Welt­wirt­schaft legt stär­ker zu

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN ÜBERSEE - PDT,

An­ge­sichts des star­ken Auf­schwungs in den Schwel­len-und Ent­wick­lungs­län­dern hat der In­ter­na­tio­na­le Wäh­rungs­fonds (IWF) sei­ne Pro­gno­se für das Welt­wirt­schafts­wachs­tum ein wei­te­res Mal nach oben kor­ri­giert. Da­bei sind trotz ei­nes ins­ge­samt güns­ti­gen Um­felds die Ri­si­ken für die glo­ba­le Kon­junk­tur­er­ho­lung nicht zu un­ter­schät­zen: Als be­deu­tends­te Ge­fah­ren sieht der Wäh­rungs­fonds die un­si­che­ren Per­spek­ti­ven für hoch­ver­schul­de­te Län­der Eu­ro­pas, stei­gen­de Öl-und Roh­stoff­prei­se so­wie die ho­hen Haus­halts­de­fi­zi­te in den In­dus­trie­na­tio­nen.

Wie aus der Auf­da­tie­rung des im Ok­to­ber pu­bli­zier­ten Welt­wirt­schafts­aus­blicks ( WEO) her­vor­geht, ist im lau­fen­den Jahr mit ei­ner Zu­nah­me der glo­ba­len Wirt­schafts­leis­tung um 4,4% zu rech­nen. An­läss­lich der Jah­res­ta­gung des IWF und der Welt­bank vor drei Mo­na­ten hat­te der Fonds noch ei­ne Wachs­tums­ra­te von 4,3% er­war­tet. Ge­tra­gen wird der Auf­schwung von den Schwel­len-und Ent­wick­lungs­län­dern, die so­wohl 2011 als auch 2012 ein Plus von 6,5% ver­zeich­nen wer­den. In den In­dus­trie­na­tio­nen hin­ge­gen wird die Wirt­schaft um durch­schnitt­lich 2,5% wach­sen. So­wohl für die USA als auch Deutsch­land, die 2011 mit ei­ner Zu­nah­me um 3 be­zie­hungs­wei­se 2,2% rech­nen dür­fen, wur­den die Zah­len nach oben ge­schraubt.

Als wich­tigs­te Grün­de für das leicht ver­bes­ser­te Sze­na­rio nennt der IWF den stär­ker als er­war­tet aus­ge­fal­le­nen An­stieg der pri­va­ten Kon­sum­aus­ga­ben in den In­dus­trie­län­dern so­wie die er­folg­rei­che Um­set­zung von Sti­mu­lus­mass­nah­men in den USA und Ja­pan. Auch ha­ben zü­gi­ge Schrit­te wäh­rend der grie­chi­schen Schul­den­kri­se ver­hin­dert, dass sie auf die Ge­samt­wirt­schaft über­schwap­pen kann.

Gleich­wohl be­wegt sich die Welt­kon­junk­tur nach wie vor auf brü­chi­gem Bo­den. Nach­dem wäh­rend der Re­zes­si­on häu­fig vor po­ten­zi­el­ler De­fla­ti­on ge­warnt wur­de, weist der Wäh­rungs­fonds nun viel­mehr auf die Ge­fahr stei­gen­der Prei­se hin. Un­ter an­de­rem könn­te der An­stieg des Öl­prei­ses, der laut IWF 2011 auf 90 $ pro Bar­rel klet­tern dürf­te, die In­fla­ti­ons­spi­ra­le wie­der in Gang set­zen. Auch müss­ten die Schwel­len­län­der wach­sam blei­ben und zu Mass­nah­men be­reit sein, um ei­ne Über­hit­zung ih­rer Kon­junk­tur zu ver­hin­dern.

Ge­fähr­lich könn­te laut Wäh­rungs­fonds auch die im­mer noch an­ge­spann­te La­ge in den hoch­ver­schul­de­ten eu­ro­päi­schen Staa­ten wer­den. Frag­lich sei dort die Um­setz­bar­keit der be­schlos­se­nen Spar­mass­nah­men. Ob­wohl sich in den In­dus­trie­län­dern die Sta­bi­li­sie­rung der Fi­nanz­märk­te fort­setzt, müss­ten die Re­for­men wei­ter vor­an­ge­trie­ben wer­den. Ei­ne Achil­les­fer­se sei­en auch die wach­sen­den Staats­schul­den so­wie die Un­gleich­ge­wich­te im Aus­sen­han­del, be­son­ders zwi­schen den Ver­ei­nig­ten Staa­ten und Chi­na so­wie der Eu­ro­zo­ne.

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