In­land­seg­ment erst­mals ge­wach­sen

Ba­sis­s­wap be­nach­tei­ligt Aus­land­schuld­ner – Tran­chen blei­ben klein – Rück­zah­lun­gen 2011 un­stet

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - TM

Mit­te des ver­gan­ge­nen Jahr­zehnts wa­ren an der Bör­se erst­mals mehr An­lei­hen aus dem Aus­land­seg­ment ge­han­delt wor­den (vgl. FuW Nr. 103 vom 31. De­zem­ber 2005). Der Aus­stoss am Pri­mär­markt war da­mals schon seit Jah­ren zu­guns­ten des quel­len­steu­er­frei­en Seg­ments aus­ge­fal­len, v. a. we­gen der Zu­rück­hal­tung von Bund und Kan­to­nen. Es war nur ei­ne Fra­ge der Zeit, bis aus­län­di­sche Schuld­ner auch im aus­ste­hen­den Vo­lu­men über­wo­gen.

Der Fran­ken­an­lei­hen­markt ist in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren durch­schnitt­lich 3,3% per an­num ge­wach­sen, ge­trie­ben durch Aus­land­schuld­ner, die den Fran­ken als Di­ver­si­fi­ka­ti­on für sich ent­deckt hat­ten (vgl. Gra­fik rechts). Die Fi­nanz­kri­se be­schleu­nig­te ge­mäss ZKB die­se Ent­wick­lung 2008 und 2009 noch. In die­ser Pe­ri­ode wur­den vie­le Kurz­läu­fer emit­tiert, wo­durch die Rück­zah­lungs- be­trä­ge in den nächs­ten zwei Jah­ren neue Höchst er­rei­chen soll­ten: Nach 66 Mrd. Fr. 2009 und 73 Mrd. 2010 ste­hen heu­er 71 Mrd. an, 2012 so­gar 76 Mrd.

Das In­land mach­te 2010 Bo­den gut. Nach dem mas­si­ven Re­fi­nan­zie­rungs­be­darf der Fi­nanz­in­sti­tu­te 2008 und 2009 konn­te das ban­ken­las­ti­ge Aus­land­seg­ment 2010 er­war­tungs­ge­mäss nicht mehr avan­cie­ren (vgl. Gra­fik rechts). Es la­viert seit Mit­te 2009 an der 300-Mrd.-Mar­ke. Der Ge­samt­markt wuchs 2010 in­des 1,9% von 538 auf 548 Mrd. Fr., und zwar dank des In­land­seg­ments, des­sen An­lei­hen­stock von 235 auf 246 Mrd. Fr. (+4,7%) stieg – der ers­te Zu­wachs seit 2005. Dies ist um­so ein­drück­li­cher, weil die Eid­ge­nos­sen­schaft als gröss­ter Schuld­ner net­to 4,6 Mrd. Fr. zu­rück­zahl­te.

Ei­ni­ge In­land­schuld­ner nutz­ten die re­kord­tie­fen Zin­sen bei gleich­zei­tig ge­rin­ge- ren Kre­dit­ri­si­ko­prä­mi­en als im Vor­jahr, um durch Neu­emis­sio­nen ih­re Ge­samt­ka­pi­tal­kos­ten zu re­du­zie­ren, das Ma­tu­ri­täts­pro­fil zu op­ti­mie­ren und die Ab­hän­gig­keit von ein­zel­nen Kre­dit­ge­bern zu ver­rin­gern. Zu­dem öff­ne­te sich der Fran­ken­an­lei­hen­markt 2010 ge­trie­ben durch die ver­zwei­fel­te Su­che nach Ren­di­te auch Emit­ten­ten tie­fe­rer Bo­ni­tät.

Die Rück­zah­lun­gen wer­den 2011 we­ni­ger gleich­mäs­sig aus­fal­len als im Vor­jahr. Im Aus­land wer­den mo­nat­lich zwi­schen 1 und 7 Mrd. Fr. zu­rück­ge­führt. Mit Grie­chen­land, Al­lied Irish Banks, Ma­drid, SLM Cor­po­ra­ti­on, AIG, Du­bai Hol­ding so­wie Brad­ford & Bingley steht zu­dem ei­ne un­üb­lich ho­he Zahl von Til­gun­gen durch Schuld­ner an, de­ren Re­fi­nan­zie­rung un­ter den ak­tu­el­len Um­stän­den pro­ble­ma­tisch er­scheint. Da­von ver­schont ist das durch die öf­fent­li­che Hand do­mi­nier­te In­land­seg­ment, wo 23,86 Mrd. Fr. zur Rück­zah­lung an­ste­hen, ein Drit­tel da­von ent­fällt auf den im Ju­ni fäl­li­gen «Eid­ge­nos­sen».

Cre­dit Suis­se (CS) er­war­tet, dass sich die Emis­sio­nen von Fi­nan­ci­als wei­ter im drei-bis sie­ben­jäh­ri­gen Be­reich kon­zen­trie­ren. Dank Geld­markt­fonds blie­ben zu­dem kurz­fris­ti­ge Floa­ter ge­sucht. Der ge­stie­ge­ne Ri­si­ko­ap­pe­tit so­wie neue Ka­pi­tal­an­for­de­run­gen für Ban­ken könn­ten wo­mög­lich zu ei­nem hö­he­ren Aus­stoss an nach­ran­gi­gen Pa­pie­ren füh­ren (vgl. Sei­te 15). Der nach wie vor teu­re Ba­sis­s­wap be­schrän­ke die Ak­ti­vi­tät aus­län­di­scher Agen­cies, wes­halb der der­zeit be­ob­acht­ba­re Trend hin zu eher klei­nen, mass­ge­schnei­der­ten Emis­sio­nen an­hal­ten wer­de.

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