Roh­stoff­ex­por­teu­re pro­fi­tie­ren

JO­HAN­NES­BURG Deut­li­che Wäh­rungs­ab­schwä­chung – Sa­sol setzt auf Gas­pro­jek­te

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN ÜBERSEE - WD

Die Ach­ter­bahn­fahrt an der Bör­se geht wei­ter. Der JSE-Ge­samt­in­dex, der sich noch vor zwei Wo­chen mit 32 700 dem All­zeit­hoch vom Mai 2008 dicht an­ge­nä­hert hat­te, gab in den letz­ten Ta­gen spür­bar nach und ver­lor in der zwei­wö­chi­gen Be­richts­pe­ri­ode 1,6% auf 31 657.

Da­bei hät­te die Wäh­rungs­ab­schwä­chung für ei­ne Be­le­bung des Ak­ti­en­mark­tes sor­gen müs­sen, weil die zahl­rei­chen Ex­por­teu­re vom Kap wie et­wa Ang­lo Pla­ti­num (+1,9% auf 720.01 Rand) oder Ei­sen­erz­för­de­rer Kum­ba (+3,6% auf 461.10 Rand) nun ei­nen hö­he­ren Dol­lar­er­lös für die von ih­nen ge­för­der­ten Roh­stof­fe ein­strei­chen kön­nen. Auch der Gold­in­dex (–2,2% auf 2501,9) fiel we­gen des schwä­che­ren Edel­me­tall­prei­ses zu­rück. Ge­gen­über dem Eu­ro gab der Rand in den letz­ten bei­den Wo­chen rund 5% nach. Für ei­nen Dol­lar wur­den zu­letzt 7.01 Rand/$ be­zahlt.

Ang­lo Ame­ri­can (–1,6% auf 344 Rand) kommt beim Ver­kauf der nicht zum Kern­ge­schäft ge­hö­ren­den Ver­mö­gens­wer­te vor­an. Zu­letzt wur­den ne­ben zwei Zink­mi­nen auch ei­ne Rei­he un­er­schlos­se­ner Koh­le­gru­ben in Aus­tra­li­en ver­äus­sert. Zu­dem pro­fi­tiert das Un­ter­neh­men von den ge­stie­ge­nen Roh­stoff­prei­sen. Ang­lo wird sei­nen Jah­res­ab­schluss am 18. Fe­bru­ar vor­le­gen. All­ge­mein wird dann mit ei­ner Ver­dop­pe­lung der Di­vi­den­de auf 4.75 Rand je Ti­tel ge­rech­net.

Für Über­ra­schung sorg­te, dass der Pe­tro­che­mie­rie­se Sa­sol (+4% auf 344 Rand) die Koh­len­ver­flüs­si­gungs­an­la­ge in In­do­ne­si­en nicht bau­en wird. Statt­des­sen will sich der Kon­zern auf Erd­gas­pro­jek­te kon­zen­trie­ren. Die An­la­gen in Chi­na und In­di­en, die sich in ei­nem fort­ge­schrit­te­nen Sta­di­um be­fin­den, sind da­von nicht be­trof­fen. Al­ler­dings dürf­ten auch Um­welt­grün­de ei­ne Rol­le beim Ver­zicht auf das in­do­ne­si­sche Pro­jekt ge­spielt ha­ben, zu­mal die Koh­le­ver­flüs­si­gung in Ben­zin ei­ne ho­he Schad­stoff­be­las­tung zur Fol­ge hat.

Nicht über­ra­schend trat der pro­vi­so­ri­sche Tel­kom-Chef Jef­frey Hed­berg zu­rück. Haupt­grund war die Hin­hal­te­tak­tik der Re­gie­rung bei der Be­set­zung des Chef­pos­tens. Der Staat hält noch im­mer fast 40% an Tel­kom (–5,5% auf 35.59 Rand). Das Un­ter­neh­men sucht seit Jah­ren nach ei­ner Stra­te­gie. Der ein­zi­ge An­reiz für An­le­ger an den Ak­ti­en be­steht in ei­ner Über­nah­me durch ei­nen der bei­den lo­ka­len Mo­bil­funk­an­bie­ter – Vo­da­com (–3,7% auf 72.20 Rand) oder MTN (–2,2% auf 127.56 Rand).

Die in Afri­ka ex­pan­die­ren­de Su­per­markt­ket­te Sho­pri­te (–4,7% auf 90.46 Rand) stei­ger­te den Um­satz in den sechs Mo­na­ten bis De­zem­ber um fast 10%. Wäh­rend Süd­afri­ka ein star­kes Plus ver­buch­te, sorg­te die Wäh­rung im üb­ri­gen Afri­ka für Pro­ble­me. Kon­kur­rent Mass­mart (–0,1% auf 145.52 Rand) mel­de­te für die sechs Mo­na­te er­heb­lich hö­he­re Ver­käu­fe als im Vor­jahr. Letz­te Wo­che hat­ten sich die Ak­tio­nä­re mit über­wäl­ti­gen­der Mehr­heit (98%) für den Ver­kauf ei­nes 51%-An­teils an Wal-Mart Sto­res aus­ge­spro­chen.

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