Ent­täu­schen­de Re­sul­ta­te

John­son & John­son und Du Pont mit Ge­winn­rück­gang – Ver­lust­se­rie von US Steel geht wei­ter

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN NEW YORK - MAR­TIN GOLLMER

Man­che Wal­ls­treet-Au­gu­ren sa­gen, dass den US-Ak­ti­en­märk­ten der Treib­stoff aus­ge­gan­gen sei und sie des­halb ei­ne Ver­schnauf­pau­se ein­le­gen wer­den. Nach­dem die Bör­sen seit De­zem­ber ste­tig zu­leg­ten, hät­ten sich ver­gan­ge­ne Wo­che näm­lich tech­ni­sche Wi­der­stän­de ge­zeigt. Der Wo­chen­be­ginn ver­moch­te die The­se we­der zu be­stä­ti­gen noch zu wi­der­le­gen. Am Mon­tag trie­ben Ge­win­ne bei den Tech­no­lo­gie­ak­ti­en die Bör­sen an. Für gu­te Stim­mung sorg­te et­wa die An­kün­di­gung des Halb­lei­ter­her­stel­lers In­tel (21.24 $ am Mon­tag, +1,4% seit Don­ners­tag), die Di­vi­den­de zu er­hö­hen und das Ak­ti­en­rück­kauf­pro­gramm er­neut auf­zu­sto­cken (vgl. Spot­light rechts). Der Dow Jo­nes In­dus­tri­al stieg 0,9% auf 11 980,52 und nä­her­te sich da­mit der psy­cho­lo­gisch wich­ti­gen Mar­ke von 12 000, die er zu­letzt im Ju­ni 2008 er­reicht hat­te. Der tech­no­lo­gie­las­ti­ge Nas­daq Com­po­si­te rück­te 1% auf 2717,55 vor. Die Ren­di­te zehn­jäh­ri­ger Tre­a­su­ry No­tes ver­rin­ger­te sich um 1 Ba­sis­punkt auf 3,41%.

Am Di­ens­tag setz­ten da­ge­gen schlecht auf­ge­nom­me­ne Quar­tals­be­rich­te die Bör­sen un­ter Druck. Auch die neu­es­ten Zah­len zum Häu­ser­markt wa­ren kein Stim­mungs­he­ber. Dem­nach fie­len die Prei­se für Wohn­im­mo­bi­li­en zwi­schen Ok­to­ber und No­vem­ber ge­mäss dem Ca­se-Shil­lerIn­dex in den zwan­zig gröss­ten US-Stadt­re­gio­nen noch­mals 1%. Oh­ne Ein­fluss blieb das ge­mäss dem In­dex des Con­fe­rence Bo­ard von De­zem­ber auf Ja­nu­ar von 53,3 auf 60,6 ge­stie­ge­ne Kon­su­men­ten­ver­trau­en. Nach zwei Han­dels­stun­den no­tier­ten der Dow und der Nas­daq 0,5 bzw. 0,6% tie­fer als der Vor­ta­ges­schluss. John­son & John­son (62.22 $, –1%), der welt­gröss­te Her­stel­ler von Ge­sund­heits­pro­duk­ten, hat im vier­ten Quar­tal 2010 ei­nen Ge­winn­rück­gang von 12% auf 1,9 Mrd. $ oder 70 Cent pro Ak­tie re­gis­triert. Schuld am Rück­gang wa­ren Wa­ren­rück­ru­fe und sin­ken­de Ver­käu­fe. Der Um­satz fiel 6% auf 15,6 Mrd. $. Für 2011 sagt der Kon­zern ei­nen Über­schuss vor­aus, der un­ter den Pro­gno­sen der Ana­lys­ten liegt.

3M (90.32 $, +2,6%) hat im letz­ten Vier­tel­jahr 2010 ei­nen leich­ten Rück­gang des Ge­winns um 1% auf 928 Mio. $ oder 1.28 $ je Ti­tel ver­zeich­net. Der Er­trag nahm 10% auf 6,7 Mrd. $ zu. Der Kon­zern, der als Grad­mes­ser für den Zu­stand der US-Wirt­schaft gilt, weil sei­ne Pro­dukt­pa­let­te vom Kon­sum­gü­ter-über den Ge­sund­heits-bis zum Au­to­mo­bil­markt reicht, hob die Vor­her­sa­ge für den Ge­winn 2011 leicht an.

Der Über­schuss von Du Pont (48.89 $, +1,6%) ist in den letz­ten drei Mo­na­ten 2010 um 15% auf 376 Mio. $ oder 40 Cent pro Va­lor ge­sun­ken. Ver­ur­sacht wur­de die Ab­nah­me durch ei­ne Be­las­tung aus der

3M er­höht Pro­gno­se

In­di­zes New York vor­zei­ti­gen Rück­zah­lung von Schul­den. Die Ein­nah­men des Che­mie-und Wis­sen­schafts­kon­zerns stie­gen da­ge­gen 15% auf 7,4 Mrd.$.

Da­nis­co

Te­xas In­stru­ments (34.65 $, +2,2%) hat im vier­ten Quar­tal 2010 mit 942 Mio. $ oder 78 Cent je Va­lor 44% mehr ver­dient als im Vor­jahr. Die Ver­käu­fe des Chip­her­stel­lers klet­ter­ten 17% auf 3,5 Mrd. $. Da­bei hat star­ker Um­satz mit In­dus­trie­kun­den die schwa­che Nach­fra­ge nach Spei­cher­chips in der Un­ter­hal­tungs­elek­tro­nik aus­ge­gli­chen. Für das ers­te Quar­tal 2011 stellt Te­xas In­stru­ments ei­nen Um­satz von 3,3 bis 3,6 Mrd. $ in Aus­sicht.

Ame­ri­can Ex­press (45.79 $, +1,1%) hat im letz­ten Vier­tel­jahr 2010 dank ge­stie­ge-

App­le ner Kon­sum­aus­ga­ben ei­nen Ge­winn­sprung von 48% er­zielt. Der Kre­dit­kar­ten­be­trei­ber wies ei­nen Über­schuss von 1,1 Mrd. $ oder 88 Cent pro Ak­tie aus. Die Ein­nah­men stie­gen 13% auf 7,3 Mrd. $. Die Kar­ten­in­ha­ber ga­ben im vier­ten Quar­tal ins­ge­samt 197,7 Mrd. $ aus – 15% mehr als im Vor­jahr. Ame­ri­can Ex­press pro­fi­tier­te auch von ge­rin­ge­ren Kre­dit­ver­lus­ten.

Hal­li­bur­ton (39.55 $, +1,3%) hat den Ge­winn im Schluss­quar­tal 2010 ge­gen­über dem Vor­jahr mehr als ver­dop­peln kön­nen. Der Öl­feld­dienst­leis­ter ver­dien­te 605 Mio. $ oder 66 Cent pro Ti­tel. Der Um­satz stieg dank ei­ner star­ken Nach­fra­ge vor al­lem in Nord­ame­ri­ka 40% auf 5,2 Mrd. $.

Am­gen stärkt Pi­pe­line

Am­gen (57.29 $, –0,1%) hat den Über­schuss im vier­ten Quar­tal 10% auf 1 Mrd. $ oder 1.08 $ je Va­lor ge­stei­gert. Der Er­trag avan­cier­te 1% auf 3,8 Mrd. $. Das Bio­tech­Un­ter­neh­men ver­stärkt zu­dem sei­ne Pi­pe­line durch die Über­nah­me der pri­vat ge­hal­te­nen Bio­vex Group für rund 1 Mrd. $. Die Ge­sell­schaft hat ein Me­di­ka­ment in der letz­ten Ent­wick­lungs­pha­se, das Krebs­zel­len at­ta­ckie­ren, Tu­mo­re zer­stö­ren und das Im­mun­sys­tem sti­mu­lie­ren soll.

Rock-Tenn (59.31 $, +3,1%), ein Her­stel­ler von Ver­pa­ckun­gen für Nah­rungs­mit­tel und Kon­sum­pro­duk­te, kauft für 3,5 Mrd. $ in bar und Ak­ti­en Smur­fit-Sto­ne Con­tai­ner (35 $, +31,3%), nur sie­ben Mo­na­te nach­dem die­se aus ei­nem Bank­rott wie­der­auf­er­stan­den ist. Rock-Tenn über­nimmt auch 1,8 Mrd.

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