mit Ana­lys­ten ge­wis­se Schwie­rig­kei­ten, die Fol­gen der Fi­nanz­markt­re­gu­lie­rung ab­zu­schät­zen. Noch sei un­klar, wie sich et­wa die Vol­cker-Re­gel aus­wir­ke, die den Ei­gen- han­del ein­schrän­ken soll. Das Pro­blem ist, dass sich die neu­en Re­geln erst in der Um­set­zungs­pha­se be­fin­den. Die Be­hör­den in Washington ha­ben selbst noch nicht klar­ge­stellt, wie die Ban­ken die Spe­ku­la­ti­on auf ei­ge­ne Rech­nung mit dem Tra­ding auf Ri­si­ko und Kos­ten der Kun­den am bes­ten in Ein­klang brin­gen.

Mit Rück­sicht auf die re­gu­la­to­ri­schen Un­schär­fen hat Gold­man Sachs im vier­ten Quar­tal we­ni­ger Ri­si­ko ge­nom­men. Der durch­schnitt­li­che Va­lue at Risk ( VAR), der ab­bil­det, wie viel Geld die Grup­pe theo­re­tisch in­ner­halb ei­nes Ta­ges im Tra­ding ver­lie­ren könn­te, be­trug 120 Mio. $ nach 218 Mio. im Vor­jah­res­zeit­raum. Zu­dem par­kier­te der Kon­zern sei­ne 170 Mrd. $ Über­schuss­li­qui­di­tät in Staats­an­lei­hen und an­de­ren si­che­ren An­la­gen, die auf­grund der stei­gen­den Zin­sen an Wert ver­lo­ren ha­ben. Der­zeit sind un­ter In­ves­to­ren Ak­ti­en mehr en vo­gue als Bonds. In den Ab­schlüs­sen bei­der Bro­ker hat sich das nie­der­ge­schla­gen.

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