UBS warnt vor Im­mo­bi­li­en­bla­se am Gen­fer­see

Stu­die zeigt teil­wei­se ra­san­te Preis­ent­wick­lung – Auch Zü­rich- und Zu­ger­see­la­gen be­trof­fen – Schweiz­weit kei­ne Über­trei­bun­gen

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - RG

Die gu­ten Neu­ig­kei­ten zu­erst: Die UBS rech­net da­mit, dass die Im­mo­bi­li­en­prei­se auch die­ses Jahr nicht ins Rut­schen kom­men, im Ge­gen­teil. Es gibt aber auch ei­ne schlech­te Nach­richt. Ge­mäss der jüngs­ten UBS-Im­mo­bi­li­en­stu­die ist der Markt in der Re­gi­on Gen­fer­see über­hitzt. So sind et­wa die Prei­se für Ei­gen­tums­woh­nun­gen in den letz­ten zehn Jah­ren mit 116% nicht nur weit über­durch­schnitt­lich ge­stie­gen, die Wachs­tums­ra­te hat sich in jüngs­ter Zeit so­gar be­schleu­nigt (vgl. Gra­fik).

Hots­pots ers­te Do­mi­no­stei­ne

Clau­dio Sa­pu­tel­li, Lei­ter Im­mo­bi­li­en Re­se­arch der UBS, rech­ne­te an der Prä­sen­ta­ti­on der Stu­die vor, dass sich die Woh­nungs­prei­se in der Re­gi­on Bern in 24 Jah­ren ver­dop­peln, wenn sich das durch­schnitt­li­che Wachs­tum der letz­ten zehn Jah­re fort­setzt. Am Gen­fer­see wür­den sich die Prei­se in der­sel­ben Zeit­span­ne mehr als ver­sechs­fa­chen. «Das kann nicht von Dau­er sein», fol­gert der Öko­nom.

Ei­ne ähn­li­che Über­hit­zungs­ten­denz stellt die UBS in den See­ge­mein­den rund um den Zü­rich-und Zu­ger­see so­wie ei­ni­gen no­ble Tou­ris­mus­re­gio­nen süd­lich der Al­pen fest. In der Bank­bran­che wer­den sol­che Re­gio­nen ger­ne als iso­lier­te Hots­pots be­zeich­net, die mit dem Gross­teil des Mark­tes kaum et­was zu tun ha­ben. Die­ser An­sicht wi­der­spricht Sa­pu­tel­li: «Die Ver­gan­gen­heit hat oft ge­zeigt, dass Preis­kor­rek­tu­ren in ein­zel­nen Re­gio­nen un­be­re­chen­ba­re und über­re­gio­na­le Do­mi­no­ef­fek­te aus­lö­sen kön­nen.» Kon­kret: Sinkt der Preis an ei­ner pri­vi­le­gier­ten Wohn­la­ge, steigt die Nach­fra­ge der­art, so­dass an­dern­orts ein Leer­stand ent­steht.

Trotz­dem ist die UBS mit Blick auf den ge­sam­ten Markt op­ti­mis­tisch. «Schweiz- weit ist die Preis­ent­wick­lung an­ge­spannt, aber es gibt kei­ne Im­mo­bi­li­en­bla­se», lau­tet Sa­pu­tel­lis Fa­zit. Er be­grün­det die Er­kennt­nis mit ro­bus­ten Fun­da­men­tal­da­ten. Die Ent­wick­lung der Ein­kom­men, die nied­ri­gen Zin­sen und die Be­völ­ke­rungs­ent­wick­lung – die Zu­wan­de­rung und der Ge­bur­ten­über­schuss sind im Lang­zeit­ver­gleich ver­hält­nis­mäs­sig hoch – stüt­zen die Im­mo­bi­li­en­prei­se.

Im­mo­bi­li­en­ak­ti­en sind teu­er

Trotz der al­les in al­lem zu­ver­sicht­li­chen Ein­schät­zung er­war­tet die UBS ei­ne eher un­ter­durch­schnitt­li­che, aber den­noch po­si­ti­ve Ent­wick­lung der Im­mo­bi­li­en­an­la­gen. Hem­mend wirkt sich die hoch ge­stie­ge­ne Be­wer­tung der Ak­ti­en re­spek­ti­ve die statt­li­chen Agi­os der Fonds auf das Kurs­stei­ge­rungs­po­ten­zi­al aus.

«Fi­nanz und Wirt­schaft» zieht un­ter den Im­mo­bi­li­en­ak­ti­en An­la­gen von Ge­sell­schaf­ten mit er­trags­sta­bi­len Port­fo­li­os und ei­ner gut ge­füll­ten Pi­pe­line an Pro­jek­ten vor (vgl. FuW Nr. 97 vom 11. De­zem­ber 2010). Na­ment­lich sind es All­re­al (Kurs­Ge­winn-Ver­hält­nis 2011: 17) und PSP Swiss Pro­per­ty (23).

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