Kaum klas­si­sche Kauf­of­fer­te für Ne­w­ron

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSE SCHWEIZ - AM

Am Di­ens­tag kurz vor 17 Uhr ver­öf­fent­lich­te Ne­w­ron ei­ne Me­di­en­mit­tei­lung, die nie­man­den über­rasch­te: Das klei­ne ita­lie­ni­sche Phar­ma­ent­wick­lungs­un­ter­neh­men gab an, u. a. mit San­the­ra in Kon­takt ge­tre­ten zu sein, um «Ge­le­gen­hei­ten zur Wert­stei­ge­rung ih­res Ge­schäf­tes» (im Kl­ar­text: ei­nen Zu­sam­men­schluss) zu dis­ku­tie­ren. Mi­nu­ten spä­ter kam ei­ne fast iden­ti­sche Mit­tei­lung von San­the­ra.

Die Kur­se der bei­den Ak­ti­en re­agier­ten kaum mehr. Am Mon­tag hat­te schon die Nach­rich­ten­agen­tur Bloom­berg ei­nen In­for­man­ten zitiert, der von ei­ner Über­nah­me von Ne­w­ron durch San­the­ra ge­wusst ha­ben woll­te, was die Kur­se von Ne­w­ron kräf­tig in die Hö­he he­bel­te (+42% seit letz­tem Don­ners­tag), nach­dem schon am Frei­tag ers­te Käu­fe er­folgt wa­ren.

Of­fen­bar su­chen die zwei Un­ter­neh­men, die bei­de letz­tes Jahr den Aus­fall ih­res je­wei­li­gen Hoff­nungs­trä­gers zu be­kla­gen hat­ten, nach Kon­so­li­die­rungs­mög­lich­kei­ten. Ein Zu­sam­men­schluss könn­te hel­fen, Kos­ten zu spa­ren, was den Ver­brauch der Bar­mit­tel ver­zö­gert. Bei­de Un­ter­neh­men schrei­ben Ver­lust und die Be­schaf­fung von neu­em Ka­pi­tal ist der­zeit für Bio­tech-Un­ter­neh­men schwie­rig.

Das macht es aber un­wahr­schein­lich, dass es zu ei­ner klas­si­schen Kauf­of­fer­te mit Barab­gel­tung kommt. Die bei­den Un­ter­neh­men müss­ten, wenn ein De­al zu­stan­de kä­me, nach Mög­lich­kei­ten su­chen, die ei­nen Zu­sam­men­schluss oh­ne Bar­geld­ab­fluss er­lau­ben. Na­he­lie­gend ist ei­ne Fu­si­on mit Ti­tel­um­tausch.

Ob al­ler­dings aus zwei ge­schwäch­ten Un­ter­neh­men ein star­kes wer­den kann, bleibt noch zu be­wei­sen. Ne­w­rons Bör­sen­wert be­trägt der­zeit 59 Mio. Fr., San­the­ras 33 Mio. Fr., wo­bei San­the­ra deut­lich hö­he­re Cash-Re­ser­ven auf­weist als Ne­w­ron. Dass die Kur­se auf die An­kün­di­gung nicht mehr re­agiert ha­ben, lässt ver­mu­ten, dass ei­ni­ge Bör­sen­ak­teu­re be­reits De­tails über den De­al wis­sen, wo­mit die Sa­che ein Fall für die Bör­sen­über­wa­chung der SIX Swiss Ex­ch­an­ge wä­re.

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