Merck KGaA

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN EUROPA - DM

Für die Darm­städ­ter Phar­ma-und Spe­zi­al­che­mie­grup­pe Merck ha­ben sich al­le Hoff­nun­gen zer­schla­gen, dass die MS-Ta­blet­te Cl­ad­ri­bin in der EU bald die Markt­zu­las­sung er­hält. Am Frei­tag­mor­gen teil­te Merck mit, das wis­sen­schaft­li­che Ko­mi­tee CMPH der eu­ro­päi­schen Arz­nei­mit­tel­be­hör­de EMA ha­be sei­ne ab­leh­nen­de Hal­tung ge­gen Cl­ad­ri­bin be­kräf­tigt. Dem­ge­gen­über hat das Gre­mi­um für die MS-Ta­blet­te Gi­le­nia von No­var­tis ei­ne Zu­las­sung emp­foh­len. Gi­le­nia ist in den USA be­reits auf dem Markt, wäh­rend Cl­ad­ri­bin nur in Aus­tra­li­en und in Russ­land er­hält­lich ist. Im Fall von Cl­ad­ri­bin hat die Mehr­heit der CMPH-Mit­glie­der die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass die Vor­tei­le von Cl­ad­ri­bin die Ri­si­ken nicht auf­wie­gen. Ei­ni­ge Mit­glie­der hät­ten aber die­se An­sicht nicht ge­teilt und für ei­ne ein­ge­schränk­te Markt­zu­las­sung vo­tiert. Das Gre­mi­um hat schon im ver­gan­ge­nen Sep­tem­ber sei­ne Ab­leh­nung kund­ge­tan, wor­auf Merck ge­gen den Ent­scheid Re­kurs ein­ge­legt hat. Für Merck ist das Ren­nen in Eu­ro­pa da­mit ge­lau­fen.

Ein neu­er An­lauf mit neu­em Stu­di­en­ma­te­ri­al ist ge­mäss Merck frü­hes­tens 2012 denk­bar. Die Aus­sich­ten sind auch in den USA nicht we­sent­lich bes­ser. Ein ers­ter Zu­las­sungs­an­trag wur­de von der Arz­nei­mit­tel­be­hör­de FDA zu­rück­ge­wie­sen, nun prüft sie ei­nen zwei­ten An­trag. Bis En­de Fe­bru­ar wird ein Ent­scheid er­war­tet. Cl­ad­ri­bin ist der wich­tigs­te Hoff­nungs­trä­ger in der Phar­m­a­pipe­line ge­we­sen. Ana­lys­ten hat­ten ei­nen Kurs­wert von rund 13 € je Ak­tie er­rech­net. Die Re­ak­ti­on an der Bör­se blieb ge­fasst, da die Nach­richt nicht wirk­lich über­rasch­te: Merck stie­gen am Frei­tag 0,7% auf 60.41 € (eben­falls +0,7% im Wo­chen­ver­gleich).

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