Auf die Hand

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN NEW YORK - JB,

Die Chan­cen ste­hen gut, dass 2011 in den USA zum Jahr der Di­vi­den­den­er­hö­hun­gen wird. Im Ja­nu­ar ha­ben be­reits über sieb­zehn Ge­sell­schaf­ten die Aus­schüt­tung her­auf­ge­setzt – deut­lich mehr als im Vor­jah­res­ab­schnitt.

Jüngs­tes Bei­spiel ist In­tel: Der Chip­her­stel­ler zahlt neu pro Quar­tal 18.12 Cent Di­vi­den­de je Ak­tie statt der 15.75 Cent, die bis­lang al­le drei Mo­na­te in bar auf die Hand der In­ves­to­ren gin­gen. Zum ak­tu­el­len Kurs er­gibt das im Jahr ei­ne Ren­di­te von 3,4% – ganz an­sehn­lich für ei­nen ka­li­for­ni­schen Tech­no­lo­gie­kon­zern.

Zei­chen der Zu­ver­sicht

In­tel kün­dig­te am Mon­tag zu­dem an, das lau­fen­de Ak­ti­en­rück­kauf­pro­gramm um 10 Mrd. $ auf 14,2 Mrd. $ auf­zu­sto­cken. Bei­de Mass­nah­men be­zeich­ne­te Kon­zern­chef Paul Otel­li­ni als Si­gnal der Zu­ver­sicht und als Be­leg da­für, dass das Un­ter­neh­men stra­te­gisch auf dem rich­ti­gen Weg sei. Al­ler­dings hat die Bör­se in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten Mü­he be­kun­det, an die ro­si­gen Aus­sich­ten der Grup­pe zu glau­ben (vgl. Kur­schart). Die Zwei­fel ha­ben in ers­ter Li­nie mit der Her­aus­for­de­rung In­tels im Be­reich der Chips für mo­bi­le Ge­rä­te zu tun. Des­sen un­ge­ach­tet ist die Di­vi­den­den­er­hö­hung der rich­ti­ge Schritt.

An­ge­sichts der nach wie vor tie­fen Zin­sen er­gibt es schlicht kei­nen Sinn, wei­ter­hin rie­si­ge Men­gen an Li­qui­di­tät in der Kon­zern­bi­lanz zu hor­ten. Der­zeit hal­ten die Ge­sell­schaf­ten des S&P-500-In­dex – Fi­nanz-, Trans­port-und Ver­sor­ger­sek­tor aus­ge­klam­mert – fast ei­ne Bil­li­on Cash. Wäh­rend der Kre­dit­kri­se von 2008 und An­fang 2009 mag ei­ne sol­che Vor­sichts­mass­nah­me noch an­ge­bracht ge­we­sen sein. Heu­te aber nicht mehr.

Die An­le­ger le­gen zu Recht ho­hen Wert auf die Ren­di­te, denn sie wis­sen, dass gros­se Kurs­a­van­cen auf dem ak­tu­el­len Ni­veau nicht mehr so leicht zu ha­ben sind wie et­wa noch ab Früh­jahr 2009. Die Di­vi­den­de er­hält so­mit als Bei­trag zum Ge­samt­an­la­ge­er­geb­nis grös­se­res Ge­wicht.

Ban­ken sind die Nach­züg­ler

Aus­ser­dem be­steht be­trächt­li­cher Nach­hol­be­darf – be­son­ders im Fi­nanz­sek­tor. Füh­ren­de US-Ban­ken wie J. P. Mor­gan Cha­se und Bank of Ame­ri­ca wol­len er­klär­ter­mas­sen mög­lichst rasch die Ge­winn­aus­schüt­tung er­hö­hen. Was da­zu noch fehlt, ist das Pla­zet der US-No­ten­bank, die als Auf­sichts­be­hör­de fun­giert und dar­über wacht, dass die Ban­ken über aus­rei­chend Ka­pi­tal ver­fü­gen. So­bald die Auf­sicht ei­nen neu­er­li­chen Be­las­tungs­test der sys­tem­re­le­van­ten Kre­dit­in­sti­tu­te durch­ge­führt ha­ben wird, dürf­te an Wal­ls­treet der Zeit­punkt für hö­he­re Bank­di­vi­den­den ge­kom­men sein.

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