Schul­den­spi­ra­le

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - FRI,

Der wach­sen­de öf­fent­li­che Schul­den­berg er­höht den Hand­lungs­druck auf die ja­pa­ni­sche Re­gie­rung. «Wenn wir wei­ter kei­ne Haus­halts­dis­zi­plin hal­ten, wird das in­ter­na­tio­na­le Ver­trau­en in Ja­pan schwin­den », warn­te Ka­o­ru Yo­sa­no, neu­er Mi­nis­ter für Wirt­schafts-und Fis­kal­po­li­tik, Mit­te Wo­che. Ka­bi­netts­spre­cher Yo­shi­to Sen­go­ku er­klär­te zu­dem, dass sich Ja­pan dem fis­ka­li­schen Ab­grund nä­he­re. Am Frei­tag mach­te die Re­gie­rung ei­nen Schritt zu­rück: Sie wer­de ihr Ver­spre­chen bre­chen, drei Jah­re in Fol­ge die neu­en Schul­den auf je 44,3 Bio. Yen (510 Mrd. Fr.) zu be­gren­zen.

Nach den neu­en Be­rech­nun­gen wird die Lü­cke zwi­schen Ein­nah­men und Aus­ga­ben (oh­ne Schul­den­dienst) von no­mi­nal 5,6% der Wirt­schafts­leis­tung in die­sem Jahr bis 2020 nur auf 4,2% sin­ken, falls die Wirt­schaft 1 bis 1,8% jähr­lich wächst. Selbst bei ei­nem Wachs­tum von 2% wür­de die­se Pri­mär­lü­cke nur auf 2,5% schrump­fen. Trotz­dem hal­te die Re­gie­rung dar­an fest, bis 2020 Ein­nah­men und Aus­ga­ben aus­zu­glei­chen, sag­te Fi­nanz­mi­nis­ter Yo­shi­hi­ko No­da.

Mit sol­chen Zah­len will Pre­mier­mi­nis­ter Nao­to Kan die Be­völ­ke­rung von der Not­wen­dig­keit hö­he­rer Steu­ern über­zeu­gen und die Un­ter­stüt­zung der Op­po­si­ti­on ge­win­nen. Laut ei­ner Ge­set­zes­vor­schrift von 2009 müs­sen die Par­tei­en bis März 2012 ei­ne Steu­er­re­form vor­be­rei­ten, um die Fi­nan­zie­rung der Volks­ren­ten und Ge­sund­heits­aus­ga­ben lang­fris­tig zu si­chern. Ei­ne sol­che Re­form soll auch ei­ne Er­hö­hung der Mehr­wert­steu­er von jetzt 5% be­inhal­ten. Kan möch­te die Re­form­vor­schlä­ge am liebs­ten mit der Op­po­si­ti­on bis Ju­ni er­ar­bei­ten. Doch die an­de­ren Par­tei­en wol­len Kan, der im Ober­haus kei­ne Mehr­heit hat, lie­ber wei­ter blo­ckie­ren, um vor­zei­ti­ge Neu­wah­len zu er­zwin­gen. Trotz die­ser Ent­wick­lung be­weg­ten sich die Ren­di­ten der zehn­jäh­ri­gen ja­pa­ni­schen Staats­an­lei­hen kaum. Mit 1,2% blei­ben sie so nied­rig wie in kei­nem an­de­ren Land der Welt. trägt um eins (vgl. zwei­te Gra­fik). Mehr als die Hälf­te des Markts wer­de gar un­ter dem Buch­wert ge­han­delt, sagt De­an Cash­man. Das deu­te auf ei­ne «mas­si­ve Un­ter­be­wer­tung» hin.

An­ge­spro­chen auf sei­ne fünf gröss­ten Fa­vo­ri­ten im ja­pa­ni­schen Ak­ti­en­markt nennt Cash­man aus­ser Ka­n­eka und Rohm den vom Markt ver­schmäh­ten Kre­dit­kar­ten­her­aus­ge­ber Cre­dit Sai­son, der in Ja­pan Markt­an­tei­le ge­winnt, die er­folg­reich re­struk­tu­rier­te Mo­de­hol­ding On­ward und So­ny. Die So­ny-Grup­pe ha­be sich «vom Dar­ling der An­le­ger zum Pa­ria» ge­wan­delt, was mit Blick auf die in­tak­te Mar­ken­stär­ke des Elek­tro­nik­kon­zerns nicht nach­voll­zieh­bar sei.

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