«Über Zeit 4% Mehr­ren­di­te»

Finanz und Wirtschaft - - IN KÜRZE - IN­TER­VIEW: THO­MAS HEN­GART­NER

Schweiz sind vie­le Pen­si­ons­kas­sen noch zu­rück­hal­tend. Die Be­reit­schaft zur Aus­ein­an­der­set­zung mit Pri­va­te Equi­ty wächst, da die tra­di­tio­nel­len Porte­feuille­struk­tu­ren den jähr­li­chen Ren­di­te­be­darf von 4 bis 5% in den zu­rück­lie­gen­den zehn Jah­ren nicht ein­ge­spielt ha­ben.

Sind Vor­sor­geinsti­tu­tio­nen gar prä­des­ti­niert für Pri­va­te Equi­ty? Als Lang­fristan­le­ger kön­nen sie die Il­li­qui­di­tät die­ser Fonds­in­vest­ments in be­grenz­tem Um­fang pro­blem­los in Kauf neh­men. Klei­ne­re In­sti­tu­tio­nen kön­nen sich al­ler­dings nicht di­rekt an Ziel­fonds en­ga­gie­ren. Die zu­sätz­li­chen Ho­no­ra­re von Dach­fonds sind nicht im­mer durch den Mehr­er­trag ei­ner gu­ten Ma­na­ger­s­e­lek­ti­on über­kom­pen­siert wor­den. Dann herrscht Er­klä­rungs­not­stand. Mehr­ren­di­te – das le­gen­dä­re Al­pha – ist eben nur schwer zu fin­den. Qua­li­tät hängt nicht am Fir­men­schild des Fi­nanz­an­bie­ters, son­dern an der Er­fah­rung und Kom­pe­tenz des Teams.

Kri­tisch stim­men der meist mas­si­ve Fremd­ka­pi­tal­ein­satz und der Um­stand, dass Fir­men oft nur von Fonds zu Fonds wei­ter­ver­äus­sert wer­den. Die Aus­fall­ra­te von Schuld­nern aus Pri­va­te-Equi­ty-Porte­feuilles ist ähn­lich wie die an­de­rer Un­ter­neh­mense­mit­ten­ten der glei­chen Bo­ni­täts­stu­fe. Le­ver­a­ge für sich ge­nom­men löst nicht zu­sätz­li­che Vo­la­ti­li­tät aus. Je­des Fond­shaus hat ein ei­ge­nes Stär­ken­pro­fil, sei­en es lang­jäh­rig pro­fun­de Kennt­nis­se der Mecha­nis­men ei­nes be­stimm­ten Wirt­schafts­sek­tors oder ei­ne mehr­fach be­wie­se­ne Kom­pe­tenz in der Um­set­zung spe­zi­fi­scher Wert­schöp­fungs­stra­te­gi­en. Wenn ein In­vest­ment von ei­nem zum nächs­ten Pri­va­te-Equi­ty­Fonds wei­ter­ver­äus­sert wird, ist es des­halb oft ei­ne viel­ver­spre­chen­de und des­halb öko­no­misch gu­te Lö­sung.

Was könn­te die gu­ten Per­spek­ti­ven der Be­tei­li­gungs­bran­che ein­trü­ben? Noch sind die Ein­stiegs­prei­se mo­de­rat, weil die Sze­na­ri­en zur kon­junk­tu­rel­len Ent­wick­lung aus­ein­an­der­lau­fen und Ge­winn­pro­jek­tio­nen er­schwe­ren. Aus­ge­wie­se­ne Be­tei­li­gungs­ma­na­ger kön­nen Kom­pe­tenz für das Vor­an­brin­gen von Un­ter­neh­men in die­sem Um­feld wir­kungs­voll ein­set­zen. Ih­re Wert­schöp­fung wür­de wohl nur ge­bremst, falls die Zin­sen ex­trem stie­gen und die Ent­fal­tung der Wirt­schaft be­hin­der­ten. Ein sol­ches Sze­na­rio fin­den wir in­des un­wahr­schein­lich.

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