Mi­nen­ti­tel be­las­ten Foot­sie

LONDON RBS will aus Staats­ver­si­che­rung raus – Ak­tio­nä­re ge­gen Ent­löh­nung der Aber­de­en-Chefs

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN EUROPA - CP

Das gros­se Ge­wicht von Roh­stoff­ak­ti­en im Lon­do­ner FTSE100-In­dex hat sich die­se Wo­che deut­lich ge­zeigt. Die Be­sorg­nis über ei­ne Über­hit­zung der chi­ne­si­schen Wirt­schaft las­te­te be­son­ders auf den Roh­stoff­prei­sen. Weil die Sek­to­ren Öl und Berg­bau gut ein Drit­tel des FTSE-100 aus­ma­chen, wur­den ent­spre­chen­de Ab­ga­ben ver­zeich­net. Die Be­ru­hi­gung der La­ge in Aus­tra­li­en stütz­te dann aber den Markt wie­der. Der In­dex ging auf 5896,3 aus dem Markt (–1,8% seit Frei­tag).

Ge­spannt war­ten die Bond­an­le­ger auf die Wachs­tums­ra­ten des Brut­to­in­land­pro­dukts im vier­ten Quar­tal, die am kom­men­den Di­ens­tag pu­bli­ziert wer­den. Er­war­tet wird ei­ne Ab­schwä­chung ge­gen­über dem Vor­quar­tal. Was die Nach­fra­ge von Staats­an­lei­hen be­trifft, muss sich der bri­ti­sche Staat kei­ne Sor­gen ma­chen. Die Aus­ga­be ei­ner 25-jäh­ri­gen An­lei­he stiess auf re­ge Nach­fra­ge. Die zehn­jäh­ri­gen Gilts ren­tier­ten 3,69% (+8 Ba­sis­punk­te). Die Aus­sicht auf wei­te­re Brems­ma­nö­ver der chi­ne­si­schen Zen­tral­bank um die In­fla­ti­on in den Griff zu krie­gen, was die Nach­fra­ge ab­küh­len wür­de, riss am Don­ners­tag Mi­nen­ak­ti­en ins Mi­nus.

Sie­ben der zehn gröss­ten Ver­lie­rer wa­ren im Mi­nen­seg­ment zu fin­den, dar­un­ter Af­ri­can Bar­rick Gold (–7,9% auf 529 p) und Kup­fer­pro­du­zent Kaz­akhmys (–5,9% auf 1544 Bes­ser hal­ten konn­ten sich die Ti­tel des aus­tra­li­schen Berg­bau­kon­zerns BHP Bil­li­ton (–3,4% auf 2393 p), und das, ob­wohl die Über­schwem­mun­gen in Aus­tra­li­en (vgl. Sei­te 29) den Koh­le­ab­bau und den Um­satz für min­des­tens ein hal­bes Jahr be­ein­träch­ti­gen. Gut läuft es im Ei­sen­erz­ge­schäft.

Ta­ges­ge­spräch an der Lon­do­ner Bör­se war am Frei­tag klar die mehr­heit­lich ver­staat­lich­te Roy­al Bank of Scot­land (Ak­ti­en: +5,3% auf 44,94 p). Zwar blieb ei­ne Be­stä­ti­gung aus, aber in meh­re­ren Me­dien­be­rich­ten hiess es, dass die Bank früh­zei­tig das staat­li­che Pro­gramm zur Ver­si­che­rung von Ak­ti­va ver­las­sen will. Ent­spre­chen­de Ge­sprä­che zwi­schen der Re­gie­rung und der Bank­füh­rung sei­en im Gang. Bis­her hiess es von Sei­ten RBS im­mer, der frü­hest mög­li­che

Un­ter dem Pro­gramm ver­si­cher­te RBS En­de 2008 Ak­ti­va von 282 Mrd. £ (zum heu­ti­gen Kurs: 433 Mrd. Fr.) und be­zahlt da­für min­des­tens 2,5 Mrd. £. Die ers­ten 60 Mrd. £ Ver­lus­te wür­den je­doch auf die Rech­nung der Bank ge­hen.

Die Ak­ti­en Bri­tish Air­ways (bis Don­ners­tag: –4,1% auf 282,5 p) blie­ben am Frei­tag vom Han­del sus­pen­diert. Sie kom­men am Mon­tag un­ter dem Na­men des mit Ibe­ria fu­sio­nier­ten Un­ter­neh­mens IAG zu­rück an die Bör­se (vgl. Sei­te 34). Im Ge­gen­satz da­zu ist der Streit mit dem Ka­bi­nen­per­so­nal un­ge­löst. Am Frei­tag hat das Per­so­nal von Bri­tish Air­ways zum vier­ten Mal Streik­mass­nah­men be­schlos­sen; Da­ten für neue Ge­werk­schafts­ak­tio­nen sind noch nicht be­kannt.

Der Fonds­ma­na­ger Aber­de­en As­set Ma­nage­ment (–4,1% auf 211,8 p) hat im letz­ten Quar­tal aus­ser in Ak­ti­en­fonds net­to Geld­ab­flüs­se ver­zeich­net. Aber­de­en, an dem Cre­dit Suis­se zu 21% be­tei­ligt ist, ver­wal­te­te En­de Jahr 183,3 Mrd. £. An der Ge­ne­ral­ver­samm­lung stimm­te ein Drit­tel der Ak­tio­nä­re ge­gen die Ent­loh­nung des Ma­nage­ments, das vom Co-Grün­der Mar­tin Gil­bert als CEO an­ge­führt wird.

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