Ge­brems­ter Dax-Hö­hen­flug

FRANK­FURT Ver­sor­ger und Ver­si­che­rer im Auf­wind – Luft­han­sa lei­den un­ter stei­gen­dem Ke­ro­sin­preis

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN EUROPA -

Der Auf­schwung am Ak­ti­en­markt wur­de in der zu­rück­lie­gen­den Wo­che ab­ge­bremst. Das mag an den un­be­stä­tig­ten Mel­dun­gen ge­le­gen ha­ben, dass Berlin sich auf ei­ne Re­struk­tu­rie­rung grie­chi­scher Schul­den vor­be­rei­te, so­wie an In­fla­ti­ons­be­fürch­tun­gen. Wei­ter rund läuft aber die deut­sche Kon­junk­tur: Der Ifo-Ge­schäfts­kli­ma­in­dex ist im Ja­nu­ar auf 110,3 (von 109,8 im Vor­mo­nat) und da­mit auf den höchs­ten Stand seit der Wie­der­ver­ei­ni­gung ge­stie­gen. Es war der vier­te An­stieg in Fol­ge, was ei­ne fort­ge­setz­te Ex­pan­si­on si­gna­li­siert. Auch die Ge­schäfts­er­war­tung ver­bes­ser­te sich noch­mals. Der deut­sche Blue-Chip-In­dex Dax liess sich nur tem­po­rär da­von be­flü­geln und ver­lor im Wo­chen­ver­gleich 0,2% auf 7062,4.

Gröss­ter Ge­win­ner im Dax wa­ren oh­ne be­son­de­re Nach­rich­ten Com­merz­bank, die 3,7% auf 5.76 € klet­ter­ten. Vor­an ging es auch für Mün­che­ner Rück mit ei­nem Plus von 2,9% auf 115.45 € und für Al­li­anz mit +2,5% auf 97.75 €. Deut­sche Te­le­kom rück­ten 3,2% auf 9.94 € vor. Im US-Mo­bil­funk­markt will das Un­ter­neh­men in die Of­fen­si­ve ge­hen und den Kun­den­schwund ver­lang­sa­men. Bis 2014 soll der Um­satz 3 Mrd. $ stei­gen. Dem Ver­neh­men nach ist auch der Ver­kauf von Sen­de­mas­ten ge­plant, wor­aus 2 Mrd. $ Ein­nah­men re­sul­tie­ren sol­len. Gut ent­wi­ckel­ten sich er­neut Eon (Ak­ti­en im Wo­chen­ver­gleich + 5,2% auf 25. 07 €) und RWE (+3,7% auf 55.26 €). RWE hat den Rück­zug aus ei­nem AKWPro­jekt in Cer­na­vo­da (Ru­mä­ni­en) mit­ge­teilt.

Un­ter dem stei­gen­den Ke­ro­sin­preis lit­ten da­ge­gen Luft­han­sa, die 6,8% auf 15.81 € ein­büss­ten. FMC ga­ben 3,9% auf 41.13 € ab. Der Dia­ly­se­spe­zia­list hat die Emis­si­on von zwei An­lei­hen über je 500 Mio. $ und 300 Mio. € be­kannt ge­ge­ben. Der Emis­si­ons­er­lös soll zur Rück­zah­lung von Ver­bind­lich­kei­ten, für Ak­qui­si­tio­nen in­klu­si­ve des kürz­lich an­ge­kün­dig­ten Kaufs des Eu­ro­me­dic-Blut­wä­sche­ge­schäfts und für all­ge­mei­ne Ge­schäfts­zwe­cke ver­wen­det wer­den. Am Frei­tag, dem Tag des St­ab­wech­sels an der Kon­zern­spit­ze, ten­dier­ten die Ak­ti­en Thys­senK­rupp schwä­cher, im Wo­chen­ver­gleich ver­lo­ren sie 29.95% auf 29.95 € (vgl. Sei­te 29). Auf der Haupt­ver­samm­lung hiess es, die Ver­lus­te im Zu­sam­men­hang mit dem Hoch­fah­ren neu­er Stahl­wer­ke in den USA und Bra­si­li­en könn­ten wo­mög­lich noch hö­her aus­fal­len. Im lau­fen­den Ge­schäfts­jahr soll der Um­satz 10 bis 15% hö­her als 2009/10 (42,6 Mrd. €) lie­gen.

Klöck­ner & Co. rück­ten 6,9% auf 23.94 € vor, hier be­flü­gel­te die Nach­richt vom Kauf des US-Stahl­händ­lers Macs­teel so­wie gu­te Un­ter­neh­mens­da­ten (vgl. Sei­te 29). Die Tec-Dax-Va­lo­ren Mor­pho­sys (–6,6% auf 19.72 €) ge­rie­ten am Frei­tag un­ter Druck. Das Bio­tech­un­ter­neh­men hat 2010 rund 87 Mio. € um­ge­setzt und ein ope­ra­ti­ves Er­geb­nis von 10 Mio. € er­zielt. Das ist be­acht­lich, doch im De­zem­ber wa­ren noch ei­nen Um­satz von 91 bis 94 Mio. und ei­nen Er­geb­nis von 13 bis 16 Mio. € pro­gnos­ti­ziert wor­den. Die Ab­wei­chung ste­he im Zu­sam­men­hang mit der end­gül­ti­gen bi­lan­zi­el­len Be­hand­lung des kürz­lich ab­ge­schlos­se­nen Ver­trags mit Pfi­zer, hiess es, be­tref­fe aber nicht fi­nan­zi­el­le Kon­di­tio­nen und er­war­te­te Zah­lungs­strö­me des Ver­trags. Für 2011 er­war­tet Mor­pho­sys 105 Mio. € Um­satz und min­des­tens 10 Mio. ope­ra­ti­ves Er­geb­nis.

Fuchs Pe­trolub Vz ga­ben 9,8% auf 97.49 € nach. Es gab kei­ne fun­da­men­ta­len Grün­de da­für, wahr­schein­lich han­del­te es sich um Ge­winn­mit­nah­men nach der (über­trie­be­nen) Ral­ly in den Vor­wo­chen. ACS hat den An­teil an Hoch­tief (+3,2% auf 64.77 €) wei­ter aus­ge­baut, wie die Spa­nier am Frei­tag mel­de­ten, und zwar auf 31,59% von 30,34 En­de De­zem­ber. Er­klär­tes Ziel von ACS ist es, den Es­se­ner Bau­di­enst­leis­ter zu kon­trol­lie­ren, wo­ge­gen sich das Ma­nage­ment un­ter Vor­stands­chef Her­bert Lüt­ke­strat­köt­ter sträubt.

Am Ob­li­ga­tio­nen­markt klet­ter­te die Ren­di­te der zehn­jäh­ri­gen Staats­pa­pie­re von 3,03 auf 3,17%. DM

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