Swatch Group in Form

Um­satz wächst zwei­stel­lig – Vor Re­kord­ge­winn – Auf­takt passt

Finanz und Wirtschaft - - IN KÜRZE - GA

Der Uh­ren-und Elek­tro­nik­kon­zern Swatch Group ist in be­nei­dens­wer­ter Ver­fas­sung. Das or­ga­ni­sche Um­satz­wachs­tum be­trug im ver­gan­ge­nen Jahr 21,8%. Un­güns­ti­ge Wech­sel­kur­se kos­te­ten aber 3,1 Pro­zent­punk­te oder 164 Mio. Fr. Um­satz, so­dass der Brut­to­um­satz 6,44 Mrd. Fr. er­reich­te. Im Ver­gleich zum Re­kord­jahr 2008 ent­sprach das ei­ner Zu­nah­me von 12,7% zu kon­stan­ten Wech­sel­kur­sen.

Der von der Fa­mi­lie Hay­ek kon­trol­lier­te Kon­zern stellt ei­ne Mar­gen­stei­ge­rung in Aus­sicht und be­stä­tigt, dass 2010 ein Re­kord­er­geb­nis ge­bracht hat. Im Vor­jahr hat­te Swatch Group 17,6% Ebit-Mar­ge und 763 Mio. Fr. Ge­winn aus­ge­wie­sen.

Uh­ren bes­ser als Bran­che

Das Kern­ge­schäft Uh­ren lief noch bes­ser, dort klet­ter­te der Brut­to­um­satz or­ga­nisch 28,1% auf 5,53 Mrd. Fr. Das star­ke Wachs­tum hat­te sich be­reits zum Halb­jahr (+30,4%) ab­ge­zeich­net. Swatch Group schnitt da­mit auch bes­ser ab als der Markt, wenn die Ex­port­zah­len der Uh­ren­in­dus­trie (plus 21,8% bis En­de No­vem­ber) als Ver­gleich hin­ge­zo­gen wer­den. Kon­kur­rent Ri­che­mont hat­te am Mon­tag ein or­ga­ni­sches Um­satz­wachs­tum von 23% (plus 33% ef­fek­tiv) für das drit­te Quar­tal be­kannt ge­ge­ben (vgl. FuW-Mitt­woch­aus­ga­be). Wie Ri­che­mont re­gis­trier­te auch Swatch Group be­son­ders in Asi­en ei­ne stür­mi­sche Nach­fra­ge. Ins­ge­samt ha­ben aber sämt­li­che Ver­kaufs­re­gio­nen zum Wachs­tum bei­ge­tra­gen. Ei­ne deut­li­che An­kur­be­lung er­leb­ten die Lu­xus­mar­ken. Mit In­ves­ti­tio­nen in die Ver­triebs­ka­nä­le in Chi­na und in den USA, wo auf das Weih- nachts­ge­schäft hin zahl­rei­che Ome­ga-Lä­den er­öff­net wur­den, wur­de die­ser Trend un­ter­stützt.

Ei­ne kla­re Nach­fra­ge­stei­ge­rung ver­zeich­ne­te im zwei­ten Halb­jahr das Seg­ment Pro­duk­ti­on. 2010 stieg der Um­satz 7,5% auf 1,54 Mrd. Fr. In ein­zel­nen Be­rei­chen kam es zu Pro­duk­ti­ons­eng­päs­sen, die Aus­las­tung hat sich ins­ge­samt ra­scher als er­war­tet ver­bes­sert. Bis Mit­te Jahr war die Nach­fra­ge von Drit­ten noch zu­rück­ge­gan­gen, nun wur­de die Bran­chen­er­ho­lung nach­voll­zo­gen. Im kleins­ten Be­reich, elek­tro­ni­sche Sys­te­me, nahm der Um­satz 11,7% (+12,2 zu kon­stan­ten Wech­sel­kur­sen) auf 440 Mio. Fr. zu.

Kei­ne Über­be­wer­tung

Die Aus­sich­ten für das lau­fen­de Jahr sind er­freu­lich. Ein er­neut zwei­stel­li­ges Um­satz­wachs­tum wä­re kei­ne Über­ra­schung. Der Jah­res­auf­takt ist mit ei­nem zwei­stel­li­gen Wachs­tum in Lo­kal­wäh­run­gen ge­lun­gen. Schwer­punk­te wer­den die Ex­pan­si­on in den Wachs­tums­märk­ten Asi­ens und in den USA dar­stel­len. Wie für al­le Lu­xus­gü­ter­pro­du­zen­ten ist Chi­na der Wachs­tums­mo­tor, des­sen Dreh­zahl aber auch mal ge­rin­ger sein kann (vgl. Text rechts).

Wei­ter ist Swatch Group ge­for­dert, mit ei­ner prä­zi­sen Pro­duk­ti­ons­pla­nung Ka­pa­zi­täts­eng­päs­sen vor­zu­beu­gen. Preis­er­hö­hun­gen dürf­ten we­gen der Fran­ken­stär­ke ver­mehrt ein The­ma wer­den. Bis­her wur­den sol­che erst punk­tu­ell vor­ge­nom­men. Wir be­las­sen un­se­re Ge­winn­schät­zung auf 19.50 bzw. 22.50 Fr. je In­ha­ber­ak­tie. Im Lang­zeit­ver­gleich sind die Va­lo­ren wie auch die Ri­che­monts nicht über­be­wer­tet, auch ge­mes­sen an den Kon­kur­ren­ten aus dem Aus­land nicht. Die ak­tu­el­len Rück­schlä­ge als ul­ti­ma­ti­ven Wen­de­punkt in der Kurs­ent­wick­lung ein­zu­schät­zen, ist ei­ne fal­sche Schluss­fol­ge­rung.

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