Klöck­ner & Co kauft ge­schickt zu

Über­nah­me des Stahl­händ­lers MSC in den USA – Ak­ti­en auch nach Kurs­sprung nicht zu teu­er

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - BA

Wach­sen durch Ak­qui­si­tio­nen ist ei­ner der zen­tra­len Pfei­ler der Lang­frist­stra­te­gie von Klöck­ner & Co. Der pro­du­zen­ten­un­ab­hän­gi­ge Stahl-und Me­tall­dis­tri­bu­tor lässt den Wor­ten Ta­ten fol­gen und hat die Über­nah­me von Macs­teel Ser­vice Cen­ters (MSC) ein­ge­fä­delt, ei­nem US-Stahl­händ­ler mit Sitz in New­port Beach, Ka­li­for­ni­en. Ei­ne ent­spre­chen­de grund­sätz­li­che Über­ein­kunft (Me­mo­ran­dum of Un­der­stan­ding) sei mit der Macs­teel Glo­bal un­ter­zeich­net wor­den, teil­te Klöck­ner am Don­ners­tag mit.

US-Um­satz ver­dop­pelt sich

Klöck­ner-Chef Gis­bert Rühl sag­te ge­mäss Pres­se­text, der Er­werb sei ei­ne ex­zel­len­te stra­te­gi­sche Kom­bi­na­ti­on und bie­te ei­ne Grund­la­ge für künf­ti­ges Wachs­tum in Nord­ame­ri­ka. Der Um­satz in den USA wer­de mehr als ver­dop­pelt. Aus­ser­dem kön­ne Klöck­ner sei­ne geo­gra­fi­sche Reich­wei­te so­wie das Pro­dukt­port­fo­lio in der Re­gi­on deut­lich aus­wei­ten. Klöck­ner zählt sich nun zu den Top 3 der US-Stahl-Dis­tri­bu­to­ren und Ser­vice Cen­ter der USA.

MSC setz­te 2010 rund 1,3 Mrd. $ um und ge­hör­te bis­her zu den Top 10 in Nord­ame­ri­ka. Die Ge­sell­schaft ver­ar­bei­tet und ver­treibt Stahl, Edel­stahl, Alu­mi­ni­um und Spe­zi­al­stahl an Kun­den in Nord­ame­ri­ka, Ha­waii und Pu­er­to Ri­co. Die Pro­dukt­pa­let­te um­fasst Flach­stahl, Grob­ble­che, Roh­re, Stab-und Form­stahl. Das An­ge­bot ist da­mit brei­ter als je­nes von Klöck­ner mit dem Kern­ge­schäft la­ger­hal­ten­de Dis­tri­bu­ti­on von Stahl und Nicht-Ei­sen-Me­tal­len. 2010 setz­te Klöck­ner ge­mäss Schät­zun­gen gut 5 Mrd. € um. CEO Rühl sag­te in ei­nem In­ter­view («Bör­sen-Zei­tung» vom Frei­tag) der Ebit­da (Ge­winn vor Zin­sen, Steu­ern, Ab­schrei­bun­gen und Amor­ti­sa­tio­nen) ha­be mehr als 200 Mio. € er­reicht.

Die MSC-Trans­ak­ti­on kam am Ak­ti­en­markt sehr gut an, un­ter an­de­rem weil sie der Stra­te­gie ent­spricht (vgl. Aktienexposé in FuW Nr. 91 vom 20. Nov. 2010). Bis­her ge­ne­riert Klöck­ner 15% der Ein­nah­men in Nord­ame­ri­ka. Das Ziel, 20 bis 30% zu er­rei­chen, ist er­reicht. Die Ak­qui­si­ti­on gilt rück­wir­kend per 1. Ja­nu­ar und soll im zwei­ten Quar­tal ab­ge­schlos­sen sein.

Sy­ner­gie­po­ten­zi­al

Zum Preis wur­den kei­ne An­ga­ben ge­macht. Aus­ge­hend von ver­schie­de­nen An­nah­men, wie bei­spiels­wei­se zur Ebit­daMar­ge ge­hen die Ana­lys­ten der Be­ren­berg Bank da­von aus, dass Klöck­ner für MSC et­wa 600 Mio. € zahlt. Den Be­trag kann der Käu­fer aus li­qui­den Mit­teln und den be­ste­hen­den Kre­dit­li­ni­en fi­nan­zie­ren. Be­ren­berg rech­net da­mit, dass sich der Ebit­da von Klöck­ner durch den Kauf um 90 Mio. € er­höht. Auf den Ge­winn je Ak­tie soll­te sich die Trans­ak­ti­on be­reits 2011 po­si­tiv aus­wir­ken. Die Ebit­da-Mar­ge des Käu­fers soll­te po­si­tiv be­ein­flusst wer­den, und auch rein geo­gra­fisch passt MSC gut zum Käu­fer. Aus­ser­dem be­ste­he die Chan­ce, Sy­ner­gi­en zu he­ben, et­wa im Ein­kauf und der Lo­gis­tik, heisst es in dem Be­ren­berg-Kurz­kom­men­tar.

Die Ak­ti­en re­agier­ten am Don­ners­tag mit ei­nem Kurs­ge­winn von 7% auf 23.85 €. In der ge­sam­ten Wo­che wa­ren sie mit +8,5% auf 24.29 € der bes­te Wert im MDax. Trotz der ful­mi­nan­ten Ent­wick­lung der ver­gan­ge­nen drei Mo­na­te sind die Ti­tel nicht über­be­wer­tet (vgl. Ta­bel­le) und bie­ten wei­te­re Kurs­ge­winn­chan­cen.

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