Zu­ger Kan­to­nal­bank hält ih­re Ver­spre­chen

Un­ver­än­der­te Di­vi­den­de – Wel­lers­hoff-Ef­fekt be­reits sicht­bar – Zins­sal­do 2011 nied­ri­ger er­war­tet

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - RE­TO GY­SI VON WART­BURG

Auf die Zu­ger Kan­to­nal­bank (ZGKB) ist Ver­lass. Sie schlägt vor, ei­ne Di­vi­den­de von un­ver­än­dert 175 Fr. pro Ak­tie aus­zu­schüt­ten, wo­mit sie ihr vor fast neun Mo­na­ten an der Ge­ne­ral­ver­samm­lung ab­ge­ge­be­nes Ver­spre­chen ein­hält. Auch die im Ju­li von Pas­cal Ni­quil­le, Prä­si­dent der Ge­schäfts­lei­tung, ge­äus­ser­te Pro­gno­se, der Zins­sal­do fal­le im zwei­ten Se­mes­ter bes­ser aus als im ers­ten (78,4 Mio. Fr.), er­weist sich als zu­tref­fend.

Im jüngs­ten Ab­schluss über­trifft das Zin­s­er­geb­nis den Vor­jah­res­wert so­gar knapp (vgl. Ta­bel­le). Da­zu trug zum ei­nen das aben­teu­er­lich an­mu­ten­de Wachs­tum der Hy­po­the­kar­aus­lei­hun­gen um 6,5% bei. Die Bank be­teu­ert, da­mit «nur» im Gleich­schritt mit dem kan­to­na­len Re­fe­renz­markt ge­wach­sen zu sein und auf Kom­pro­mis­se in der Kre­dit­ver­ga­be­po­li­tik ver­zich­tet zu ha­ben. Sie stellt – ab­ge­se­hen von ein­zel­nen Über­trei­bun­gen – in Zug kei­ne Im­mo­bi­li­en­bla­se fest (vgl. zu die­sem The­ma Sei­te 18).

Re­zept bleibt ge­heim

Zum an­de­ren streicht die ZGKB ihr ak­ti­ves Bi­lanz­ma­nage­ment her­aus. De­tails da­zu sind je­doch kei­ne zu er­fah­ren. «Wir hal­ten es wie Co­ca-Co­la: Das Re­zept ist ge­heim», sag­te Fi­nanz­chef Theo­dor Kei­ser am Rand der Me­di­en­kon­fe­renz zu «Fi­nanz und Wirt­schaft». Of­fen­sicht­lich ist, dass die Bi­lanz sport­li­cher wur­de. Das Wachs­tum der Bi­lanz­sum­me war mit 2,5% ver­hält­nis­mäs­sig ge­ring, weil un­ren­ta­ble Pos­ten wie die For­de­run­gen ge­gen­über Ban­ken (–82%) ab­ge­stos­sen wur­den. Auf der Pas­siv­sei­te er­neu­er­ten vie­le Kun­den ih­re aus­lau­fen­den Kas­sen­ob­li­ga­tio­nen nicht (–19%) und leg­ten das Geld im fast zins­lo­sen Spar­se­g­ment an (+8%).

Das Kom­mis­si­ons-und Di­enst­leis­tungs­ge­schäft war eben­falls er­folg­rei­cher (+3%), ob­wohl die Fi­nanz­märk­te im­mer noch von Un­si­cher­hei­ten ge­prägt sind. Die Ko­ope­ra­ti­on mit Wel­lers­hoff & Part­ners im An­la­ge­ge­schäft (vgl. FuW Nr. 88 vom 10. No­vem­ber 2010) sei gut an­ge­lau­fen, freut sich Ni­quil­le. Die Bank ha­be ei­ne be­deu­ten­de An­zahl von Man­da­ten ge­won­nen, wie der An­stieg der be­treu­ten De­pot­wer­te auf über 10 Mrd. Fr. zei­ge.

Un­ter dem Strich weist die ZGKB ei­nen um die Zu­wei­sung an die frei­en Re­ser­ven be­rei­nig­ten Ge­winn von 85,9 Mio. Fr. aus. Die Ei­gen­mit­tel wur­den wei­ter ge­stärkt. Die Tier-1-Ra­tio sank nur des­halb 0,2 Pro­zent­punk­te auf 17,7%, weil das Kre­dit­wachs­tum so gross war. Der Ei­gen­mit­tel­de­ckungs­grad von 221% (im Vor­jahr: 223%) il­lus­triert aber, dass die ZGKB so gut wie kaum ei­ne an­de­re Bank für die kom­men­den Vor­schrif­ten des Re­gu­la­tors be­reit ist. Ge­mäss den Vor­schlä­gen der Fin­ma müss­te das In­sti­tut vor­aus­sicht­lich ei­nen De­ckungs­grad von 140% er­rei­chen.

Mit Blick auf das lau­fen­de Jahr ist Ni­quil­le «vor­sich­tig op­ti­mis­tisch», auch wenn er von nach wie vor tie­fen Zin­sen und da­mit ei­nem nied­ri­ge­ren Zins­sal­do aus­geht. Ge­ra­de in schwie­ri­ge­ren Zei­ten frag­ten die Kun­den aber ver­mehrt Be­ra­tung nach, und das wer­de sich «po­si­tiv auf die Re­sul­ta­te aus­wir­ken», schätzt er.

Ak­ti­en hoch be­wer­tet

Ak­ti­en von ka­pi­tal­star­ken Ban­ken sind der­zeit an der Bör­se gut nach­ge­fragt. Die Va­lo­ren der ZGKB ha­ben von 2008 bis 2010 mehr als die Hälf­te an Wert ge­won­nen und sind 2011 be­reits 8% vor­ge­rückt. Sie sind al­ler­dings mitt­ler­wei­le teu­er ge­wor­den. Das Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis (2011) von 18 ge­hört zu den höchs­ten der Bran­che, was das Po­ten­zi­al li­mi­tiert. Ein Ar­gu­ment für den Kauf die­ser als lang­wei­lig gel­ten­den Ti­tel ist die ho­he Di­vi­den­den­ren­di­te von 3,2%, die auch für wei­te­re Jah­re ge­si­chert scheint.

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