Ge­winn­mit­nah­men in Gold

EDEL­ME­TAL­LE Der welt­weit gröss­te Gold-ETF ver­zeich­net ei­nen Ab­zug von 2% des Fonds­ver­mö­gens

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - BNP PA­RI­BAS,

Der Gold­preis ten­dier­te in der zwei­ten Wo­chen­hälf­te schwä­cher. Am Don­ners­tag­abend fiel die No­tie­rung der Fein­un­ze (31,1 Gramm) un­ter 1350 $, dem tiefs­ten Stand seit Mit­te No­vem­ber. Am ver­gan­ge­nen Frei­tag setz­ten sich aber wie­der die Käu­fer durch und schick­ten Gold mit ei­nem Preis von 1370 $ ins Wo­che­n­en­de.

Grund wa­ren ei­ner­seits Be­fürch­tun­gen um die Fol­gen der (zu) hoch aus­ge­fal­le­nen Wachs­tums­ra­ten in Chi­na und den all­fäl­li­gen Plä­nen der chi­ne­si­schen Zen­tral­bank (Peop­le’s Bank of Chi­na, PBOC), die Zin­sen wei­ter an­zu­he­ben. An­de­rer­seits hat die bra­si­lia­ni­sche Zen­tral­bank ge­nau das ge­macht, um der an­zie­hen­den In­fla­ti­ons­ge­fahr ent­ge­gen­zu­tre­ten. Am Mitt­woch er­höh­te sie den Leit­zins um 50 Ba­sis­punk­te (Bp) auf 11,25%.

Die Kom­bi­na­ti­on von stei­gen­den Zin­sen und fal­len­dem Dol­lar könn­te zu ei­nem Kol­laps des Gold­prei­ses füh­ren. Letz­te Wo­che stell­te sich zum ers­tem Mal seit En­de Ju­li 2010 bei­des ein: Der Gre­en­back fiel, der Gold­preis eben­falls. Sol­che gleich­läu­fi­gen Be­we­gun­gen tre­ten viel we­ni­ger oft auf als ge­gen­läu­fi­ge Preis­t­rends, wenn Gold klet­tert, die US-Va­lu­ta fällt und um­ge­kehrt.

Jetzt könn­ten sich An­le­ger dar­auf ein­stel­len, dass die Trend­wen­de in den lang­fris­ti­gen US-Zin­sen, die zu stei­gen be­gon­nen ha­ben, auf den Gold­preis durch­schlägt und ihn nach un­ten drückt. Laut Ana­lys­ten re­agiert Gold eher als hin­ter­her­lau­fen­der In­di­ka­tor für In­fla­ti­ons­er­war­tun­gen. Das Edel­me­tall wan­delt dann sei­ne Rol­le wie­der von ei­ner Kri­sen­wäh­rung zu ei­nem nor­ma­len Roh­stoff, nach­dem es im Um­feld von Pha­sen um die Un­si­cher­heit des Eu­ros im­mer wie­der zu kur­zen Preis­sprün­gen ge­kom­men war.

In­sti­tu­tio­nel­le An­le­ger stei­gen aus den mit phy­si­schem Gold be­si­cher­ten ko­tier­ten Fonds (Ex­ch­an­ge Tra­ded Funds, ETF) aus und neh­men Ge­win­ne mit. Aus dem gröss­ten ETF, dem SPDR Gold Sha­res, sind

Die wich­tigs­ten Fu­tures auf Roh­stof­fe und Edel­me­tal­le seit Jah­res­be­ginn knapp 30 Ton­nen ab­ge­flos­sen, was rund 2% des Be­stands ent­spricht. Laut Be­rech­nun­gen von Bloom­berg sind von al­len phy­sisch un­ter­leg­ten ETF ins­ge­samt 1,2 Mio. Un­zen im Ge­gen­wert von 1,6 Mrd. $ ver­kauft wor­den.

Es gibt aber auch Stim­men, die nach ei­ner Kon­so­li­die­rungs­pha­se ei­ne Fort­set­zung der Gold-Hausse er­war­ten. Die­se Pro­gno­sen ba­sie­ren auf der An­nah­me, dass die Zin­sen wei­ter­hin auf nied­ri­gem Ni­veau ver­har­ren und die No­ten­ban­ken die Märk­te auf ab­seh­ba­re Zeit mit Li­qui­di­tät über­schwemmt hal­ten. Hin­zu kom­men die Käu­fe der asia­ti­schen No­ten­ban­ken, die ei­ne Al­ter­na­ti­ve zum Gre­en­back und ei­nen Schutz ge­gen den fort­ge­setz­ten Preis­zer­fall der wei­chen Welt­wäh­rung su­chen. Dann wür­de für 2012 auch ein Un­zen­preis von rund 2000 $ im Be­reich des Mög­li­chen lie­gen.

Ver­gan­ge­ne Wo­che ver­öf­fent­lich­te das Lon­do­ner Edel­me­tall­re­se­arch-Un­ter­neh­men GFMS die Ein­schät­zung für die kom­men­den Mo­na­te. Die Mi­nen­pro­duk­ti­on dürf­te mit 2700 Ton­nen ge­nau­so neue Höchst­wer­te er­rei­chen wie das Re­zy­klie­ren von Gold. Für das ers­te Quar­tal rech­nen die Ana­lys­ten mit ei­ner Schwä­che und durch­schnitt­li­chen Prei­sen um 1360 $, für das zwei­te Quar­tal er­war­ten sie No­tie­run­gen um 1440 $. GFMS rech­net für die zwei­te Jah­res­hälf­te mit Prei­sen von über 1500 $, und ge­gen Jah­res­en­de könn­ten auch 1600 $ er­reicht wer­den.

Laut Im­ma­nu­el Wal­ter, De­ri­vat­ex­per­te von BNP Pa­ri­bas in Frank­furt, ist der Um­satz von In­stru­men­ten auf Gold in Deutsch­land ge­gen­über der Vor­wo­che um et­wa 20% ge­fal­len. Be­son­ders gross war der Um­satz­rück­gang in Par­ti­zi­pa­ti­ons­pro­duk­ten wie Tra­cker-Zer­ti­fi­ka­ten. Gut ge­hal­ten ha­ben sich hin­ge­gen die Vo­lu­men von He­bel­pro­duk­ten auf Gold.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.