«Der Markt ist nicht tot»

Finanz und Wirtschaft - - VORDERSEITE - ANDRE­AS WI­CKI FORT­SET­ZUNG AUF SEI­TE 14

Herr Wi­cki, 2010 war mit Bio­techAn­la­gen kaum Geld zu ver­die­nen, was auch HBM Bio­ven­tures zu spü­ren be­kam. Wie sind die Per­spek­ti­ven für 2011? Das HBM-Port­fo­lio ist wei­ter ge­reift, bei ei­ni­gen Be­tei­li­gun­gen kommt nun der Zeit­punkt, sie ge­winn­brin­gend wei­ter­zu­rei­chen. Ent­spre­chen­de Ar­bei­ten sind im Gang. Zu­dem ist un­se­re Be­tei­li­gung Pa­ci­ra dar­an, zwecks Ka­pi­tal­be­schaf­fung die Pu­bli­kums­öff­nung mit ei­nem IPO vor­zu­be­rei­ten. Der­zeit prä­sen­tiert sich das USUn­ter­neh­men vor po­ten­zi­el­len In­ves­to­ren. Ein Bör­sen­gang könn­te im Fe­bru­ar an der Nas­daq er­fol­gen. Pa­ci­ra Phar­maceu­ti­cals ist un­se­re sechst­gröss­te Po­si­ti­on.

Bio­tech-An­la­gen ste­hen der­zeit nicht im Fo­kus der An­le­ger. Für IPO kön­nen kaum ho­he Prei­se ver­langt wer­den. Ist ei­ne Pu­bli­kums­öff­nung da sinn­voll? Das IPO kommt nur zu­stan­de, wenn der lös­ba­re Preis für die neu­en Ak­ti­en un­se­rer Ziel­grös­se ent­spricht. Ver­gan­ge­nes Jahr ha­ben sich im­mer­hin zehn Bio­tech-Un­ter­neh­men dem Pu­bli­kum ge­öff­net und da­mit im Durch­schnitt 50 bis 60 Mio. $ Ka­pi­tal auf­neh­men kön­nen, ei­nes hat so­gar über 200 Mio. $ be­schaf­fen kön­nen. Der Markt ist nicht tot, aber die Prei­se sind zu­ge­ge­be­ner­mas­sen ver­hält­nis­mäs­sig tief.

Da ist es aber doch we­nig in­ter­es­sant, Be­tei­li­gun­gen zu ver­kau­fen. Wir ha­ben un­se­re Preis­vor­stel­lun­gen, die wir durch­set­zen wol­len. Und es zeigt sich in vie­len Deals, dass die Phar­ma­gesell­schaf­ten be­reit sind, für gu­te Un­ter­neh­men tief in die Kas­se zu grei­fen. Al­ler­dings sind die Käu­fer heu­te vor­sich­ti­ger; sie ma­chen den Kauf­preis ab­hän­gig von wei­te­ren Fort­schrit­ten und zah­len ihn ge­staf­felt aus. Und das In­ter­es­se steigt: 2008 wur­den zehn pri­vat ge­hal­te­ne Bio­tech-Un­ter­neh­men mit ei­nem Trans­ak­ti­ons­wert von über 100 Mio. $ welt­weit von grös­se­ren Phar­ma­un­ter­neh­men ge­schluckt, 2009 wa­ren es 17, 2010 gar 24.

Die Ak­ti­en aus dem Ge­sund­heits­be­reich ge­hör­ten 2010 zu den Ver­lie­rern. Vie­le Ti­tel no­tie­ren gar nied­ri­ger als vor zehn Jah­ren. Was braucht es, da­mit die­ser Sek­tor wie­der at­trak­ti­ver wird? Phar­ma ist in der west­li­chen Welt der­zeit kein Wachs­tums­markt, zu­min­dest nicht für die gros­sen Phar­ma­kon­zer­ne. Die ums Jahr 2000 ver­zeich­ne­ten KGV-Be­wer­tun­gen von 25 bis 35 wer­den wohl nicht mehr er­reicht. Die bes­ten Chan­cen bie­ten mit­tel­gros­se Un­ter­neh­men mit gu­ten Po­si­tio­nen in schnell wach­sen­den In­di­ka­tio­nen. Ein Bei­spiel da­für ist No­vo-Nor­disk, die von den welt­weit schnell zu­neh­men­den Dia­be­te­ser­kran­kun­gen pro­fi­tiert. Oder auch Med­tech-Un­ter­neh­men wie Ed­wards Li­fe­sci­en­ces, die mit wirk­lich in­no­va­ti­ven Pro­duk­ten neue Märk­te er­schlies­sen und schnell wächst.

Was wird HBM Bio­ven­tures mit dem Geld tun, das aus dem all­fäl­li­gen Ver­kauf von Be­tei­li­gun­gen an­fällt? Das wird der Ver­wal­tungs­rat ent­schei­den; wir ha­ben noch Fi­nan­zie­rungs­ver­pflich­tun­gen für be­ste­hen­de Port­fo­li­oun­ter­neh­men, und bis Sep­tem­ber 2012 läuft auch noch ein Ak­ti­en­rück­kauf­pro­gramm. Da­von sind bis jetzt 34,6% um­ge­setzt. Ei­ne Mög­lich­keit wä­re, be­ste­hen­de Po­si­tio­nen im Rah­men von Fol­ge­fi­nan­zie­run­gen auf­zu­sto­cken. Neu­an­la­gen sind der­zeit kei­ne ge­plant.

Die gröss­te Po­si­ti­on ist die Be­tei­li­gung an der in Ost­eu­ro­pa tä­ti­gen Phar­ma­han-

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