In­ves­to­ren nei­gen zur Vor­sicht

FRANK­FURT We­nig Ori­en­tie­rungs­hil­fe – Sie­mens mit gu­ten Zah­len – Ent­täu­schung für Lan­xess

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN EUROPA - CB

In der noch jun­gen Han­dels­wo­che ha­ben sich An­le­ger eher schwer da­mit ge­tan, klar Po­si­ti­on zu be­zie­hen. Ei­ne Gr­und­zu­ver­sicht ist zwar vor­han­den, es fehlt aber an Si­cher­heit ge­ben­der Ori­en­tie­rung. Die Be­richt­sai­son zum Jahr 2010 resp. zu sei­nem Schluss­quar­tal hat erst be­gon­nen, und Pro­gno­sen für 2011 sind noch Man­gel­wa­re – und wer­den es auf ab­seh­ba­re Zeit auch blei­ben. So no­tier­te der Dax nach den ers­ten zwei Han­dels­ta­gen na­he­zu un­ver­än­dert 7059.

Für die Kon­junk­tur er­gibt sich ein ähn­li­ches Bild: Ein zu­ver­sicht­li­ches Ba­sis­sze­na­rio, durch­zo­gen von Un­si­cher­heit. Jüngs­tes Bei­spiel ist die Ein­schät­zung des Bun­des­ver­bands der Deut­schen In­dus­trie. Der BDI pro­gnos­ti­ziert für 2011 zwar ein BIP-Wachs­tum von 2,5%, sagt aber zu­gleich, der Auf­schwung sei noch nicht selbstra­gend. Von ei­nem sta­bi­len fi­nan­zi­el­len Um­feld kön­ne kei­ne Re­de sein, mein­te BDI-Prä­si­dent Hans-Pe­ter Kei­tel am Di­ens­tag. Auch die Ge­sell­schaft für Kon­sum­for­schung (GfK) warnt vor Über­mut: Die In­fla­ti­on kön­ne für den Kon­sum zum Ri­si­ko wer­den, liess sie eben­falls am Di­ens­tag wis­sen. Im De­zem­ber be­trug die In­fla­ti­ons­ra­te in Deutsch­land 1,7%. Ge­mäss dem For­schungs­zen­trum für Wirt­schafts­sta­tis­tik Fri­bourg sind es ge­fühlt aber be­reits 5,2%.

Für die er­war­te­ten Jah­res-und Quar­tals­be­rich­te wer­den auf­grund des Ba­sis­ef­fekts ge­ne­rell statt­li­che Jah­res­ver­än­de­rungs­ra­ten er­war­tet. Sie­mens hat dem voll Rech­nung ge­tra­gen. Der Elek­tro­tech­nik­kon­zern hat am Di­ens­tag im Rah­men der Ak­tio­närs­ver­samm­lung gu­te Zah­len und ei­nen Re­kord­ge­winn ge­mel­det (vgl. Sei­te 27). Über­schäu­men­de Freu­de kam des­we­gen an der Bör­se aber nicht auf: Die Er­war­tun­gen wa­ren hoch und hat­ten den Kurs be­reits im Vor­feld an­ge­scho­ben. In der Zwei­ta­ges­bi­lanz re­sul­tier­te so ein Plus von 1,4% auf 93.61 €.

Am Mitt­woch wer­den Sie­mens ex Di­vi­den­de (2.70 €) ge­han­delt. Be­reits am Mon­tag ging in den Ak­ti­en Thys­sen-Krupp (seit Wo­chen­be­ginn –1,8% auf 29.40 €) die Di­vi­den­de von 0.45 € ab. Tags dar­auf folg­ten Win­cor Nix­dorf (MDax, –6,1% auf 54.68 €, Di­vi­den­de: 1.70 €). An der HV vom Mon­tag hat­te das Ma­nage­ment von ei­ner Um­sat­zund Er­geb­nis­stei­ge­rung im ers­ten Ge­schäfts­quar­tal be­rich­tet, den Jah­res­aus­blick aber «nur» be­kräf­tigt. Ers­te Aus­sa­gen zum ab­ge­lau­fe­nen Ge­schäfts­jahr 2010 und die An­kün­di­gung ei­ner Di­vi­den­den­er­hö­hung von 1.15 auf 1.25 € lies­sen Fra­port am Di­ens­tag 2,2% vor­rü­cken (vgl. Sei­te 14). Die Zwei­ta­ges­bi­lanz des MDa­xWerts lau­tet: +1,2% auf 49 €.

Zu­sam­men mit Daim­ler (+0,8% auf 55.21 €) und BMW (+0,7% auf 56.08 €) pla­zier­ten sich auch Volks­wa­gen Vz (+0,3% auf 114.35 €) in der vor­de­ren Hälf­te des Dax-Fel­des: Am Ran­de ei­ner Ver­an­s­tal- tung in Sau­di-Ara­bi­en be­merk­te Volks­wa­gen-Fi­nanz­chef Hans Die­ter Pötsch, es se­he bis­her nach ei­nem ro­bus­ten Jahr 2011 aus. MAN zo­gen 2,2% auf 85.75 € an, was Händ­ler mit Er­ho­lungs­ef­fek­ten und ei­nem güns­ti­gen Ana­lys­ten­kom­men­tar be­grün­de­ten. Bes­ser schnit­ten im Dax nur In­fi­ne­on (+4,1% auf 7.57 €), Fre­se­ni­us Me­di­cal Ca­re (+2,3% auf 42.09 €) und Merck (+2,3% auf 61.80 €) ab. Zu den ers­ten zwei gab es kei­ne Neu­ig­kei­ten, im Fal­le von Merck da­ge­gen wur­de der Kurs­ge­winn mit der Ab­wer­bung von Lan­xess-Fi­nanz­chef Matthias Za­chert er­klärt. Lan­xess selbst büss­ten im MDax 3,9% auf 51.29 € ein.

Gu­ten Zah­len des US-Che­mie­kon­zerns Du Pont hal­fen we­der Lan­xess noch BASF (seit Wo­chen­be­ginn –0,9% auf 56.12 €) und Bayer (+0,1% auf 54.50 €). Noch schlech­ter schnit­ten aber die Bank­ak­ti­en ab: Neue Sor­gen um die Sta­bi­li­tät eu­ro­päi­scher Fi­nanz­in­sti­tu­te be­las­te­ten die Ti­tel der deut­schen Gross­ban­ken: Deut­sche Bank ver­lo­ren 1,5% auf 43.64 €, Com­merz­bank 2,4% auf 5.62 €.

Am Ob­li­ga­tio­nen­markt gab die Ren­di­te zehn­jäh­ri­ger Staats­an­lei­hen seit Frei­tag­abend von 3,18 auf 3,14% nach.

Ak­ti­en­in­di­zes Deutsch­land

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.